Die RAF
Die Rote Armee Fraktion (RAF) war eine linksextreme, terroristische Untergrundorganisation in der Bundesrepublik Deutschland, gegründet 1970 von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Horst Mahler, Ulrike Meinhof, Irmgard Möller und weiteren Personen. Zunächst wurde die RAF als „Baader-Meinhof-Gruppe” bzw. „Baader-Meinhof-Bande” bezeichnet.
Die RAF sah sich als kommunistische "Stadtguerilla" nach südamerikanischem Vorbild wie den Tupamaros in Uruguay.
Eine gemeinsame Erklärung der RAF aus: „Das Konzept Stadtguerilla”: „...weil wir Kommunisten sind und es davon, ob die Kommunisten sich organisieren und kämpfen, abhängt, ob Terror und Repression nur Angst und Resignation bewirken oder Widerstand und Klassenhass und Solidarität provozieren, ob das hier alles so glatt im Sinn des Imperialismus über die Bühne geht oder nicht....”

Die drei „Generationen“
Die erste Generation:
Vorläufer der RAF war die nach dem Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof benannte Baader-Meinhof-Gruppe. Nach der Studentenrevolte der 60er Jahre konzentrierte diese »erste Generation« ihre Gewalttaten bis 1972 vor allem auf US-amerikanische Einrichtungen. Hauptmotiv: der Vietnamkrieg. Als der Staat den »harten Kern« der Gruppe nach massivem Ausbau des Fahndungsapparats gefasst hatte, war diese Phase zu Ende.

Die zweite Generation:
Ohne erkennbare politische Motivation setzte die »zweite Generation« die Terrorserie fort. Als Anführer gelten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Ihr Hauptanliegen wurde die Befreiung der »ersten Generation« aus der angeblichen Isolationshaft. Die erste spektakuläre Aktion war der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm 1975. Als sich der Staat 1977 auch nicht mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und einer Lufthansa-Maschine erpressen ließ, begingen die Terroristen Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Schleyer wurde daraufhin von seinen Entführern ermordet.

Die dritte Generation:
Danach formierte sich eine »dritte Generation« der RAF mit einer gut abgeschotteten und namentlich kaum bekannten »Kommandoebene«. Auf ihr Konto sollen mehrere professionell geplante Morde gehen - etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts, dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (beide 1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler in keinem dieser Fälle, wer genau die Täter waren.

Die Anfänge
02.06.1967
Während des Besuches des persischen Schahs kommt es zu Unruhen, bei denen der Student Benno Ohnesorg (*15.10.1940, Student der Romanistik, Pazifist und Mitglied der evangelischen Studentengemeinschaft, erste Demonstration an der er teilnahm) durch einen Polizisten erschossen wird.

02.04.1968
Gudrun Ensslin, Andreas Baader u.a. legen Brandbomben in den Frankfurter Kaufhäusern Schneider und Kaufhof als Reaktion auf die Napalmbombardements in Vietnam

03.04.1968
Die Brandstifter werden verhaftet.

11.04.1968
Der SDS-Führer Rudi Dutschke wird nach einer Hetzkampagne der Medien niedergeschossen. Daraufhin liefern sich Studenten um das Springergebäude herum eine Straßenschlacht mit der Polizei

14.10.1968
Prozessbeginn gegen die Kaufhausbrandstifter

31.10.1968
Die Kaufhausbrandstifter werden zu 3 Jahren Haft verurteilt

13.06.1969
Die Kaufhausbrandstifter werden aus der Haft entlassen bis über die Revision ihrer Urteile entschieden ist

Juni bis November 1969
Gudrun Ensslin und Andreas Baader betreuen ein ,,Lehrlingskollektiv"

November 1969
Die Revision des Brandstifterurteils wird abgelehnt. Baader und Ensslin tauchen in Frankreich, später in Italien unter.

Januar 1970
Baader und Ensslin kehren nach Berlin zurück

04.04.1970
Baader wird durch den Verrat des V-Mannes Urbach verhaftet.

14.05.1970
Andreas Baader wird durch Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin u.a. Befreit; dabei wird ein Institutsangestellter angeschossen

Juni bis August 1970
Militärausbildung in einem Palästinenser-Camp in Jordanien

29.09.1970
Banküberfall auf 3 verschiedene Banken. Gesamtbeute: über 200.000,-- DM

08.10.1970
Festnahme von Ingrid Schubert, Horst Mahler, Brigitte Asdonk und Irene Goergens


22.11.1970
Einbruch ins Langgönser Rathaus um Blankopapiere und Dienstsiegel zu stehlen.

15.01.1971
Überfall auf 2 verschiedene Banken. Gesamtbeute: 110.000,-- DM

01.02.1971
Die ,,Sonderkommission Terrorismus" beginnt ihre Arbeit.

06.05.1971
Astrid Proll wird verhaftet.

15.07.1971
Bei einer Großfahndung in Norddeutschland wird die Terroristin Petra Schelm erschossen.

22.10.1971
Am 22. Oktober 1971 fielen den Polizisten Norbert Schmid und Heinz Lemke in Hamburg eine der gesuchten Terroristinnen auf (Ulrike Meinhof). Als sie die Frau festnehmen wollten, tauchten jedoch zwei weitere RAF-Mitglieder (Gerhard Müller und Irmgard Möller) auf. Müller erschoss Norbert Schmid († 33) und verletzte Lemke am Bein.

23.10.1971
Am Morgen wurde Margrit Schiller verhaftet, die sich in der Nähe des Tatortes aufgehalten hatte.

01.09.1971
Horst Herold wird BKA-Präsident und revolutioniert die Fahndungsmethoden durch den Einsatz modernster Technik

03.12.1971
Bei einer Großfahndung in Berlin wird Georg von Rauch erschossen.

22.12.1971
Bei einem Banküberfall wird ein Polizist getötet. Beute: 135.000,-- DM

21.02.1972
Banküberfall - Beute: 285.000,-- DM

02.03.1972
Thomas Weisbecker wird erschossen.


03.03.1972
Bei einer Razzia erschießt ein Terrorist den Hamburger Leiter der „Soko Baader/Meinhof“, Hans Eckhardt († 50).

11.05.1972
Bombenanschlag auf das V. US-Korps in Frankfurt/Main - 13 Verletzte, 1 Toter

12.05.1972
Bombenanschlag auf die Polizeidirektion Augsburg - 5 Verletzte sowie eine Autobombe vor dem LKA München – Sachschaden

15.05.1972
Anschlag auf den Wagen eines Bundesrichters - seine Frau, die am Steuer sitzt, wird schwer verletzt.

19.05.1972
Bombenanschlag auf das Axel-Springer-Gebäude - 17 Verletzte. - Später distanzierte sich die RAF im Prozess von Stammheim von diesem Anschlag, da hier zu viele "Unschuldige" verletzt wurden.

24.05.1972
Beim Bombenanschlag auf das US-Hauptquartier in Heidelberg werden die US-Soldaten Clyde Bonner, Ronald Woodward und Charles Peck zerfetzt.

31.05.1972
Größte Fahndung in der Geschichte der BRD

01.06.1972
Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe werden in Frankfurt/Main verhaftet.

07.06.1972
Gudrun Ensslin wird in Hamburg verhaftet.

09.06.1972
Brigitte Mohnhaupt und Bernhard Braun werden verhaftet.

15.06.1972
Ulrike Meinhof wird in Hannover-Langenhagen verhaftet.

07.07.1972
Klaus Jünschke und Irmgard Möller werden verhaftet.

05.09.1972
,,Schwarzer September". Palästinenser erschießen 11 israelische Sportler des Olympiateams und einen Polizisten in München - 5 Terroristen werden erschossen.

17.01.1973-12.02.1973
1. Hungerstreik der RAF-Gefangenen - Die Zusagen der Bundesanwaltschaft werden nicht eingehalten.

