Der kurze Sommer der Anne Frank

 

 

 

1929 - 1945

 

eine Ausarbeitung

von

 

Michael Knoke
 

 

1635

Das Haus in der Prinsengracht 263 wurde als Kaufmannshaus gebaut[1].

1866

Dezember

Rosa Holländer, Ediths Mutter, wurde am 25.12. geboren.

1889

April

Friedrich Pfeffer wurde am 30.04.1889 in Gießen[2] geboren.

Mai

Am 12.05.1889 wurde Otto Heinrich Frank in Frankfurt am Main geboren, als zweiter Sohn aus der Ehe von Michael Frank, zu jener Zeit schon Millionär[3], und Alice Betty Stern, eine Tochter sehr vornehmer und reicher Eltern[4]. Die Familie von Ottos Mutter lebte schon seit Jahrhunderten in Frankfurt am Main[5]. Sein Vater war Besitzer/Direktor einer Bank, die 1885 unter dem Namen Bankgeschäft Michael Frank[6] gegründet worden war. Das Unternehmen beschäftigte sich hauptsächlich mit Effekten-, Wechsel- und Devisenhandel. Gleichzeitig erwarb Michael Frank in den 80er und 90er Jahren finanzielle Beteiligungen am Verkauf von Fay’s Sodener Mineral-Pastillen (medizinische Halstabletten), an einem Zigarrengeschäft und einem Reisebüro[7]. Diesen Besitz, außer der Beteiligung an den Sodener Pastillen, stieß er jedoch noch vor der Jahrhundertwende ab. Die folgenden Umzüge der Bank und der Familie deuten auf einen ständig wachsenden Wohlstand hin. Die liberal-jüdische Familie Frank gehörte bald zu den wohlhabenden Bürgern, ohne sich jedoch ausdrücklich als „reich“ bezeichnen zu können. Der Freundes- und Bekanntenkreis in dem relativ liberalen Frankfurt jener Zeit bestand sowohl aus Juden als auch aus Nicht-Juden[8].

1890

März

Hermann van Pels wurde am 31.03.1890 in Gehrde, Niedersachsen, als Sohn niederländischer jüdischer Eltern[9], geboren.

1896

August

Johannes Kleiman wurde am 17.08.1896 in Koog an der Zaan[10] geboren.

1900

Januar

Edith Holländer wurde am 16.01.1900[11] in Aachen geboren. (12 Jahre jünger als Otto Frank)[12]

Juni

Victor Gustav Kugler wurde am 06.06.1900 in Hohenelbe[13] geboren.

1907

Ottos ältester Bruder Robert hatte überhaupt kein Interesse an Bankgeschäften. Eine kurze Zeitlang hatte er Kunstgeschichte studiert, und 1907 wurde er (damals gerade 21 Jahre alt) Prokurist einer von seinem Vater angekauften Kunsthandlung in Frankfurt[14].

1908

Otto Frank machte sein Abschlussexamen am Lessing-Gymnasium in Frankfurt und schrieb sich an der Universität Heidelberg ein.

Herbst

Nach einem Semester brach er sein Studium jedoch ab und ging mit einem amerikanischen Mitstudenten, Nathan Strauss, dessen Familie das große Warenhaus Macy’s besaß, nach New York, wo er sich in dem Unternehmen umsah[15].

1909

Februar

Miep Gies wurde am 15.02.1909 in Wien[16] geboren.

Herbst

Otto Franks Vater starb[17]. Nach dem Tode seines Vaters kehrte Otto nach Deutschland zurück und setzte seine kaufmännische Ausbildung in Düsseldorf fort. In den Jahren vor dem Ausbruch des I. Weltkrieges stattete er New York noch einige kurze Besuche ab[18]. Ottos Mutter wurde Eigentümerin des Unternehmens[19].

1915

Otto trat seinen Dienst beim Militär an. Er wurde einem Artillerieregiment zugeteilt. Seine Einheit kam an die Westfront[20].

1917

November

Otto Frank nahm an der Panzerschlacht von Cambrai und am Kampf bei St. Quentin teil.

1918

Nach Kriegsende wurde Otto Frank als Leutnant aus der Armee entlassen[21].

1920

Dezember

Miep kam zusammen mit anderen österreichischen Kindern durch ein Hilfsprogramm für hungernde Kinder, das ausländische Arbeiter organisiert hatten in die Niederlande - nach Leiden[22]. Sie wurde in der niederländischen Schule von Klasse 5 in Klasse 3 zurückgestuft, da sie der Landessprache nicht mächtig war[23].

1921

Nach den Unterlagen der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt am Main soll Erich Elias Anfang 1921 vollhaftender Gesellschafter der Bank geworden sein. Herbert soll, ohne dass das Datum eines Eintritts bekannt ist, im Herbst des Jahres ausgeschieden sein.

Januar

Miep konnte Ende des Monats bereits einige Worte der Landessprache verstehen und im Frühjahr war sie bereits Klassenbeste[24].

März

Die drei Monate Aufenthalt für Miep in den Niederlande waren zu Ende. Aufgrund ihrer anhaltenden Schwäche wurde er jedoch um drei Monate verlängert. Mieps Adoptivvater war Vorarbeiter bei einer Kohlenfirma in Leiden. Als das Eis zwischen Hermine und ihrer Adoptivfamilie schmolz, nannten sie Hermine nur noch Miep[25].

1922

Mieps Pflegefamilie, namens Nieuwenhuis, siedelte nach Amsterdam um[26].

1923/24

Auch das Interesse der anderen Brüder Ottos für das Bankfach schien gering gewesen zu sein. Dem Buch „Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank“, Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, zufolge sollen sowohl Otto Frank als auch Herbert (der dritte Sohn) und Erich Elias, der Ehemann der Tochter Helene, um 1923/24 „in das Geschäft [Bank] eingetreten“ sein, jedoch mehr aus Notwendigkeit als aus freien Stücken[27].

In diesem Jahr nahm die Inflation ungeahnte Ausmaße an, die katastrophale Folgen hatten, nicht nur für das Vermögen von Otto Franks Mutter, die während des Krieges Kriegsanleihen gezeichnet hatte und nun erhebliche Verluste verbuchen musste, sondern auch für die geschäftlichen Entwicklungen. Die verzweifelte Devisensituation der Weimarer Republik führte dazu, dass in diesem Jahr einschränkende Bestimmungen für den Devisenhandel eingeführt wurden.

1923

September

Nach den Unterlagen der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt am Main sollte Herbert wieder in die Bank eingetreten sein. Ein eingereichter Antrag der Bank Michael Frank wurde erst in zweiter Instanz bewilligt, unter anderem als Folge des zu geringen Aufkommens, das die Bank auf dem Gebiet des Devisenhandels erreicht hatte[28].

