Entstehung

Im Jahr 1984 wurde der Verein "An der Synagoge e.V." unter Beteiligung der Kirchen, der Bonner Synagogengemeinde, aller Bonner Stadtratsfraktionen, der Gewerkschaften, der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten, dem Bildungswerk für Friedensarbeit, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Evangelischen Studentengemeinde, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Jugendring Bonn gegründet.

Ziel des Vereins war es, eine Gedenkstätte in Räumen im Brückenkopf der heutigen Kennedybrücke zu errichten. Dort stand in unmittelbarer Nähe die Bonner Synagoge.
In der "Reichskristallnacht" am 10. November 1938 war sie in Brand gesteckt und völlig zerstört worden.

Ein Mahnmal aus Fundamentresten der alten Synagoge wurde auf der gegenüberliegenden Rheinpromenade 1988 eingeweiht. Um die Verbindung mit diesem historischen Ort zu unterstreichen, entschieden sich die Vereinsgründer für den Namen "Verein An der Synagoge".

Nach über zehnjähriger Vorbereitungszeit konnte die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus 1996 endlich eröffnet werden. Sie ist ein Ort des Gedenkens und Erinnerns, der Dokumentation, des Lernens und der Begegnung.

Zusammen mit dem Stadtmuseum wurde die Gedenkstätte in der Bonner Innenstadt in unmittelbarer Nähe zu Universität und Rathaus eingerichtet. Die räumliche Nähe von Gedenkstätte und Stadtmuseum soll bewusst machen, dass die Verbrechen der Nazi-Diktatur Teil unserer Geschichte der Stadt sind.

Neben drei Ausstellungsräumen im ersten Stock verfügt die Gedenkstätte über eine Geschäftsstelle im Erdgeschoss. Dort befindet sich neben einer Bibliothek und einer Videothek auch ein Arbeitsraum, der für Abendveranstaltungen zur Verfügung steht und von sämtlichen Mitgliedsorganisationen genutzt wird.

Der gemeinnützige Trägerverein zählt rund 250 Einzelmitglieder und 46 Mitgliedsorganisationen. Er erforscht und dokumentiert die Zeit des Nationalsozialismus und ist ein Forum der Begegnung zur Förderung der Toleranz und Völkerverständigung.