08.05.1973-29.06.1973
2. Hungerstreik der RAF-Gefangenen

04.02.1974
Christian Eckes, Helmut Pohl, Ilse Stachowiak, Eberhard Becker, Wolfgang Beer und Margrit Schiller werden verhaftet.

27.08.1974–02.02.1975
3. Hungerstreik der RAF-Gefangenen

09.11.1974
Holger Meins stirbt an den Folgen des Hungerstreiks

10.11.1974
Vor den Augen seiner Frau wird der Berliner Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann († 64) erschossen.


27.02.1975
Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz durch die ,,Bewegung 2. Juni".

04.03.1975
Freilassung von Peter Lorenz nachdem die Forderungen erfüllt worden waren.

24.04.1975
6 RAF Angehörige nehmen in der deutschen Botschaft in Stockholm 12 Geiseln. Die Attachés Andreas von Mirbach (†44) und Heinz Hillegaart († 64) werden erschossen.

21.05.1975
Prozeßbeginn gegen die Stammheimhäftlinge.

23.09.1975
Die Angeklagten werden für verhandlungsunfähig erklärt.

09.05.1976
Selbstmord Ulrike Meinhof.

30.11.1976
Siegfried Haag und Roland Mayer werden verhaftet.

10.01.1977
Der leitende Richter Prinzig muss wegen Weitergabe von vertraulichen Akten seinen Posten abgeben.

08.02.1977
Brigitte Mohnhaupt wird aus der Haft entlassen.

07.04.1977
Auf dem Weg ins Büro nähert sich dem Dienst-Mercedes von Generalbundesanwalt Siegfried Buback († 57) ein Motorrad mit zwei Terroristen. Der Sozius zieht ein Automatikgewehr, schießt 15-mal aus nächster Nähe in den Wagen und rast davon. Buback und Fahrer Wolfgang Göbel († 30) sterben im Kugelhagel, Mitfahrer Georg Wurster († 33) erliegt Tage später seinen Verletzungen.

28.04.1977
Prozeßende - Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe werden zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

30.07.1977
Bei Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto († 53) und Ehefrau Ignes klingelt in ihrer Villa in Oberursel überraschend Besuch. Die Tochter eines alten Studienfreundes steht vor der Tür: „Hier ist die Susanne“, sagt RAF-Mitglied Susanne Albrecht. Mit Blumen in der Hand und zwei Begleitern (Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt) wird sie eingelassen. „Onkel Jürgen“ will eine Vase holen, als Klar und Mohnhaupt plötzlich ihre Waffen ziehen und abdrücken. Ponto stirbt durch mindestens sechs Kugeln – vor den Augen seiner Frau.

25.08.1977
Der Versuch die Bundesanwaltschaft zu beschießen scheitert.

05.09.1977
Köln, 17.30 Uhr: Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer auf dem Heimweg. Kurz vor seiner Wohnung (Friedrich-Schmitt-Straße, Ecke Vincenz-Statz-Straße) rollen ein Kinderwagen und ein Mercedes auf die Fahrbahn vor Schleyers Dienstwagen – ein Falle! Fahrer und Leibwächter reagieren sofort, springen aus dem Wagen, eröffnen das Feuer auf die Attentäter. Doch sie sterben im Kugelhagel von vier Gewehren und über 100 Schuss. Schleyer (unverletzt) wird in einem VW-Bus verschleppt. Seine Begleiter bleiben tot zurück: Fahrer Heinz Marcisz († 41) und die Polizisten Reinhold Brändle († 41), Helmut Ulmer († 24), Roland Pieler († 20).

13.10.1977
Um RAF-Gefangene freizupressen, entführen arabische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“.

16.10.1977
Flugkapitän Jürgen Schumann († 37) wird erschossen.

18.10.1977
Die Geiseln an Bord der ,,Landshut" werden durch die GSG9 befreit. Andreas Baader, Jan-Carl Raspe (man findet ihn auf seinem Bett sitzend, blutend aus Mund, Ohren und Nase. Er stirbt noch auf dem Weg in den Operationssaal des Katharinenhospitals.) und Gudrun Ensslin begehen Selbstmord. Schleyer wird in Mulhouse (Elsaß) „hingerichtet“.

19.10.1977
Nach sechs Wochen Geiseldrama wird die Leiche von Hanns-Martin Schleyer († 62) im Kofferraum eines Audi 100 bei Mülhausen gefunden.

11.05.1978
Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann und Rolf Klemens Wagner werden in Jugoslawien festgenommen. Im November dürfen sie in ein Land ihrer Wahl ausreisen

06.09.1978
Willy-Peter Stoll wird in Düsseldorf in einem China-Restaurant bei der Festnahme erschossen.

24.09.1978
Schießerei in einem Wald bei Dortmund. Ein Polizist und Michael Knoll kommen ums Leben.

01.11.1978
Zwei niederländische Zollbeamte werden in Kerkrade (NL) erschossen.

19.03.1979
Banküberfall in Darmstadt. Beute: 49.000,-- DM

17.04.1979
Banküberfall in Nürnberg. Beute: 200.000,-- DM

25.06.1979
Anschlag auf den NATO-Oberbefehlshaber Alexander Haig.

19.11.1979
Banküberfall in Zürich. Beute: 506.000,-- DM. Bei einem Schußwechsel zwischen Zürcher Polizei und RAF-Mitgliedern trifft ein Querschläger die Passantin Edith Kletzhändler († 56).

Frühjahr 1980
Teile der Bewegung 2. Juni schließen sich der RAF an.

Juli 1980
Unfalltod der RAF-Mitglieder Juliane Plambeck und Wolfgang Beer im Juli 1980, als sie in der Nähe von Bietigheim-Bissingen mit ihrem PKW verunglückten. Bietigheim liegt in Baden-Württemberg und mit viel Wohlwollen im Einzugsbereich der Bundesanwaltschaft - insofern wurde damals dieser Zirkelschluss vollzogen.
Die RAF selbst hat in ihrer Erklärung zu dem Unfalltod der beiden die Pressespekulationen aufgegriffen und diese folgendermaßen kommentiert:
[...] "zu dem ganzen dreck, für den baw und bka den tod der beiden benutzen wollten, wir sagen: rebmann interessiert uns jetzt nicht - er prahlt schon wieder mit anschlägen gegen sich - und späth schon gar nicht [...]"

31.08.1981
Bombenanschlag auf das HQ der US-Luftstreitkräfte in Ramstein.

15.09.1981
US-General Frederik Kroesen entgeht nur knapp einem Raketenanschlag.

15.09.1982
Banküberfall in Bochum

11.11.1982
Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz werden bei Frankfurt beim Besuch eines Waffenversteckes verhaftet.

16.11.1982
Christian Klar wird verhaftet.

02.07.1983
Helmut Pohl, Christa Eckes, Stefan Frey, Ingrid Jakobsmeier, Barbara Ernst und Ernst-Volker Staub werden verhaftet.

02.07.1984
Banküberfall in Würzburg. Beute: 171.000,-- DM

05.11.1984
Überfall auf ein Waffengeschäft in Maxdorf bei Ludwigshafen. Beute: 22 Handfeuerwaffen, 2 Gewehre und 2800 Schuss Munition

18.12.1984
Versuchter Sprengstoffanschlag auf NATO-Schule in Oberammergau.

15.01.1985
Gemeinsames Kommuniqué von RAF und Action Directe "POUR L'UNITÉ DES RÉVOLUTIONAIRES EN EUROPE DE L'OUEST"/"FÜR DIE EINHEIT DER REVOLUTIONÄRE IN WESTEUROPAS"

25.01.1985
Ermordung von General René Audran in Frankreich durch die Action Direkte.

01.02.1985
RAF-Mitglieder ermorden den Vorstandschef der MTU, Ernst Zimmermann (55), in seinem Schlafzimmer mit einem aufgesetzten Kopfschuss.