November

Otto Frank, der die größte internationale Erfahrung besaß, begab sich nach Amsterdam und gründete eine Gesellschaft unter dem Namen „M. Frank & Zonen“ (M. Frank und Söhne) zum Zweck „der Ausübung eines Geldhandels und Bankgeschäfts“. Als geschäftsführende Gesellschafter wurden angegeben : Otto Frank, Erich Elias, Herbert Frank und das Bankgeschäft Michael Frank. Die Anmeldung bei der Kamer van Koophandel (Handelskammer) von Amsterdam trägt das Datum vom 22.11.1923.

Dezember

Die offizielle Eintragung der „M. Frank & Zonen“  fand am 31.12.1923 statt[29]. Sitz der Firma war Keizersgracht 604, dieselbe Adresse, die Otto Frank auch als seine Privatanschrift angab[30]. Das Gründungskapital betrug hfl. 150.000,-- und wurde von den Gesellschaftern gemeinsam eingebracht, von denen Erich Elias und Herbert Frank die Meldung bei der Handelskammer mitunterzeichneten[31].

1924

Mai

Bei der Handelskammer Amsterdam wurden zwei Prokuristen eingetragen : Jacques Heuskin, ein 1876 in Belgien geborener Luxemburger, als dessen Wohnsitz ebenfalls Keizersgracht 604 angegeben wurde, und Johannes Kleiman, geboren 1896 in Koog aan de Zaan, ebenfalls wohnhaft in Amsterdam. Beide Prokuristen verfügten jedoch nur über sehr beschränkte Vollmachten[32].

Dezember

Am 15.12.1924 trat das Unternehmen M. Frank & Zonen in Liquidationsverhandlungen ein. Otto Frank wurde zum Liquidator ernannt[33]. Die Ursache dieser Entwicklung ist nicht mehr herauszufinden.

1925

Miep fuhr mit ihrer Pflegefamilie nach Wien, um ihre Angehörigen zu besuchen. Miep wollte ihre Eltern nicht kränken, brauchte aber deren Einwilligung, da sie unbedingt in Amsterdam bleiben wollte[34].

Heuskin wurde im Sommer als Prokurist entlassen. Kleiman billigte man nun eine allgemeine Vollmacht zu. Offensichtlich genoss Kleiman das volle Vertrauen Otto Franks, was auch darin zum Ausdruck kam, dass die offizielle Adresse der Bank gleichzeitig in Rombout Hogerbeetstraat 21, Amsterdam, geändert wurde, Kleimans Wohnsitz. Das Anmeldeformular für die Handelskammer wurde von Otto Frank unterzeichnet, der inzwischen als Wohnort wieder Frankfurt angab. Aus der Tatsache, dass eine Anmeldung im Einwohnermelderegister von Amsterdam nicht stattfand, kann geschlossen wurden, dass Otto Frank tatsächlich zwischen Ende 1923 und dem Sommer 1925 in Frankfurt wohnte, wenngleich er sich jedoch häufiger in Amsterdam aufgehalten haben muss. Telexverbindungen waren noch unbekannt, telefonische Kontakte in jenen Jahren primitiv und Briefwechsel waren viel zu zeitaufwendig für schnelle Entschlüsse, wie sie im Devisenhandelsgeschäft nun einmal notwendig sind[35].

Mai

Otto Frank (36) heiratete am 12.05.1925[36] Edith Holländer (25, Tochter eines Fabrikantenehepaares aus Aachen) in der Synagoge von Aachen. Die Hochzeitsreise ging nach Italien. Sie führte unter anderem ans Mittelmeer und nach San Remo[37].

 

 

1926

Februar

Am 16.02.1926 wurde Otto und Edith Franks erste Tochter, Margot Betti, geboren[38].

November

Am 08.11.1926 wurde Peter van Pels geboren.

1927

Herbst

Die Franks, die seit rund zwei Jahren bei Ottos Mutter im Haus gewohnt haben, zogen in den Marbachweg 307[39], in den ersten beiden Etagen rechts[40].

Miep war mit ihrer Schulausbildung fertig und nahm eine Stellung in einem Büro an.

1929

Januar

Am 30.01.1929 meldete Otto Frank der Handelskammer Amsterdam den Vollzug der Liquidation

Februar

Die offizielle Eintragung des Vollzugs der Liquidation erfolgte am 13.02.1929[41].

Juni

Am 12.06.1929 wurde Otto und Edith Franks zweite Tochter, Anneliese Marie, genannt Anne, geboren[42].

Sommer

Ottos Schwager Erich Elias erhielt das Angebot, eine schweizerische Vertretung der Opekta-Werke einzurichten, die sich mit der Produktion und dem Vertrieb von Pekin, einem Geliermittel, befassten, das hauptsächlich als Bindemittel bei der Marmeladenherstellung verwendet wurde. Erich ergriff diese Chance und zog nach Basel um.

1930

Erich Elias Frau und der jüngste Sohn folgten ihm nach Basel.

1931

Miep fuhr nach Wien zu ihren Eltern. Es war ein harmonischer Besuch. Miep hatte immer wieder Geld zur Unterstützung geschickt[43].

Erichs ältester Sohn folgte der Familie Elias nach Basel[44].

März

Ende März zogen die Franks in die Ganghoferstr. 24[45].

1932

April

Otto Franks Bruder Herbert wurde von Beamten der Steuerfahndung festgenommen. Er wurde beschuldigt, die (1931 eingeführte) „Bestimmung über Effektenhandel mit dem Ausland“ übertreten zu haben. Otto Frank erklärt gegenüber der Frankfurter Zeitung (Quelle für diese Angaben, da Prozessunterlagen verloren gegangen sind), man habe seitens der Bank einem Anbieter geglaubt und nicht gewusst, dass es sich um ausländische Wertpapiere handelte. Gegen den Haftbefehl wurde eine Beschwerdeschrift eingereicht[46].

Mai

Am 14.05.1932 wurde Herbert Frank freigelassen[47].

Oktober

Die Effektenangelegenheit kam vor Gericht. Herbert Frank war bei der Verhandlung nicht anwesend. Er habe dem Staatsanwalt mitgeteilt, dass ihm durch die Verzögerung in der Behandlung seiner Sache materieller und geistiger Schaden zugefügt worden und er deshalb ins Ausland verzogen sei[48]. Gegen ihn wurde keine Strafe verhängt[49]. Er hatte sich in Paris niedergelassen und lebt über 20 Jahre in Frankreich[50]. Bereits am 01.10. wurde Herbert Franks Entlassung beim Amtsgericht und bei der Handelskammer in Frankfurt am Main eingetragen. Mit diesem Datum wurde Otto Frank, der vorher keine verantwortliche Funktion bei der Bank innehatte, zu seinem Nachfolger ernannt[51]. Otto Frank wurde in den Unterlagen der Industrie-/Handelskammer Frankfurt/ Main in diesem Zusammenhang erstmalig genannt.

Dezember

Otto Frank kündigte seine Wohnung.

1933

März

Nach Ablauf der Kündigungsfrist zog Otto Frank mit seiner Familie zu seiner Mutter[52]. Dank Erich Elias’ Vermittlung wurde Otto Frank die Errichtung einer Nederlande Opekta „Niederländische Opekta“[53] anvertraut[54].

Sommer

Otto Frank zog mit seiner Familie von Frankfurt nach Aachen. Dort blieben seine Frau Edith mit ihren beiden Töchtern bei ihrer Mutter Rosa Holländer-Stern zurück. Otto fuhr nach Amsterdam.

August

Am 16.08.1933 wurde im Einwohnermelderegister von Amsterdam eingetragen : „Frank, Otto Heinrich, zugezogen aus Frankfurt am Main.“[55] Auch seine Frau Edith wurde bereits eingetragen, obwohl sie noch bei den Kinder in Aachen bleibt. Otto Frank fand vorübergehend eine Wohnung als Untermieter in der zweiten Etage des Wohnhauses Stadionkade 24[56]. Energisch widmet er sich zwei Aufgaben : der Gründung und dem Aufbau seines neuen Unternehmens und der Suche nach einer passenden Wohnung für seine Familie.

September

Am 15.09. wurde im Handelsregister der Kamer van Koophandel en Fabrieken „Industrie- und Handelskammer“ von Amsterdam die Nederlandsche Opekta Maatschappij N.V. in oprichting „Niederländische Opekta Aktiengesellschaft in Gründung“, Sitz Nieuwe Zijds Voorburgwal 120-126, eingetragen. Als alleiniger Besitzer und Direktor wurde Otto Heinrich Frank eingetragen. Unter der Rubrik „Art des ausgeübten Geschäfts“ wurde angegeben : „die Fabrikation und der Handel [mit Privathaushalten, M.K.] mit Obstprodukten, besonders mit Pektin“.

Miep, die mit ihren Adoptiveltern, der Familie Nieuwenhuis, in der Gaaspstraat 23 wohnte (sie teilte sich ein kleines, gemütliches Dachzimmer mit ihrer Adoptivschwester Catherina)[57], verlor wegen der Weltwirtschaftkrise ihre Stellung in der Textilfirma, fand aber bei Otto Frank, N.Z. Voorburgwal 120-126, eine neue Anstellung in der Travies und Co.[58].

Oktober

Ottos Mutter, Alice Frank-Stern, zog aus Frankfurt fort. Sie ging nach Basel, zu ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn[59]. Robert zog nach England, wo er einen Kunst- und Antiquitätenhandel eröffnete.

Herbst

Otto Frank fand eine geeignete Wohnung für sich und seine Familie : die zweite Etage des Gebäudes Merwedeplein 37[60]. Der Merwedeplein ist ein spitzes Dreieck zwischen zwei breiten, dicht befahrenen Straßen. Auch die Grasfläche in der Mitte bildet ein Dreieck. An der schmalsten Stelle des Dreiecks steht der Wolkenkratzer, mit elf Stockwerken zu der Zeit das höchste Haus in Amsterdam, wie ein Riese, der den Platz bewacht[61].

 

 

 

Dezember

Am 05.12. wurde der Umzug der Eheleute Frank zum Merwedeplein 37 registriert. Am 07.12. wurden Margot und Anne unter dieser Adresse angemeldet. Im Dezember kam jedoch nur Margot nach Amsterdam[62].

1934

Januar

Zum 31.01.1934 stellte die Bank ihre Tätigkeiten ein.

März

Anne kam nach Amsterdam[63]. Sie besuchte zunächst den Kindergarten der Montessorischule in der Nierstraat[64]. Margot besuchte unterdessen die Grundschule in der Jekerstraat[65]. Miep lernte Anne Frank kennen, als diese mit ihrer Mutter im Büro erschien. Anne hatte graugrüne Augen und kann noch kein Niederländisch[66].

Sommer

Miep bemerkte ihre Gefühle für Jan Gies, den sie in der Textilfabrik kennen gelernt hatte. Der Kontakt der beiden war nie abgerissen, obwohl Miep inzwischen bei Otto Frank und Jan beim Sozialamt arbeitete[67].

Juli

Bei der endgültigen Eintragung, die im Juli 1934 stattfand, wurde nur noch Pektin in der Rubrik „Art des ausgeübten Geschäfts“ aufgeführt[68].

1935

Anne besuchte die 1. Klasse (1 B) in der Montessori-Schule in der Nierstraat. Klassenlehrer ist Herr van Geldern[69].

Die personelle Besetzung des Unternehmens war anfänglich sehr klein. Otto Frank fungierte als Direktor. Zu Beginn des Jahres 1935 wurde der Amsterdamer Rechtsanwalt Meester (Volljurist) A.R.W.M. Dunselman als Aufsichtsrat bestellt. Es gab nur wenige Angestellte, von denen in erster Linie Victor Gustav Kugler zu nennen ist[70]. In den Anfangsjahren arbeiteten sonst nur noch eine junge Dame als Bürogehilfin und ein Lehrling in dem Unternehmen[71]. Nach relativ kurzer Zeit wurde die Bürogehilfin krank. Zur vorübergehenden Vertretung wurde, wie oben erwähnt, eine Frau eingestellt, die bis nach dem Krieg in Otto Franks Diensten blieben sollte : Hermine Santrouschitz[72]. Zuerst wurde sie von Otto Frank mit allen anfallenden Büroarbeiten und anderen Tätigkeiten betraut, wobei sie auch gelegentlich die Vorführdame begleitete und vom Büro aus den Hausfrauen telefonische und schriftliche Anleitungen zur Verarbeitung von Pektin erteilt. So entwickelte sie sich zu einer Allroundkraft[73].

1937

Die Geschäftsadresse änderte sich wegen Platzmangels : Singel 400[74].

Eines Tages lud Otto Frank Miep Santrouschitz und Jan Gies zum Abendessen ein. Dabei lernte Miep auch Margot kennen. Sie und Anne sprachen schon perfekt niederländisch[75]. Weitere Einladungen folgten[76].

Sommer

Herman van Pels[77] floh mit seiner Frau und seinem 10jährige Sohn von Osnabrück[78] nach Amsterdam. Van Pels besaß Erfahrungen in der Zubereitung von Gewürzmischungen, insbesondere jenen, die man zur Wurstfabrikation benötigte[79]. Miep Santrouschitz bekam die junge Bep Voskuijl zur Unterstützung im Büro[80].

1938

März

Am 13.03.1938 Adolf Hitler zog in Wien ein[81]. Kurz danach wollte Miep ihren Pass bei der Ausländerabteilung der Polizei am O.Z. Achterburgwal 181 abstempeln und ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen. Der österreichische Pass wurde ihr jedoch abgenommen und durch einen deutschen ersetzt[82]. Mehrere Wochen später bekam Miep Besuch von einer Frau der NS-Frauenschaft, die Miep zum Beitritt auffordert. Miep lehnte, unter Bezug auf das Vorgehen gegen die Juden im Deutschen Reich, ab[83].