02.04.1985
Brigitte Mohnhaupt wird zu fünfmal lebenslänglich plus 15 Jahren Haft verurteilt.

03.06.1985
Bewaffneter Überfall auf einen Geldboten. Beute: 157.700,-- DM

08.08.1985
Sprengstoffanschlag auf US-Air-Base in Frankfurt. RAF-Terroristen locken den US-Soldaten Edward Pimental († 20) aus einer Disco, erschießen ihn im Wald.

09.07.1986
Auf einer Landstraße bei München tötet eine ferngesteuerte RAF-Bombe Siemens-Vorstand Karl Heinz Beckurts († 56) und seinen Fahrer Eckhard Groppler († 42).

16.07.1986
Durch Beschluss des Bundesgerichtshofs vom wurde im Revisionsverfahren das Urteil gegen Mohnhaupt auf eine lebenslange Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe gebildet.

02.08.1986
Eva Haule, Luitgard Hornstein und Christian Kluth werden verhaftet.

10.10.1986
Vor seinem Haus in Bonn wird Gerold von Braunmühl († 51), Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, erschossen.

17.11.1986
Die Action Directe ermordet Renault-Chef Georges Besse in Paris.

21.02.1987
Führende Mitglieder der Action Directe werden verhaftet.

20.09.1988
gescheiterter Mordanschlag auf Staatssekretär Hans Tietmeyer

30.11.1989
Auf dem Weg zur Arbeit durchfährt der Dienst-Mercedes von Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen († 59) eine unsichtbare Lichtschranke. Der Kontakt zündet einen Sprengsatz am Straßenrand. Herrhausen stirbt trotz gepanzerter Limousine sofort.

06.06.1990
Susanne Albrecht wird in der DDR verhaftet.


12.06.1990
Inge Viett wird in der DDR verhaftet.

14.06.1990
Werner Lotze und Christine Dümlein (wurde recht schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Von ihr begangene Straftaten sind inzwischen verjährt.) werden in der DDR verhaftet.

15.06.1990
Sigrid Sternebeck und Baptist Ralf Friedrich werden in der DDR verhaftet.

18.06.1990
Silke Maier-Witt und Henning Beer werden in der DDR verhaftet.

27.06.1990
gescheiterter Mordanschlag auf Staatsekretär Hans Neusel

13.02.1991
Ein Kommando der RAF feuert 250 Gewehrpatronen auf die US-Botschaft in Bonn.

01.04.1991
RAF-Terrorist Wolfgang Grams schleicht sich im Schutz der Dunkelheit mit einem Gewehr vor das Haus von Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder († 58). Durch sein Zielfernrohr sieht er Rohwedder im Pyjama, drückt dreimal ab. Der Treuhand-Chef stirbt.

10.04.1992
Erklärung der RAF die "Eskalation vorläufig zurückzunehmen".

27.03.1993
Anschlag auf die JVA Weiterstadt.

27.06.1993
Bei der Festnahme der RAF-Terroristen Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams auf dem Bahnhof von Bad Kleinen erschießt Grams den GSG-9-Beamten Michael Newrzella († 25). Grams wird kurz darauf selbst getötet.

04.07.1993
Innenminister Seiters muss wegen der missglückten Aktion in Bad Kleinen zurücktreten.

25.04.1995
Manuela Happe wird vorzeitig aus der Haft entlassen.

26.09.1995
Sieglinde Hofmann wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

November 1996
Birgit Hogefeld wird zu lebenslänglich verurteilt.

20.04.1998
Die RAF gibt ihre Selbstauflösung bekannt.

19.05.1998
Helmut Pohl wird begnadigt.

30.06.1999
Überfall auf einen Geldtransport in Duisburg-Rheinhausen, bei dem mehr als eine Million Mark erbeutet wurden. (Durch DNA-Analysen soll jetzt festgestellt worden sein, daß es sich bei den Tätern um die angeblichen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Daniela Klette handle.)

15.09.1999
Horst-Ludwig Meyer wird von der Polizei in Wien erschossen, Andrea Klump festgenommen.

26.10.2001
Rolf Heißler wird nach 22 Jahren Haft entlassen.

07.03.2003
Sabine Callsen stellt sich den deutschen Behörden.

18.11.2003
Rolf Clemens Wagner wird nach 24 Jahren Haft begnadigt.

15.03.2006
Durch Beschluss vom 15. März 2006 hat der 5. Strafsenat angesichts der besonderen Schwere der Schuld die Mindestverbüßungsdauer für Brigitte Mohnhaupt auf 24 Jahre festgesetzt und lehnt damit den Antrag auf vorzeitige Entlassung ab.

12.02.2007
Das OLG Baden-Württemberg in Stuttgart entscheidet, dass Brigitte Mohnhaupt nach Verbüßung ihrer Mindesthaftdauer am 27.03.2007 aus dem Gefängnis auf Bewährung entlassen werden kann.



Lebensläufe:
Susanne Albrecht
1990 in der DDR verhaftet, 1991 zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt, 1996 Entlassung auf Bewährung
geb. 1. März 1951 in Hamburg
Vater renommierter Anwalt für Seerecht
Mai 1971 Abitur an einem Internat in Holzminden
1971 Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie an der Universität Hamburg
April/Mai 1973 Beteiligung an einer Hausbesetzung in der Hamburger Hafenstraße - zusammen mit anderen späteren RAF-Mitgliedern (Wolfgang Beer, Karl-Heinz Dellwo, Christine Dümlein, Christa Eckes, Wolfgang Quante, Bernhard Rößner)
Oktober 1974 Beteiligung an der Besetzung des Hamburger Büros von Amnesty International
1976 erste Staatsprüfung für Volks- und Realschullehrer
1977 Schlüsselrolle bei der Ermordung des mit der Familie Albrecht eng befreundeten Bankiers Jürgen Ponto
1978/79 Aufenthalt in einem palästinensischen Ausbildungslager im Jemen
1980 Einbürgerung in die DDR
Juni 1990 Verhaftung in der DDR (Ost Berlin)
Juni 1991 nach umfassendem Geständnis Verurteilung zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe (Kronzeugenregelung).

Andreas Baader
geb. 6. Mai 1943 in München
Vater Dr. Berndt Phillipp Baader Historiker und Archivar geriet 1945 in Kriegsgefangenschaft und blieb vermißt
Studium sozialer Fragen
interessiert an Literatur und Philosophie
Vorstrafen wegen zahlreicher Verkehrsdelikte
1963 Umzug nach Berlin
1965 Tochter Suse mit der Malerin Ellinor Michel
1968 Teilnahme an Kaufhausbrandstiftung - verurteilt zu 3 Jahren Haft
1969 Flucht nach Revisionsantrag
1970 erneut verhaftet und durch Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und andere befreit
Juni bis August 1970 militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten
1970-72 Beteiligung an Banküberfällen und Bombenanschlägen
1. Juni 1972 Baader wird bei Schußwechsel mit der Polizei verletzt und gefangengenommen
28. April 1977 Verurteilung zu lebenslanger Haft
18. Oktober 1977 Tod in Stammheim

Hans-Jürgen Bäcker
geb. 1939
gelernter Grubenelektriker
Studium in Berlin
im Gefolge Horst Mahlers RAF-Mitglied der "ersten Stunde"
Juni bis August 1970 paramilitärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten
Beteiligung an einem Banküberfall
Festnahme Februar 1971
Juni 1974 Verurteilung zu neun Jahren Haft (u. a. wegen räuberischer Erpressung).