Mai

Kugler wurde naturalisierter Niederländer[84].

 

Juni

Am 01.06. gründete Johannes Kleiman ein Unternehmen, das unter dem Namen Handelsmaatschappij Pectacon N.V., i.o. (Handelsfirma Pectacon AG im Aufbau) vorläufig ins Handelsregister in Amsterdam eingetragen wurde. Sitz des Unternehmens war die Privatadresse Kleimans, der auf dem Anmeldeformular auch als Direktor genannt wurde. Die Geschäfte wurden als „Handel mit und Fabrikation von chemischen und pharmazeutischen Produkten“ bezeichnet.

September

Am 26.09.1938 wurde das Unternehmen amtlicherseits aufgelöst und aus dem Handelsregister gelöscht[85].

November

Vom 09. auf den 10.November war die Reichskristallnacht[86].

Anne spielte zu dieser Zeit gerne in Schulaufführungen mit. Sie ging auch leidenschaftlich gerne ins Kino, genau wie Miep und Henk. Margot war eine Musterschülerin; Anne war ebenfalls gut, entwickelte aber gleichzeitig einen rastlosen Geselligkeitstrieb[87].

Die Handelsmaatschappij Pectacon N.V. (Handelsfirma Pectacon AG) wurde endgültig im Handelsregister eingetragen, wobei die Geschäfte als „Handel und Fabrikation von chemischen Produkten und Lebensmitteln“ beschrieben wurde[88]. Otto Frank wurde nun als Direktor, Johannes Kleiman als Aufsichtsrat angegeben. Sitz der Firma wurde nunmehr das Gebäude, das Opekta vier Jahre zuvor bezogen hatte. Nachdem Kleiman schon früher die Buchhaltung für Otto Frank erledigt hatte, trat er jetzt auch als Buchhalter für beide Firmen in Otto Franks Dienst. Van Pels wurde als Kräuterspezialist eingestellt[89]. Es ist nicht sicher, wer als erster Kontakt mit van Pels hatte, Otto Frank oder Kleiman. Angesichts der bereits erwähnten Umstände scheint es Kleiman gewesen zu sein; allerdings wohnte van Pels seit Mitte Mai in der Nähe der Familie Frank, so dass er Otto Frank auch schon vor dem 01.06. kennen gelernt haben könnte.

Dezember

Am 08.12.1938 floh Fritz Pfeffer aus Deutschland in die Niederlande[90].

1939

Herr van Geldern verließ die Montessorischule in der Nierstraat; Fräulein Gadron übernahm die Klasse[91].

Anfang

Miep traf erstmalig den Zahnarzt Dr. Friedrich Pfeffer[92] bei den Franks; Pfeffer arbeitete zusammen mit ihrem Zahnarzt.

März

Oma Holländer floh, nach dem Tode ihres Mannes[93], aus Aachen ebenfalls in die Niederlande, zu ihrer Tochter und deren Familie am Merwedeplein 37.

September

Zu Beginn des II. Weltkrieges standen bei der Opekta sechs, bei der Pectacon fünf Personen auf der Gehaltsliste[94], unter ihnen drei bis vier Vertreter, die Drogerien (für Pektin) und Metzgereien (für Gewürze) besuchten. Das Büro- und Lagerpersonal verrichtet Arbeiten für beide Betriebe[95].

1940

Anne kam in die Klasse 6C bei Frau Kuperus der Direktorin der Montessorischule in der Nierstraat[96].

Januar

Die Unternehmen Opekta und Pectacon beziehen aus Platzgründen neue Räume in der Prinsengracht 263[97].

Februar

Anne hatte schauspielerisches Talent. Sie konnte alles und jeden nachahmen, und zwar sehr gut : das Miauen der Katze, die Stimme ihrer Freundin, den strengen Ton ihres Lehrers[98].

Mai

Hitler fiel am 05.05.1940[99] oder 10.05.1940[100] in den Niederlanden ein. Eine Flucht der Franks war nicht möglich. Am 14.05.1940 um 19:00 Uhr haben deutsche Luftangriffe, nach Information von General Winkelman, Rotterdam dem Erdboden gleichgemacht. Holland kapituliert[101].

Kurze Zeit später vermittelte Otto Frank Miep und Jan ein Zimmer bei Frau Samson, einer Jüdin, in der Hunzestraat 25[102].

Juni

Kugler wurde als Prokurist der Pectacon angestellt[103].

Oktober

Von grundsätzlicher Bedeutung für den Fortbestand jüdischer Firmen war eine „Verordnung über die Anmeldung von Unternehmen“[104], die am 22.10.[105] vom Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, Dr. Arthur Seyss-Inquart, verhängt wurde. Zur Anmeldung bei der Wirtschaftsprüfstelle wurden u.a. Unternehmen verpflichtet, die „am 09.05.1940 [...] oder zu einem späteren Datum“ ganz oder in entscheidendem Maße (25% des Kapitals) jüdisches Eigentum waren, unter vorwiegend jüdischem Einfluss standen oder bei denen mindestens einer der gesamthaftenden Gesellschafter, der gesetzlichen Vertreter oder Aufsichtsratsmitglieder Jude ist.

Am 23.10. wurde auf Otto Franks Betreiben hin vor einem Notar in Hilversum (dem Wohnort Victor Kuglers) ein neues Unternehmen mit dem Namen La Synthese AG gegründet. Kugler wurde Direktor, Aufsichtsrat der Amsterdamer städtische Angestellte Jan A. Gies, der seit einigen Jahren mit Miep Santrouschitz verlobt und ebenfalls ein Freund der Familie Frank geworden war. Die voll eingezahlten Anteile (20 á hfl. 100,-- bei einem Gesellschaftskapital von insgesamt 100 Aktien) wurden von Kugler und Gies eingebracht. Ein vollkommen „arisches“ Unternehmen also, wenigstens offiziell, denn der tatsächliche Eigentümer bleibt weiterhin Otto Frank. Gegenstand des Unternehmens ist „der Handel mit und die Fabrikation von chemischen und pharmazeutischen Produkten und Lebens- und Genussmitteln, sowie die Teilnahme an gleichartigen Unternehmen, alles im weitesten Sinn“.

November

Am 27.11.1940 wurden sowohl Opekta als auch Pectacon von Otto Frank entsprechend der Verordnung vom 22.10. bei der Wirtschaftsprüfstelle gemeldet. Für Opekta gab er an, der alleinige Besitzer zu sein und ein Kapital von hfl. 10.000,-- eingebracht zu haben. Hinsichtlich der Firma Pectacon, deren Gesellschaftskapital ebenfalls hfl. 10.000,-- betrug, teilt er mit, es seien nur Anteile in Höhe von hfl. 2.000,-- voll einbezahlt worden (von ihm selbst), die anderen Aktien seien noch nicht ausgegeben.

Dezember

Am 02.12.1940 teilte Otto Frank per Express noch einige nähere Einzelheiten mit, verbunden mit einer Entschuldigung, dass er diese wegen des Umzugs des Unternehmens nicht rechtzeitig habe schicken können[106].