Peter-Jürgen Boock
13. März 1998 Freilassung nach 17 Jahren Gefängnis („Entlassung von Peter-Jürgen Boock
Nach 17 Jahren, einem Monat und 19 Tagen ist Peter-Jürgen Boock am 13. März 1998 aus der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg-Bergedorf entlassen worden.
Die Entlassung auf Bewährung beruht auf einem Beschluß des 2. Strafsenates des Oberlandesgerichtes Stuttgart vom 7. März 1995. Der u.a. im Zusammenhang mit den Morden an Jürgen Ponto und Hanns-Martin Schleyer bekannt gewordene Entlassene war wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, wegen Raubes mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Mord sowie wegen schweren Raubes zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden.
Für Rückfragen zum Beschluß des OLG Stuttgart:
Pressestelle des Oberlandesgerichts Stuttgart, Herr Dr. Würthwein, Tel. 0711- 212 – 3037“)
geb. am 3. September 1951 in Garding/Nordfriesland
Vater Berufssoldat, Gastwirt, später Postbeamter
Mutter ebenfalls Tätigkeit im Postdienst
1968 nach Realschulabschluß Beginn einer Maschinenschlosserlehre - Abbruch nach wenigen Wochen
Juni 1968 Einzug in eine Kommune in den Niederlanden
Herbst 1968 Festnahme wegen Rauschgiftbesitz
Selbstmordversuch
1969 Aufenthalt in Erziehungsheimen in Glückstadt und Rengshausen
unter dem Einfluß von Studenten eines pädagogischen Seminars (u.a. Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Astrid und Thorwald Proll)
Umzug in Wohngemeinschaften nach Frankfurt
Drogenkonsum
1972 nach einer Drogentherapie Einzug in eine Wohngemeinschaft von RAF-Sympathisanten
1973 Heirat mit Waltraud Liewald
spätestens seit 1976 im terroristischen Untergrund
militärische Ausbildung in Palästinensercamp im Süd-Jemen
30. Juli 1977 Fluchtwagenfahrer bei der Ponto Ermordung
25. August 1977 Beteiligung an der gescheiterten Beschießung der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe
5. September - 19. Oktober 1977 Beteiligung an der Schleyer Entführung
Februar 1980 Trennung von der RAF
Januar 1981 Festnahme in Hamburg
Mai 1984 und November 1986 Verurteilung (u.a. wegen Beteiligung an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto und der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer) zu einer mehrfach lebenslänglichen Freiheitsstrafe
schriftstellerische Tätigkeit (u. a. »Abgang« (1988) und »Mit dem Rücken zur Wand« (1994))
Juni 1991 erneut Anklage des Generalbundesanwalts aufgrund der Aussage in der Ex-DDR verhafteter Terroristen
im Mai 1992 gesteht Boock öffentlich, bislang das Ausmaß seiner Tatbeteiligung bei der Schleyer-Entführung verschwiegen zu haben.
13. März 1998 Freilassung nach 17 Jahren Gefängnis
(„Hier die offizielle Pressemitteilung:
Entlassung von Peter-Jürgen Boock
Nach 17 Jahren, einem Monat und 19 Tagen ist Peter-Jürgen Boock am 13. März 1998 aus der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg-Bergedorf entlassen worden.
Die Entlassung auf Bewährung beruht auf einem Beschluß des 2. Strafsenates des Oberlandesgerichtes Stuttgart vom 7. März 1995. Der u.a. im Zusammenhang mit den Morden an Jürgen Ponto und Hanns-Martin Schleyer bekannt gewordene Entlassene war wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, wegen Raubes mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Mord sowie wegen schweren Raubes zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden.
Für Rückfragen zum Beschluß des OLG Stuttgart:
Pressestelle des Oberlandesgerichts Stuttgart, Herr Dr. Würthwein, Tel. 0711- 212 - 3037“)

Sabine Callsen
16.05.2003 - Karlsruhe (Reuters) - Das mutmaßliche Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF), Sabine Callsen, hat sich am Freitag (16.05.2003) auf dem Frankfurter Flughafen den deutschen Behörden gestellt.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte, mit dem Verteidiger Callsens sei bereits im Vorfeld vereinbart worden, dass die 42-Jährige ihr Versteck im Nahen Osten aufgibt, wo sie fast 20 Jahre lang gelebt habe. Callsen werde vorgeworfen, sich im Jahr 1985 an einem Sprengstoffanschlag auf Hamburger Firmen beteiligt zu haben, die mit dem Bau von NATO-Kriegsschiffen befasst waren. Bei der Attacke sei lediglich Sachschaden entstanden.
Wie die Behörde weiter mitteilte, sei Callsen bereits am Freitag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe vorgeführt worden. Dieser habe nach einer ausführlichen Vernehmung den Haftbefehl aus dem Jahre 1985 unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Callsen habe bei ihrer Einreise ihre zwei Kinder mitgebracht, die beide im Nahen Osten geboren worden seien.

Sigur Debus
starb am 16.04.1981 in Folge eines Hungerstreikes.

Karl-Heinz Dellwo
1977 zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt, im Mai 1995 nach 20 Jahren Gefängnis auf Bewährung entlassen
geb. 1952
wechselnde Beschäftigungen (u.a. als Müllfahrer, Seemann, Aushilfsfahrer, Briefträger)
April/Mai 1973 Beteiligung an einer Hausbesetzung in der Hamburger Ekhofstraße
Mitglied des "Komitees gegen die Isolationsfolter" in Hamburg
Beteiligung am Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm (April 1975) - Festnahme
Juli 1977 zu einer zweimal lebenslänglichen Freiheitsstrafe (u.a. wegen zweifachen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Geiselnahme) verurteilt
1996 aus der Haft entlassen

Elisabeth von Dyck
Mai 1979 erschossen

Gudrun Ensslin:
geb. 15. August 1940 in Bartholomä (Schwäbische Alb)
Vater evangelischer Pfarrer
März 1960 Abitur an einem katholischen Gymnasium
1960-1963 Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik in Tübingen.
Anfang 1964 erste Staatsprüfung für Volksschullehrer an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd
1964 Umzug nach Berlin - Studium an der FU (Germanistik, Anglistik)
Mai 1967 Geburt des Sohnes Felix Robert - Vater ist ihr Verlobter Bernward Vesper
1968 Ensslin zieht mit Andreas Baader nach Frankfurt/Main und läßt ihren Sohn beim Vater zurück
1968 Teilnahme an Kaufhausbrandstiftung - verurteilt zu 3 Jahren Haft
1969 Flucht nach Revisionsantrag
Juni bis August 1970 militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten
1970-72 Beteiligung an Banküberfällen und Bombenanschlägen
7. Juni 1972 Verhaftung in Hamburg
28. April 1977 Verurteilung zu lebenslanger Haft
18. Oktober 1977 Tod in Stammheim

Ralf Baptist Friedrich
geboren am 30. November 1946
1967 Abitur
30. Oktober 1974 Teilnahme an der Besetzung des Hamburger Amnesty International Büros
Mitarbeit im Büro des RAF-Anwalts Croissant
Seit November 1977 Mitglied der RAF
1980 Ausstieg in der DDR
15. Juni 1990 Festnahme in Schwedt/Oder

Knut Folkerts
1980 zu lebenslänglich verurteilt,
im Oktober 1995 auf Bewährung entlassen

BURKHARD GARWEG (heute ca. 38).
Gejagt wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“.
Anfang 2007 noch immer auf der Flucht

Wolfgang Grams
geboren am 6. März 1953 in Wiesbaden
Abitur
abgebrochenes Mathematikstudium
Teilnahme an der Besetzung der amnesty international Zentrale in Hamburg
1984 Gang in den Untergrund
27. Juni 1993 Grams wird von Beamten der GSG9 erschossen

Eva Sybille Haule-Frimpong
1954 geboren in Stuttgart
Abitur in Stuttgart
Malerin
seit den 80er Jahren Mitglied der RAF
1984 im „Kommando Jan-Carl Raspe“ Bombenanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau
1985 Beteiligung an der Erschießung des MTU-Vorstandschef Zimmermann
Am 2. August 1986 in Rüsselsheim festgenommen
28. Juni 1988 zu 15 Jahren Haft verurteilt
1994 erneut zu lebenslänglich verurteilt wegen dreifachen Mordes und 23-fachen versuchten Mordes
mögliche Haft-Adresse:
Eva Haule
Neuwedeller Straße 4
12053 Berlin