1941

Februar

Am 25.02.1941 riefen die Holländer zum Generalstreik auf, wollten die Juden wissen lassen, dass sie alles, was den Juden widerfuhr, mit tiefster Sorge erfüllte. Der Februarstreik dauerte drei Tage[107].

Frühjahr

Im Frühjahr wurde der Pass von Miep Gies, wegen der Ablehnung, in die NS-Frauenschaft einzutreten, ungültig gemacht[108].

März

Im März 1941 wurde man mit einer weiteren Verordnung des Rijkscommissaris konfrontiert, nun „über die Behandlung anmeldepflichtiger Unternehmen“, einer Ausführungsverordnung zur Verordnung vom 22.10.1940. In dieser Wirtschaftsentjudungsverordnung wurde unter anderem bestimmt, dass bei Veränderungen in einem Unternehmen, die dazu führen, dass die seit Oktober 1940 bestehenden Verpflichtungen zur Meldung fortfallen, (deutsche) Genehmigung eingeholt wurden müsse (Art. 2), gleichartige Änderungen, die zwischen dem 09.05.1940 und dem Tag des Inkrafttretens der Verordnung (12.03.1941) vorgenommen worden waren, bedürfen einer nachträglichen Genehmigung (Art. 3). Genehmigungsgesuche für diese Änderungen müssen innerhalb eines Monats nach Verkündung dieser Verordnung (also vor dem 12.04.1941) eingereicht wurden.

 

 

April

Am 04.04. wurden die restlichen Aktien (Wert hfl. 8.000,--) von den beiden Gründern der Firma, Kleiman und dem stets zur Mitarbeit bereiten Rechtsanwalt Dunselman, übernommen und voll einbezahlt; gleichzeitig trat Otto Frank als Direktor zurück, und Kleiman wurde an seiner Stelle zum Direktor ernannt. Dunselman übernimmt Kleimans Amt als Aufsichtsrat.

Mai

Am 08.05.1941 wurde der Name des Unternehmens in N.V. Handelsvereniging Gies & Co. „Handelsgesellschaft Gies & Co. AG“ geändert. Der Gegenstand des neuen Unternehmens stimmte weitgehend mit dem von Pectacon überein und wurde immer wieder den Umständen der Besatzung angeglichen[109].

Juli

Miep Santrouschitz und Jan Gies heirateten am 16.07.1941[110].

Sommer

Oma Holländer wurde sehr krank, musste operiert wurden[111].

September

Nach den Sommerferien mussten Anne und Margot eine jüdische Schule[112] besuchen, mit ausschließlich jüdischen Lehrkräften und jüdischen Schülern, isoliert von ihren nichtjüdischen Altersgenossen[113].

Die Wirtschaftsprüfstelle durchschaute die Absichten und bestellte am 12.09.1941 Herrn Mr. Karl Wolters[114], Amsterdam, auf Grund VO 48/41 zum Treuhändler der Pectacon und betraute ihn mit der Liquidation des Unternehmens. Wolters vollzog seine Tätigkeit meist zu Gunsten der Betroffenen und gegen deutsche Interessen[115]. So konnten die gesamten Warenvorräte und Maschinen durch die Vermittlung eines Maklers der Firma Gies & Co. übertragen wurden.

Oktober

Anfang des Monats erhielt Otto Frank von einem gewissen Tosin aus Basel einen Brief. Aus diesem Brief ging hervor, dass Otto Franks Schwager, Erich Elias, seit 1929 die Opekta-Vertretung in der Schweiz leitete und seinerzeit als Geschäftsführer der Rohstoff Verkehrs A.G. (Rovag), einer schweizerischen Tochtergesellschaft von Pomosin, Otto Frank das Darlehen gewährt hatte. Der Brief Otto Franks vom 05.08.1933 an Erich Elias musste somit als Darlehensvereinbarung mit Pomosin betrachtet werden[116]. Herr Tosin hatte inzwischen die Leitung der Rovag und somit auch die Zuständigkeit für die Vereinbarung mit Otto Frank übernommen. Er bat Otto Frank in seinem Brief um eine Bestätigung und machte ihn gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Lizenzbeträge seit Jahren nicht mehr beglichen worden sind[117]. In seiner Antwort an Herrn Tosin schrieb Otto Frank, dass bereits früher ein Betrag von hfl. 5.000,-- von seiner anfänglichen Schuld bezahlt worden sei. Von Bedeutung für die Arisierungsproblematik war jedoch seine Mitteilung, dass die von ihm getroffene Verpflichtung „auf Wunsch der Frankfurter Herren“ an Rechtsanwalt Dunselman übertragen worden sei, so dass Otto Frank selbst nichts mehr damit zu tun hatte[118]. Dass Otto Frank der Rovag Geld geschuldet hatte, bestritt er also keineswegs.

Dezember

Am 12.12. fand eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre von Opekta im Büro von Rechtsanwalt Dunselman statt, der angesichts der Tatsache, dass er der einzige Aufsichtsrat der Gesellschaft war, wie üblich den Vorsitz übernahm. Daneben war, wie ebenfalls üblich, Otto Frank, der einzige sonstige Anwesende (abgesehen von einem/einer Protokollführer/in). Nach der Feststellung, dass das gesamte Gesellschaftskapital, bestehend aus 20 ausgegebenen Inhaberaktien, jede zu hfl. 500,--, auf dem Tisch lag, teilte der Vorsitzende mit, „dass vom Direktor der Aktiengesellschaft, Herrn O. Frank, ein Schreiben mit dem Datum vom 11.12.1941 eingegangen war, mit welchem Herr Frank mitteilte, dass er seine Funktion als Direktor der Aktiengesellschaft niederzulegen wünschte und aus diesem Grund um seine Entlassung ersuchte“. Nachdem auf Antrag des Vorsitzenden gleichzeitig beschlossen wurde, Herrn J. Kleiman mit sofortiger Wirkung zum Direktor zu ernennen, teilte Dunselman mit, er habe Verhandlungen geführt mit zwei Herren der Pomosin-Werke, „welche [...] sich hier im Lande aufhalten und die notwendigen Maßnahmen zur Arisierung der Aktiengesellschaft ergriffen haben, wozu sie Verhandlungen mit den betreffenden Institutionen in Den Haag führten, und was sie mit einem Schreiben vom 12.12.1941 [...] anhängig gemacht haben“. Im Protokoll wurde noch vermerkt, die beiden Herren aus Frankfurt hätten mitgeteilt, dass die Genehmigung ihres Antrags „sehr sicher erwartet wurden kann“[119].

Der Wechsel der Direktion wurde sofort der Kamer van Koophandel (Handelskammer) gemeldet[120].

1942

Oma Frank wurde in diesem Jahr 76 Jahre alt[121].