Monika Helbing
geboren am 18. November 1953
1974 Teilnahme an der Besetzung des Amnesty International Büros in Hamburg
Engagiert in der Frauenbewegung
1975 Abbruch ihres Pädagogikstudiums - Ausbildung zur Krankenschwester
seit 1977 in der RAF

Rolf Heißler
1979 bei der Verhaftung schwer verletzt, 1982 zu lebenslänglich verurteilt, im Oktober 2001 Freilassung auf Bewährung
geboren 3. juni 1948
ab 1958 Gymnasium in Hildesheim
1968 Abitur
Freiwillige Verpflichtung zu zweijährigem Wehrdienst
April 1967 Ausscheiden aus der Bundeswehr wegen gesundheitlicher Probleme
Studium an der philosophischen Fakultät der Uni München
1968 - 1970 Beziehung mit Brigitte Mohnhaupt
Mitglied der Tupamaros München
13. April 1971 Teilnahme an einem Banküberfall
1972 Verurteilung zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe
Freilassung aufgrund der Lorenz-Entführung
Oktober 1976 heimliche Rückkehr in die BRD
November 1979 erneut verhaftet und durch Kopfschuss schwer verletzt
1982 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er im November 1978 zwei Polizeibeamten erschossen und zwei weitere schwer verletzt haben soll
26. Oktober 2001 Freilassung auf Bewährung

Sieglinde Hofmann
1980 verhaftet und zu 15 Jahren, 1995 noch einmal zu lebenslangem Gefängnis verurteilt, 1999 dann jedoch auf Bewährung entlassen
geboren am 14. März 1945
Besuch einer katholischen Mädchenschule
August 1967 Beginn einer Lehre als Arzthelferin
1965 Fachhochschulausbildung zur Sozialarbeiterin in Heidelberg
1970 Sozialarbeiterin im Bereich Drogenberatung im Geschäftsbereich der Erzdiözese Freiburg
Mitarbeit im Umfeld des SPK
1976 Gang in die Illegalität

Birgit Hogefeld:
8. August 1985 Sprengstoffanschlag auf US-Air-Base in Frankfurt. RAF-Terroristen locken den US-Soldaten Edward Pimental († 20) aus einer Disco, erschießen ihn im Wald.
1993 Bad Kleinen
1996 zu lebenslanger Haft verurteilt
mögliche Haft-Adresse:
Birgit Hogefeld
Obere Kreuzäckerstr. 4
60435 Frankfurt

Werner Hoppe
geb. Februar 1949
Früheres Mitglied des "Lumpenproletariats" und ehemaliger Drogenabhängiger
Kam zwischen 1970 und 1971 zur RAF
Verhaftet am 15. Juli 1971

Klaus Jünschke
geb. 6.9.1947 in Mannheim
Vater Bundesbahnbeamter
Studium der Psychologie in Heidelberg
seit 1970 Mitglied des Sozialistischen Patienten-Kollektivs
Herbst 1972 Anschluß an die RAF
Juli 1972 Festnahme
Juni 1977 Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe
in der Haft sozialwissenschaftliches Fernstudium erfolgreich abgeschlossen
1988 begnadigt und aus der Haft entlassen

Christian Klar:
Geburtsort : Freiburg
Eltern : Lehrer
Wohnort : Gefängnis in Bruchsal (Baden-Württemberg)
geb. 20. Mai 1952 in Freiburg
Mutter Gymnasiumlehrerin, Vater Vizepräsident des Landesschulamts
1972 Abitur
Studium der Geschichte und Philosophie in Heidelberg
Gemeinsame Wohngemeinschaft mit Adelheid Schulz und Günter Sonnenberg, später auch Knut Folkerts
30. Oktober 1974 beteiligt an der Besetzung des Amnesty International Büro in Hamburg
Ende 1976 Anschluss an die RAF - Gang in den Untergrund
16. November 1982 in Friedrichsruh nahe Hamburg verhaftet
1985 im selben Prozeß wie Brigitte Mohnhaupt wegen aller Aktionen des Jahres 1977 und wegen des Angriffs auf Kroesen zu 5mal lebenslänglich und 15 Jahren verurteilt
1992 in einem weiteren Prozeß zu einem weiteren mal lebenslänglich verurteilt
Das OLG Stuttgart legte 1997 eine Mindesthaft von 26 Jahren fest
mögliche Haft-Adresse:
Christian Klar
Schönbornstr. 32
76646 Bruchsal

DANIELA KLETTE (heute 48) soll an dem Schusswaffenanschlag auf die US-Botschaft im Bonner Stadtteil Bad Godesberg am 13. Februar 1991 beteiligt gewesen sein, bei dem Sachschaden entstand. Nach ihr wird ebenfalls wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gefahndet.
Überfiel 1999 in Duisburg einen Geldtransporter. Beute: 1 Mio. Mark.
Anfang 2007 noch immer auf der Flucht

FRIEDERIKE KRABBE soll 1977 an der Entführung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer beteiligt gewesen sein. Gegen sie besteht Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Auf der BKA-Homepage taucht Krabbe nicht in der Fahndung auf (Anfang 2007).

Werner Lotze
geboren am 22. Februar 1952
Besuch des Gymnasiums in Mülheim an der Ruhr
Beteiligung an einem Brandanschlag auf einen RAF-Pflichtverteidiger
25. Februar und 20. April 1977 Besuch der Stammheimgefangenen Baader, Ensslin und Raspe
Seit August 1978 Mitglied der RAF
Festnahme in der DDR im Frühjahr 1990
Lotze wurde im Juli 1990 auf eigenen Wunsch der BRD überstellt. Er war der erste aus der RAF, der bereit war, umfassend auszusagen und fiel somit unter die "Kronzeugenregelung bei terroristischen Straftaten" vom 9.6.1989. Dem entsprechend fiel sein Urteil milder aus (11 Jahre anstatt lebenslänglich). Obwohl die RAF die Kronzeugenregelung als "Aufforderung zum Verrat" bezeichnete (man muss in Bezug auf andere Personen und andere Straftaten zur Aufklärung beitragen) folgten einige Gruppenmitglieder dem Beispiel Lotzes.

Horst Mahler
geb. am 23.Januar 1936 in Haynau/Schlesien
Vater Zahnarzt
Februar 1945 Flucht vor der Roten Armee nach Naumburg/Saale
zeitweilig Übersiedlung nach Dessau, später (Tod des Vaters) nach West-Berlin
Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin
1960 Ausschluß aus der SPD infolge des Unvereinbarkeitsbeschlusses im Hinblick auf die Mitgliedschaft in SPD und SDS
1964 Gründung einer Anwaltskanzlei in Berlin - Schwerpunkt: Wirtschaftsrecht
erfolgreiche Tätigkeit als Verteidiger und Rechtsberater von Wirtschaftsunternehmen
1967 Mitgründer des "Republikanischen Clubs" in Berlin - bald eines der Zentren der APO
1968 Gründung eines "sozialistischen Anwaltskollektivs"
Verteidigung linker Studenten vor Gericht (u. a. Beate Klarsfeld, die Kommunarden Fritz Teufel und Rainer Langhans, den Kaufhausbrandstifter Andreas Baader)
wegen APO-Aktivitäten standesrechtliche Verfahren gegen Mahler
März und Juni 1970 Verurteilung wegen der Teilnahme an der mit Gewalttätigkeiten verbundenen Demonstration gegen den Springer-Verlag nach dem Attentat auf Rudi Dutschke (Ostern 1968)
Vorbereitung illegaler politischer Aktionen
im Hintergrund Mitwirkung bei der Baaderbefreiung im Mai 1970
Juni bis August 1970 militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten
Rückkehr nach Deutschland - Aufbau einer terroristischen Untergrundorganisation
Beteiligung an einem Banküberfall
am 8. Oktober 1970 in Berlin-Charlottenburg verhaftet
1973 wegen Bankraubs und Gefangenenbefreiung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt
Juni 1974 Ausschluß aus der RAF wegen theoretischer Divergenzen
1980 vorzeitig aus der Haft entlassen
nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom November 1987 erneut Tätigkeit als Rechtsanwalt.