Januar

Oma Holländer, seit März 1939, Haushaltsmitglied der Franks, starb[122]. „Und niemand weiß wie viel in an sie denke und sie noch lieb habe.“[123]

März

Am 12.03., bei der Planungssitzung der Wirtschaftsprüfstelle, wurde im Rahmen der Arisierung beschlossen, dass Opekta von den Besitzern / Direktoren eines Konkurrenzunternehmens übernommen werden solle[124].

Mai

Ab Anfang des Monats mussten Juden auch in den Niederlanden den gelben Stern tragen. Als Sympathiekundgebung trugen am ersten Tag viele Holländer gelbe Tulpen, gelbe Sterne oder grüßten Juden besonders freundlich[125].

 

 

Juni

Anne Frank feierte am 12.06.1942 ihren 13. Geburtstag; bereits um 6:00 Uhr wachte sie an diesem Morgen auf, musste ihre Neugier jedoch noch bezwingen, da sie noch nicht aufstehen durfte. Erst um 6:45 Uhr ging sie ins Esszimmer, wo sie von Moortje (der Katze) mit Purzelbäumen begrüßt wurde. Um kurz nach 7:00 Uhr ging sie zu ihren Eltern und dann ins Wohnzimmer, um ihre Geschenke auszupacken[126]. Unter anderem bekam sie ein Poesie-Album, bei dessen Kauf sie dabei war[127], geschenkt, ein fast quadratisches Album mit einem rot-weiß karierten Umschlag, das sie für Tagebucheintragungen benutzen wollte. Noch am gleichen Tag begann sie ihre Aufzeichnungen. Das „Tagebuch der Anne Frank“[128] nahm seinen Lauf. Ansonsten bekam Anne einen Strauß Rosen, zwei Zweige Pfingstrosen, eine Pflanze, eine blaue Bluse (von Papa und Mama), variété[129] (von Mama und Papa), eine Flasche Traubensaft (von Mama und Papa), ein Puzzle (von Papa und Mama), eine Flasche Peek-Aroma „mit Stöpsel“[130], eine Dose Creme, einen Schein von 2,5 Gulden, einen Gutschein für 2 Bücher, ein Buch von Katze, die Camera Obscura[131], eine Schale selbstgebackene Plätzchen, eine Schale Stroopballetjes[132], eine Schale mit „Trüffeln“ von Paps, ein Schälchen mit Marias[133], ein Brief von Omi und eine selbstgebackene Erdbeertorte von Mutter, von Tante Helene ein Puzzle, von Tante Stephanie eine reizende Brosche, von Tante Leny ein tolles Buch nämlich Daisy’s bergvacantie, und ein Armband mit einem Küsschen von Anneke, eine Schachtel Droste und ein Spiel sowie Blumen von Herrn Wronker, eine Rolle Drops von Frau Ledermann, eine Rolle Drops und Blumen von Frau Pfeffer, einen Strauß Wicken von Herrn van Maarsen, eine Tafel Schokolade von Peter van Pels[134]. Weitere Geschenke bekam Anne bei ihrer Geburtstagsfeier am Nachmittag des 14.06.1942 : von G. eine Brosche, von Leny eine Brosche, von E.S. ein Lesezeichen, von J., Nanny van Praag und Eefje ein Buch mit dem Titel „goeden morgen melkboer“ und von Henny und Betty das Buch „Lydia’s moeilijkheden[135]. Vom Turnunterricht ist Anne befreit, weil sie sich „Arme und Beine ausrenke“[136].

Anne schrieb in ihrem Tagebuch zunächst Briefe an die Mitglieder eines Clubs in Romanen von Cissy van Marxveldts : Joop, Pop (Emilie), Phien (Philipiene), Marjan, Lou, Connie, Jettje und Kitty Francken[137]. Im weiteren Verlauf blieb sie bei Kitty[138].

Bei der Kamer van Koophandel (Handelskammer) in Amsterdam wurde eine oHG mit dem Namen Handelsvereniging Gebrs. Kleiman, die ihren Sitz an der damaligen Anschrift J. Kleimans hatte, angemeldet. Als Gegenstand der Unternehmung wurde angegeben : „Handel mit und Fabrikation von chemischen Artikeln etc.“[139]. Es stellte sich jedoch schon bald heraus, dass diese Firma als „Reserve-Unternehmen“ für Opekta nicht erforderlich war.

Sommer

Die Besetzung der Unternehmen an der Prinsengracht 263 bestand aus Otto Frank, Kleiman, Kugler, van Pels, Miep Gies und Bep Voskuijl in der Büroabteilung und Beps Vater als Chef des Magazins. Außerdem gab es noch zwei Lagerarbeiter, die kurz darauf verschwanden und weiter keine Rolle spielten. Zu dieser Zeit kam, einmal oder mehrmals in der Woche, ein jüdischer Apotheker, Arthur Lewinsohn, der die Erlaubnis hatte, im Hinterhaus einige Untersuchungen vorzunehmen. Als die Pläne zum Untertauchen feste Formen annahmen, wurde ihm mitgeteilt, das Hinterhaus würde als Lagerraum benötigt; man bot ihm einen bescheidenen Raum irgendwo anders in dem Gebäude an. Nach dem Herbst 1942 tauchte er nicht mehr auf. Er überlebte den Krieg[140].

Juli

Am 05.07.1942, einem Sonntag, gab ein Polizist am Nachmittag um 3:00 Uhr Edith Frank eine Karte, auf der stand, dass Margot sich bei der SS melden muss. Frau Frank ging daraufhin sofort zu Herrn van Pels, der mit zu den Franks kam. Anne wurde erzählt, dass ihr Vater den Aufruf bekommen habe. Frau Frank sagte Anne, dass sie alle am nächsten Tag weggehen würden. Miep und Jan Gies holen noch bis 11:00 Uhr abends Sachen aus der Wohnung der Familie Frank im Merwedeplein 37. Am 06.07.1942 verließen die Franks am Morgen um 7:45 Uhr das Haus. Margot fuhr mit dem Fahrrad, Otto, Edith und Anne gingen zu Fuß zum Büro[141]. Auch das Ehepaar van Pels und deren Sohn Peter sollten im Hinterhaus untertauchen[142]. Die Familie van Pels folgte am 13.07.1942[143].

Am 18.07.1942 fand zu Ehren von Mieps und Henks erstem Hochzeitstag ein Galadiner im Hinterhaus statt. Anne hatte eine Speisekarte am Abend zuvor getippt[144].

August

Am 06.08.1942 führten die Nazis eine Großrazzia durch[145].

Herr Kugler fertigte das Bücherregal an[146].

Der Untermieter der Familie Frank, Herr Goldsmit, hatte offenbar den zurückgelassenen Hausstand der Franks geplündert. Dies hatten Miep und Jan Gies in Erfahrung gebracht, als sie am Abend des 21.08.1942 in der Wohnung der Franks am Merwedeplein waren[147].

September

Am 21.09.1942 begann Anne, ihre Tagebuchaufzeichnungen in Briefform abzufassen[148]. Einen Tag später begann die erste Aufzeichnung mit „Liebe Kitty, ...“[149]. Die Namen wechseln jedoch mit jedem neuen Brief, eine bestimmte logische Strategie ist nicht erkennbar. Gleichzeitig berichtet Anne, dass sie und ihr Vater damit begonnen hätten einen Stammbaum der Familie Frank anzufertigen[150].

Beps Freund hieß Bertus, und dieser musste nach Deutschland[151].

Frau Samson, bei der Miep und Jan wohnten, tauchte unter. Jan und Miep ließen die Wohnung auf sich umschreiben, um das Mobilar für Frau Samson zu retten[152].

Anne schrieb in ihr Tagebuch, „... Im Garten, läuft nun immer so ein kleines schwarzes Kätzchen herum ...“. Könnte es sein, dass die Bewohner des Hinterhauses auch bei Tageslicht aus den Fenstern sahen ?Wie hätte Anne im Dunklen ein „schwarzes Kätzchen“ sehen sollen ? Kann dieses unvorsichtiges Verhalten zum Verrat im August 1944 geführt haben ?[153]

Oktober

Am 02.10.1942 stand wieder eine Großrazzia bevor[154].

Kleiman litt an Hämorrhoiden; deswegen war er schon einmal operiert worden[155].

„Heute Mittag kam Miep mit den Debitorenlisten noch vom Mai die haben Vater und ich noch vor dem Essen zusammen fertig gemacht. Das Verkaufsbuch muss heute Abend noch ganz aufgestellt wurden und das ist viel, aber ich denke dass Papa das schon tun wurde, fertigwerden wurde er wohl nicht denn die Debitorenlisten müssen auch noch aufgezählt [wurden].“[156] Auch hier wieder ein Hinweis auf Unvorsichtigkeiten. Die Handschrift könnte Otto Frank verraten; da jedoch die Debitorenliste vom Mai, also von einem Monat, in dem Otto Frank noch offiziell in Amsterdam lebte und arbeitete, war, wäre es erklärbar gewesen.

Anne schrieb, Miep habe von einem Entflohenen aus dem Lager Westerbork erfahren, wie schlimm es in dem Lager sei[157].

Otto Franks Schreibtischlampe verursachte am Abend des 09.10.1942, einem Freitag, einen Kurzschluss, worauf die „Herren“ ins Lager gingen, vermutlich um die Sicherung wieder reinzudrehen. An diesem Abend waren auch Miep und Jan Gies im Hinterhaus, um dort zu übernachten[158]. Wieder ein Indiz für eventuelles unvorsichtiges Verhalten der Untertaucher.

„Der Zimmermann war vor unserem Schrank an der Arbeit, er musste den Feuerspritzenschrank füllen und etwas an der Zwischentür zum Vorderhaus reparieren. Wir waren nicht gewarnt und riefen nichts ahnend durch das Haus.“[159] Wieder ein mögliches Indiz auf einen möglichen Verräter. Der Zimmermann konnte vielleicht beim Reparieren die verborgene Tür entdeckt haben.

Margot wollte Säuglingsschwester wurden; auch sie führte während der Untertauchzeit ein Tagebuch, doch es ist verlorengegangen[160]. Bertus, Beps Freund, war mit zwei Brüdern und einer Schwägerin nach Deutschland[161].

November

Im Hinterhaus hatte man am Abend des 01.11.1942 einen Ofen angehabt und am Morgen des 02.11. war das ganze Zimmer voller Rauch. Die Wohnung der van Pels’ war nach Information von Miep ausgeräumt worden. „Ich habe eine Weile zwischen den Vorhängen des vorderen Büros hindurch auf die Straße geschaut, ...“ Bertus hatte aus Berlin an Bep geschrieben[162]. Anne hatte also am Sonntag, 01.11.1942 das Hinterhaus verlassen und aus dem Fenster gesehen. In dieser Tagebucheintragung gleich zwei unvorsichtige Verhaltensweisen der Hinterhausbewohner. Am Montag, einem Arbeitstag, konnte der Rauch im Vorderhaus entdeckt worden sein, und auch Anne konnte von der Straße aus beim Herausschauen gesehen worden sein.

Die finanziellen Reserven der van Pels neigten sich dem Ende zu[163].

Peter van Pels feierte am 08.11.1942 Geburtstag[164]. Er wurde 16 Jahre alt[165]. Peter bekam folgende Geschenke : ein Börsenspiel vom Büropersonal, ein Feuerzeug, einen Spiegel, einen Rasierpinsel, eine Krawatte, Mokkabonbons, eine Dose Erbsensuppe von seinen Eltern und „von uns einen Rasierapparat mit Alaunstein“[166].

Wieder berichtete Anne, dass der Ofen an sei und das Zimmer voller Rauch sei[167]. Dieser Rauch konnte vielleicht vom Vorderhaus entdeckt wurden.

Der Zahnarzt Herr Pfeffer sollte ins Hinterhaus kommen[168]. Er kam schließlich am 17.11.1942[169] oder am Montag den 16.11.1942[170]. Am wahrscheinlichsten erscheint mir der 16.11.1942.

Winter

In einer Nacht hörten die Untertaucher verdächtige Geräusche und vermuteten einen Lagerdiebstahl. Als Miep und Jan am folgenden Morgen zu ihnen kamen befanden sie sich in einem Zustand hochgradiger Angst. In Franks Büro stand nämlich das Radio (auf BBC eingestellt) mit den drumherum gruppierten Stühlen, von denen der Einbrecher hätte ableiten können, dass es Untertaucher gab. Miep und Jan fanden aber keinen Anhaltspunkt für einen Einbruch[171].

Dezember

Miep und Jan Gies planten für Anne, Margot und Peter eine Nikolausüberraschung. Es wurde ein bunter Nikolauskorb mit allerlei selbst gebastelten Überraschungen[172].

1943

Frühjahr

Das Haus in der Prinsengracht 263 erhielt einen neuen Besitzer. Dieser besichtigte das Haus, nur nicht das Hinterhaus, weil Kleiman angeblich den Schlüssel zu Hause vergessen hatte[173].

Van Maaren wurde als Ersatz für Vossen eingestellt. Miep mochte ihn nicht, denn er hatte etwas Unsympathisches an sich. Van Maaren machte sich an Miep heran, weil er bemerkte, dass sie und Kleiman sich gut verstanden, und er, van Maaren, wenn er Miep Honig um den Mund schmierte, bessere Karten bei Kleiman hätte bekommen können. Miep zeigte ihm die kalte Schulter[174].

Miep und Jan besuchten regelmäßig Frau Samson in ihrem Versteck in der Villa von Frau van der Hart in Hilversum. Bei einem Besuch im Frühjahr 1943 sagte Frau van der Hart, dass ihr Sohn untertauchen müsse, weil er sich geweigert hatte, die Loyalitätserklärung der Deutschen zu unterschreiben. Studenten wurden dazu gezwungen. Miep und Jan boten Karel, so der Name des Sohnes, einen Unterschlupf bei sich an[175].