Silke Maier-Witt
geboren am 21. Januar 1950 in Nagold
seit 1960 besuch eines Mädchen Gymnasiums in Hamburg
1966/77 als Austauschschülerin in den USA
1969 Studium der Medizin und Psychologie in Hamburg
Mitglied der Roten Hilfe
seit 1977 in der RAF

Ulrike Marie Meinhof
Festnahme Juni 1972, Mai 1976 Selbstmord in Stammheim
geb. 7. Oktober 1934 in Oldenburg
Vater (Direktor des Stadtmuseums in Jena) stirbt 1939
Mutter Ingeborg stirbt 1948 an Krebs
wächst unter Vormundschaft der Historikerin Prof. Renate Riemeck auf
1955/56 Studium der Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik in Marburg
1957 Umzug nach Münster, Meinhof wird Sprecherin des "Anti-Atomtod-Ausschuss" des SDS
1959-1969 Mitarbeiterin der linken Zeitschrift "konkret"
von 1962-1964 Chefredakteurin bei "konkret"
1961-1968 Ehe mit Klaus-Rainer Röhl
1962 Kopf-OP mit Gehirnschädigung (Emotionszentrum)
21. September 1962 Geburt ihrer Töchter Bettina und Regine
1969/70 Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik der Freien Universität Berlin
14. Mai 1970 Planung und Teilnahme an der Baader Befreiung
Juni bis August 1970 militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten
1970-72 Beteiligung an Banküberfällen und Bombenanschlägen
15. Juni 1972 Festnahme
29. November 1974 Verurteilung zu acht Jahren Freiheitsstrafe
9. Mai 1976 Tod in Stammheim

Holger Meins:
Festnahme Juni 1972, November 1974 Hungertod im Gefängnis
geb. am 26. Oktober 1941, 09:00 Uhr in Hamburg-Eimsbüttel
Vater: Wilhelm Julius Meins, geboren 1907, gestorben 1986, Kaufmann und Feinmechaniker
Mutter: Paula Elsa Meins geb. Will, geboren 1909, gestorben 1966
zwei Geschwister (Bruder und Schwester).
01.04.1948 bis 31.03.1954 Volksschule
01.04.1954 bis 31.03.1958 Realschule
August 1957: Teilnahme am Jubilee Jamboree: INDABA MOOT, Sutton Coldfield Park, England, internationales Pfadfindertreffen.
15.06.1961: Musterung zur Bundeswehr, Tauglichkeitsgrad 3, Kreiswehrersatzamt Hamburg-Altona.
26.10.1961: Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer.
17.01.1962: Abitur am Gymnasium für Jungen St. Georg, Hamburg.
Ab April 1962: Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg-Lerchenfeld.
15.04.1962 bis 14.04.1963: Zeichnen bei Prof. Garve,
15.04.1963 bis 14.04.1964: Malerei bei Prof. Thiemann,
15.04. bis 14.10.1964: Fotografie bei Prof. Troeger,
15.04.1965 bis Sommer 1966: Film bei Prof. Ramsbott.
15.02. bis 15.04.1964: Bühnenbildassistent am "Theater im Zimmer", Hamburg.
15.06. bis 30.08.1964: Volontariat im Kopierwerk RIVA Film- und Fernsehstudios, Unterföringen bei München.
1.09.1964 bis 28.02.1966: parallel zum Studium in Hamburg Kameraassistenz bei ARPA-FILM Bruno Zöckler, München.
17.09.1966: Studienanfang an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb).
Dezember: Teilnahme an der SDS Anti-Vietnam-Demonstration in Berlin.
2.06.1967: Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien.
Sommer 1967: Filmwochenende in Frankfurt, Veranstalter Lui Tratter.
Herbst 1967: Arbeit im Ermittlungsausschuß über die Polizeiaktionen am 2. Juni in Berlin.
Ende Dezember 1967: Teilnahme am Experimentalfilmfestival in Knokke, Belgien.
1.02.1968: Springertribunal, Film "Herstellung eines Molotow-Cocktails".
Mai 1968: Besetzung der dffb als Protestaktion gegen die Verabschiedung der Notstandsgesetze, Hausverbot am 30.05.1968, Rücknahme am 10.06.1968.
Juni 1968: Reise nach Italien, Filmfestival in Pesaro, Venedig und Turin.
5.09.1968: Aktion gegen die Vorführung des Films "Die grünen Teufel", Frankfurt.
12. bis 19.09.1968: SDS-Delegiertenkonferenz in Frankfurt.
4.11.1968: Demonstration am Tegeler Weg, Berlin.
27.11.1968: Ausschluss vom Studium an der dffb (mit siebzehn weiteren Studenten) wegen der Besetzung des Rektorates (Hausfriedensbruch und Nötigung).
Februar 1969: Aktiver Streik, Universität Frankfurt am Main.
Frühjahr 1969: Schülerfilmprojekt mit Günter Peter Straschek in Frankfurt (Zielgruppenfilm).
September 1969: Einzug in die Kommune 1, Berlin.
Oktober 1969: Folkfestival in Essen.
Herbst 1969: Dreharbeiten in den Farbwerken Hoechst in Frankfurt mit Thomas Mitscherlich, Enzio Edschmid, Hans Beringer.
11.11.1969: Aufhebung der Ausschlussentscheidung durch das Landgericht Berlin, Forderung der Wiederzulassung der Studenten zum Studium an der dffb.
1970 Mitarbeit an der Zeitschrift È883Ç,
1.05.1970: Plakat "Freiheit für alle Gefangenen".
14.08.1970: Verhaftung wegen angeblichen Sprengstoffanschlags auf einen Polizeifunkwagen, U-Haftanstalt Berlin Moabit,
14.09.1970: Haftentlassung.
Ende September 1970: Plakat "Reisst die Mauern ein".
Ab Oktober 1970: Mitglied der RAF, Deckname "Rolf", gefälschter Ausweis: Günter Jahn, geb. 5. Mai 1946 in Hagen/Westfalen, wohnhaft Bremen, Pappelstr. 98 (Kameramann).
1.06.1972 Verhaftung in Frankfurt am Main.
1. bis 26.06.1972: U-Haft JVA Bochum,
27.06.1972 bis 22.03.1973: U-Haft JVA Koblenz,
23.03.1973 bis 9.11.1974: U-Haft JVA Wittlich.
17. Januar bis 20. Februar 1973: 1. Hungerstreik.
8. Mai bis 29. Juni 1973: 2. Hungerstreik, künstliche Ernährung ab dem 23. Mai.
Ab 13. September 1974: 3. Hungerstreik, ab dem 30. September künstliche Ernährung,
1. November 1974: letzter Brief an Manfred Grashof.
9. November 1974, 17.05 Uhr, JVA Wittlich: Tod, amtliche Ursache: Herzstillstand, Tod durch Verhungern - hochgradige Auszehrung.
18. November 1974: Beerdigung auf dem Friedhof Hamburg-Stellingen, Trauerrede Pastor Bahnsen, Rudi Dutschke: "Holger, der Kampf geht weiter".
Größe 186 cm, Augen blau-grau, Kopfweite 56, Kragenweite 37, Schuhgröße 42

Irmgard Möller
1979 zu lebenslanger Haft verurteilt, im Dezember 1994 nach 22 Jahren im Gefängnis auf Bewährung entlassen
geb. 13.5.1947
Vater Oberstudienrat
abgebrochenes Studium der Germanistik
seit 1971 RAF-Mitglied
Juli 1972 Festnahme
nach erstmaliger Verurteilung 1976 (u.a. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung) im Mai 1979 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt (u.a. wegen dreifachen Mordes).

Brigitte Margret Ida Mohnhaupt:
1949, 24.06. Brigitte Mohnhaupt in Rheinberg geboren, Vater: Kaufmann
1960 Scheidung der Eltern, Brigitte bleibt bei der Mutter
1967 Abitur in Bruchsal und Immatrikulation an der Philosophischen Fakultät der Universität München
1968 Heirat mit Rolf Heißler, Kommilitone von Brigitte
1971 als Philosophie-Studentin geht die Bürgerstochter in den terroristischen Untergrund
Maßgeblich beteiligt an Aufbau der RAF Logistik, Waffenbeschaffung usw.
09.06.1972 Verhaftung in Berlin. Verurteilt zu 4 Jahren und 8 Monaten
Im Stuttgarter Gefängnis: Kontakt zu den RAF-Gründern Baader, Ensslin. Mit Mohnhaupt (wird am 8. Februar entlassen) beschließen sie die „Offensive 77“.
08.02.1976 Freilassung – Erneuter Gang in den Untergrund.
1976 Mohnhaupt übernimmt die Führung der „2. RAF-Generation“
07.04.1977 Beteiligung an der Ermordung Bubacks und seiner Begleiter Göbel und Wurster
30.07.1977 Ermordung Pontos. Mohnhaupt schoss 5 mal auf Ponto, als die Entführung nicht gelang
05.09.1977 Beteiligung an der Ermordung von Schleyers Begleiter Marcisz, Brändle, Ulmer und Pieler
25.08.1977 wegen versuchten Ermordung von mindestens 5 Staatsanwälten der Bundesanwaltschaft
11. Mai 1978 Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann und Rolf Clemens Wagner werden in Jugoslawien festgenommen. Im November dürfen sie in ein Land ihrer Wahl ausreisen
15.09.1981 Beteiligung an der versuchten Ermordung von General Kroesen, seiner Ehefrau und 2 Begleitern
11.11.1982 Verhaftung bei Frankfurt
02.04.1985 Brigitte Mohnhaupt wird zu fünfmal lebenslänglich plus 15 Jahren Haft verurteilt. Durch Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 16. Juli 1986 wurde im Revisionsverfahren hieraus eine lebenslange Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe gebildet. Durch Beschluss vom 15. März 2006 hat der 5. Strafsenat angesichts der besonderen Schwere der Schuld die Mindestverbüßungsdauer für die Verurteilte auf 24 Jahre festgesetzt.
März 2006 OLG Baden-Württemberg lehnt vorzeitige Freilassung ab.
12.02.2007 Das OLG Baden-Württemberg in Stuttgart entscheidet, dass Brigitte Mohnhaupt nach Verbüßung ihrer Mindesthaftdauer am 27.03.2007 aus dem Frauengefängnis Aichach bei Augsburg auf Bewährung entlassen werden kann.
Haft-Adresse:
Brigitte Mohnhaupt
Münchenerstr. 33
86551 Aichach

Gerhard Müller
geb. 1948 in Sachsen
1955 Übersiedlung nach Westdeutschland
Abbruch einer Lehre als Fernmeldemechaniker
wegen diverser kleinerer Delikte zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt
Mitglied in einer sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingsgruppe
später Mitglied im SPK
seit 1971 Mitglied in der RAF
15. Juni 1972 Festnahme in Hannover
1974 trat Müller als Kronzeuge im Stammheim-Prozess auf
Die Anklage wegen Polizistenmord am 22. Oktober 1971 wurde fallengelassen
Am 16. März 1975 Verurteilung zu 10 Jahren Haft verurteilt

Helmut Pohl
seit 1984 in Haft, 1986 zu lebenslänglich verurteilt. Im Mai 1998 von Bundespräsident Roman Herzog begnadigt

Astrid Proll
geb. 29. Mai 1947
Jüngere Schwester von Thorwald Proll
tauchte zusammen mit den Kaufhausbrandstiftern von 1968 unter, war aber selbst nicht beteiligt
Wird am 6. Mai 1971 festgenommen wenig später jedoch wegen lebensgefährlicher Kreislaufstörungen vorerst entlassen und entzieht sich der weiteren Haft durch Flucht nach London.
15. September 1978 Festnahme in London und Auslieferung nach Deutschland
Verurteilt zu 5 Jahren und 6 Monaten Haft
später rehabilitiert als ihre Unschuld bewiesen wurde
Herausgeberin des Buches »Hans und Grete. Die RAF 67-1977«

Thorwald Proll
geb. 1941
Freund von Andreas Baader
einer der Kaufhausbrandstifter von 1968
Tauchte erst mit den anderen Brandstiftern unter, wurde dann aber später von diesen in der Schweiz verstoßen und stellte sich der Polizei

Jan-Carl Raspe
geb. 24. Juli 1944 in Berlin (Ost)
13. August 1961 bleibt nach dem Mauerbau bei Onkel und Tante in Westberlin
1967 Mitbegründer der Kommune II
Studium der Soziologie
Mitglied im SDS
Ab 1970 an Aktionen der RAF beteiligt
1. Juni 1972 Festnahme zusammen mit Andreas Baader
18. Oktober 1977 Tod in Stammheim (man findet ihn auf seinem Bett sitzend, blutend aus Mund, Ohren und Nase. Er erschoss sich mit einer 9-Millimeter-Pistole vom Typ Heckler und Koch in die rechte Schläfe. Er stirbt noch auf dem Weg in den Operationssaal des Katharinenhospitals.)

Bernd Rössner
1994 nach 19 Jahren in Haft von Bundespräsident Richard von Weizsäcker begnadigt.

Carmen Roll
wurde 1976 nach Verbüßung ihrer Haft entlassen. Sie ging nach Italien, um dort als Krankenschwester zu arbeiten.

Margrit Schiller
1948 in Bonn geboren
Studium der Psychologie in Bonn und Heidelberg
Mitglied im Sozialistischen Patienten Kollektiv
Seit Anfang der 70er Mitglied der RAF
1971 verhaftet
1973 nach Freilassung erneuter Gang in den Untergrund
1974 erneut verhaftet
1979 Entlassung aus der Haft
1985 Gang ins Exil nach Kuba
lebt seit 1993 in Uruguay

Ingrid Schubert
geb. November 1944
Half bei der Baader-Befreiung 1970 dafür verurteilt zu 13 Jahren Haft
Selbstmord am 13. November 1977 in der JVA München Stadelheim

Adelheid Schulz
1982 verhaftet
im Oktober 1998 vorläufig aus dem Gefängnis entlassen
im Februar 2002 von Bundespräsident Johannes Rau begnadigt

Günter Sonnenberg
1977 durch einen Kopfschuss durch das BKA schwer verletzt- studiert ebenfalls in Frankfurt.

ERNST-VOLKER STAUB (heute 52) wurde bereits 1984 mit RAF-Mitgliedern in einer konspirativen Wohnung in Frankfurt am Main festgenommen und deswegen verurteilt. Nach seiner Freilassung wandte er sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden später erneut der RAF zu und wird deswegen gesucht.
War mit Klette am Duisburger Raubüberfall beteiligt. Speichelreste an Sturmmasken überführten beide.
Anfang 2007 noch immer auf der Flucht

Sigrid Sternebeck
geboren am 19. Juni 1949 in Bad Pyrmont
1968 Geburt ihrer Tochter - Abbruch des Gymnasiums mit Mittlerer Reife
1971 Abschluss einer Lehre als Fotografin
Umzug nach Hamburg
Engagement in der Roten Hilfe
1972 Beteiligung an einer Hausbesetzung, wo sie sie u.a. Susanne Albrecht, Karl-Heinz Dellwo, Silke Maier-Witt, Monika Helbing und Bernd Rößner kennen lernt
1972 verlässt sie Ihren damaligen Freund und ihre Tochter
Ende 1973 gemeinsame WG mit Susanne Albrecht und Silke Maier-Witt
seit 1977 Mitglied der RAF
1980 Übersiedlung in die DDR
Heirat mit Ralf Baptist Friedrich
1990 in Schwedt verhaftet
1992 zu achteinhalb Jahren Haft wegen der Beteiligung am gescheiterten Anschlag auf Haig und an der Ermordung Schleyers verurteilt

Willy Peter Stoll:
im September 1978 von der Polizei erschossen

Lutz Taufer
geb. 1944
seit 1970 Mitglied des SPK in Heidelberg
1971 Anschluß an die RAF
April 1975 Teilnahme an dem Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm - Festnahme
Juli 1977 zu einer zweimal lebenslänglichen Freiheitsstrafe (u. a. wegen zweifachen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Geiselnahme) verurteilt
1996 aus der haft entlassen
lebt seit ca. 1999 bei seiner Schwester in Brasilien

Inge Viett
1990 in der DDR verhaftet, 1992 Verurteilung zu 13 Jahren Haft, Entlassung aus dem Gefängnis im Januar 1997
geboren am 12. Januar 1944 in der Nähe Hamburgs
1946 der Mutter wurde das Sorgerecht entzogen
Heimaufenthalt
1950 Aufnahme bei Pflegeeltern
1960-61 Besuch einer Schule für Kinderpflegerinnen in Schleswig
1962 Beginn einer Sportleherausbildung an der Fachhochschule für Gymnastik in Kiel
1965 Abbruch der Ausbildung
1966 Arbeit als Stripteasetänzerin in Hamburg St. Pauli
1968 Gang nach Berlin
Mitglied in der Schwarzen und Roten Hilfe
Seit 1972 Mitglied der Bewegung 2. Juni
7. Mai 1972 Festnahme
23. Juli 1973 Flucht aus der Haft
9. September 1975 erneute Festnahme
6. Juli 1976 wieder Flucht aus der Haft
1980 mit der Auflösung der Bewegung 2. Juni Gang in die RAF
12. Juni 1990 Verhaftung in der DDR (Magdeburg)
1992 Verurteilung wegen versuchter Tötung des Polizisten Violot in Paris zu 13 Jahren Haft
Entlassung aus der Haft im Januar 1997

Christoph Michael Wackernagel
geboren am 27.08.1951 in Ulm, Kind des Künstlerehepaars Peter (* 1907; † 1958), Intendant am Ulmer Theater, und Erika Wackernagel (* 1925; † 1995), Schauspielerin
Sommer 1977 untergetaucht
10.11.1977 Verhaftung in Amsterdam – gemeinsam mit Gert Schneider
15.10.1980 vor dem OLG Düsseldorf wegen Mordversuchs und Mitgliedschaft in der RAF zu 15 Jahren Haft verurteilt
1987 auf Bewährung aus der Haft entlassen
heute lebt der Schauspieler und Schriftsteller in Bochum

Rolf Clemens Wagner
im Dezember 2003 nach 24 Jahren Gefängnis von Bundespräsident Rau begnadigt, bis dato der am längsten einsitzende RAF-Häftling, soll Schleyer erschossen haben.

Stefan Wisniewski
1978 verhaftet, 1981 zu lebenslänglich verurteilt, 1999 aus dem Gefängnis entlassen
geboren am 8. April 1953 in der Nähe von Freudenstadt
August 1968 Lehre als Elektroinstallateur
Abruch der Lehre und Arbeit als Maschinist zur See
1969/70 kurzzeitige Unterbringung im Heim wegen "Erziehungschwierigkeiten"
Teilnahme an der Besetzung des Amnesty International Büros in Hamburg 1974
1975 Gang in den Untergrund
2003 aus der Haft entlassen
Kommandogruppen:
Kommandoname Ziele Datum
15. Juli US-Hauptquartier Heidelberg 24. Mai 1972
2. Juni Springer Verlag Hamburg 19. Mai 1972
Andreas Baader Nato-Oberbefehlshaber Alexander Haig 25. Juni 1979
George Jackson Edward Pimental, Rhein-Main-Airbase 8. August 1985
Gudrun Ensslin Nato-General Frederik Kroesen 15. September 1981
Holger Meins Deutsche Botschaft in Stockholm 24. April 1975
Ingrid Schubert Gerold von Braunmühl 10. Oktober 1986
Jan Raspe Nato-Schule 18. Dezember 1984
José Manuel Sevillano Hans Neusel 27. Juli 1990
Katharina Hammerschmidt JVA Weiterstadt 27. März 1993
Khaled Aker Hans Tietmeyer 20. September 1988
Manfred Grashof Bundesrichter Wolfgang Buddenberg 15. Mai 1972
Mara Cagol Karl-Heinz-Beckurts 9. Juli 1986
Matyr Halimek Kofre
Kaddum Lufthansa Maschine Landshut 13. Oktober 1977
Patsy O'Hara Ernst Zimmermann 1. Februar 1985
Petra Schelm US-Hauptquartier Frankfurt 11. Mai 1972
Siegfried Hausner Hanns-Martin Schleyer 5. September 1977
Sigurd Debus US-Luftwaffenhauptquartier Ramstein 31. August 1981
Susanne Albrecht Jürgen Ponto 30. Juli 1977
Thomas Weisbecker LKA München 12. Mai 1972
Ulrich Wessel Detlev Karsten Rohwedder 1. April 1991
Ulrike Meinhof Siegfried Buback 7. April 1977
Vincenzo Spano US-Botschaft Bonn 13. Februar 1991
Wolfgang Beer Alfred Herrhausen 30. November 1989


RAF-Erklärungen
Der Name "Die neue Straßenverkehrsordnung" wurde von Horst Mahler, der für den Text verantwortlich ist, gewählt, um die Veröffenltichung zu gewährleisten. Er schrieb ihn in der Haft und konnte so den Text in die Öffentlichkeit schleusen. Ich habe gelesen, dass ein zuständiger Beamter, der offensichtlich nur den Titel gelesen hat, sogar erfreut war, dass sich der Terrorist von dem revolutionären Gedankengut getrennt hätte und konstruktive Vorschläge für die gesellschaftliche Weiterentwicklung macht. Die vier wesentlichen Grundsatzpapiere der Gruppe erschienen ab 1971 in relativ kurzer zeitlicher Folge und können einzelnen Verfassern zugeordnet werden. Das Konzept Stadtguerilla vom April 71 wurde von Ulrike Meinhof verfasst, wenig später erschien Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa von Horst Mahler. Die beiden folgenden Papiere wurden wieder von U. Meinhof geschrieben. So erscheint im April 72 "Stadtguerilla und Klassenkampf" und im November "Die Aktion des Schwarzen September - Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes". Das Papier, das von H. Mahler verfasst wurde, ist seit dessen Ausschluss aus der RAF von dieser auch nicht mehr anerkannt worden. Gleichwohl bietet gerade diese Schrift gute Einblicke für die Erarbeitung der ideologischen Grundsätze der Gruppe.

Hungerstreiks der RAF
Streik von bis
1. 17. Januar 1973 12. Februar 1973
2. 8. Mai 1973 29. Juni 1973
3. 27. August 1974 2. Februar 1975
4. 29. März 1977 30. April 1977
5. 9. August 1977 2. September 1977
6. 10. März 1978 20. April 1978
7. 20. April 1979 26. Juni 1979
8. 2. Februar 1981 16. April 1981
9. 4. Dezember 1984 5. Februar 1985
10. 1. Februar 1989 14. Mai 1989







Tote Terroristen
Petra Schelm
Georg von Rauch
Thomas Weißbecker
Holger Meins
Katharina Hammerschmidt
Ulrich Wessel
Siegfried Hausner
Werner Sauber
Brigitte Kuhlmann
Wilfried Böse
Ulrike Meinhof
Jan-Carl Raspe
Gudrun Ensslin
Andreas Baader
Ingrid Schubert
Willi-Peter Stoll
Michael Knoll
Elisabeth van Dyck
Juliane Plambeck
Wolfgang Beer
Sigurd Debus
Johannes Timme
Jürgen Peemöller
Ina Siepmann
Gerd Albartus
Wolfgang Grams

Die Chronik habe ich mit freundlicher Genehmigung von Herrn Andreas Gohr übernommen und weiter bearbeitet.