Mai

Am 07.05.1943 wurde die Pectacon offiziell aufgelöst. Unter dem Namen Gies & Co. wurden die Geschäfte unter derselben Adresse ungehindert fortgesetzt.

Sommer

Anne hatte Augenprobleme - sie brauchte eine Brille. Miep schlug vor, mit ihr zu einem nahen Optiker zu gehen. Abholen könne sie die Brille ja alleine. Eine Diskussion an der sich auch die van Pels und Dr. Pfeffer beteiligten folgte. Die Gefahr durfte nicht unterschätzt werden. Mit einem nicht registrierten Juden auf die Straße zu gehen wurde schwer bestraft. Miep wollte die Gefahr auf sich nehmen. Nach reiflichen Überlegen wurde der Vorschlag niedergeworfen[176].

Juli

Pfeffer wurde 54 Jahre alt[177].

Herbst

Jan war vor einem halben Jahr einer Widerstandsgruppe in seinem Amt beigetreten. Den Untergetauchten sollte dieses verschwiegen werden. Auch Miep erfuhr das erst im Herbst[178].

Dezember

Unmittelbar nach Nikolaus, wo Anne für jeden einen Vers mit Hilfe Ottos gedichtet hatte, bekam Anne eine schwere Grippe[179].

Am 22.12.1943 begann Anne das Tagebuch II[180].

Zu Weihnachten beschenkte Anne Miep mit selbst gemachtem Konfekt[181].

Anne schrieb über ihr große Sehnsucht, wieder einmal nach draußen gehen zu können[182]. „Miep hatte einen herrlichen Weihnachtskuchen gebacken, auf dem ‘FRIEDEN 1944’ stand. Ein Pfund Butterkekse von Vorkriegsqualität besorgte Bep.“[183] Mit Bier und Kaffee stießen alle auf den Kuchen-Wunsch an[184].

Ein Satz aus Annes Tagebuch berührt mich ganz besonders : „Ein Mensch kann einsam sein, trotz der Liebe von vielen, denn für niemanden ist er doch der ‘Liebste’.“[185]

 

 

1943/44

Anne Frank schrieb die „Verhaaltjes, en gebeurtenissen uit het Achterhuis (Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus)[186].

1944

Januar

Am 06.01.1944 schrieb Anne erstmalig über ihre Gefühle zu Peter van Pels[187].

Anne schrieb : „Wir stellten uns auf die Veranda.“[188] Wieder ein recht unvernünftiges Verhalten, wenn man die Gefahr des Entdecktwerdens bedenkt.

Februar

Miep erkrankte an Grippe und Bronchitis[189]. Zu ihrem Geburtstag bekam sie von den Untertauchern einen rautenförmigen schwarzen Onyx-Ring mit einem funkelnden Brillanten in der Mitte[190].

März

In der Nacht vom 28.02. auf den 01.03.1944 wurde in der Prinsengracht 263 eingebrochen. Am Abend des 28.02.1944 hatte Herr van Pels Ungewöhnlichkeiten in den Büroräumen entdeckt und daraufhin die Vordertür kontrolliert. Sie war abgeschlossen. Am Morgen des 01.03. entdeckte Peter, dass die Vordertür auf war. Peter schloss die Tür wieder ab[191].

Dieser Einbruch gibt mir zu denken. Es könnte sehr gut möglich sein, dass sich der Einbrecher, der einen Nachschlüssel der Vordertür gehabt haben muß[192], in den Räumen ist, als Herr van Pels am Abend des 28.02. die Unordnung im Büro gesehen hatte und die Vordertür kontrollierte. Vielleicht hatte der Einbrecher es durch das Auftauchen des Herrn van Pels mit der Angst zu tun bekommen, und ist sofort, nachdem van Pels wieder heraufgegangen ist, fluchtartig aus dem Haus verschwunden, ohne die Vordertür wieder abzuschließen. Dagegen spricht jedoch, dass der Nachtwächter die geöffnete Tür hätte entdecken müssen. Den gleichen Verdacht hatte Anne auch gehabt[193]. Die Untergetauchten waren offenbar am Abend des 28.02.1944 entdeckt worden. Bis zur Verhaftung sollten noch 5 Monate und 4 Tage vergehen. Es schien wahrscheinlich, dass der Dieb, der das Projektions-Gerät gestohlen hatte,  gefasst wurde und die Versteckten  verriet.

Noch ein paar Worte Annes, die mich zutiefst berühren : „Liebe, was ist Liebe ? Ich glaube dass Liebe etwas ist was eigentlich keine Worte haben kann. Liebe, ist jemanden verstehen, ihn gern haben. Glück und Unglück mit ihm teilen. Und dazu gehört auf die Dauer auch die körperliche Liebe, man hatte was geteilt, etwas hergegeben und etwas empfangen und ob du dann verheiratet oder unverheiratet bist, ob du ein Kind kriegst oder nicht. Ob die Ehre weg ist, auf das alles kam es nicht an, wenn du nur weißt dass da für dein ganzes weiteres Leben jemand neben dir steht, der dich versteht und den du mit niemandem teilen brauchst!“[194]

B. und D. (die Lebensmittelkartenlieferanten) waren verhaftet worden, die Untergetauchten hatten keine Marken (außer ihren 5 Lebensmittelkarten) und kein Fett[195].

Kleimans Gesundheitszustand besorgte alle. Er hatte wahrscheinlich wieder Blutungen bekommen und war bewusstlos geworden[196].

Kleiman hatte doch keine Blutungen, sondern einen Nervenzusammenbruch, daher die Bewußtlosigkeit[197].

B. und D. wurden aus dem Gefängnis wieder entlassen. Brouwers Frau erwartete an diesem Tag ein Kind. Kleimans Bewusstlosigkeit war doch durch eine schwere Magenblutung entstanden. Am Tag zuvor war in unmittelbarer Näher ein Flieger abgestürzt. Direkt auf die Schule, in der aber keine Kinder waren. Es gab einige Tote[198].

„Stell dir mal vor wie interessant es sein würde, wenn ich einen Roman  vom Hinterhaus herausgeben würde, nach dem Titel allein würden die Leute denken, dass es ein Detektiv-Roman wäre. Aber nun im Ernst es muss ungefähr 10 Jahre nach dem Krieg schon komisch anmuten wenn man erzählt wie wir als Juden hier gelebt, gegessen und gesprochen haben.“ Herr van Pels hatte Geburtstag[199].

April

Anne wollte Journalistin wurden. „Ich weiß dass ich schreiben kann ... aber ..... ob ich wirklich Talent habe das steht noch dahin. ... Evas Traum ist mein bestes Märchen ... Vieles aus Cadys Leben ist auch gut, aber das Ganze ist nichts! ... ich wollte noch fortleben auch nach meinem Tod !“[200]

Anne hatte die Stammbäume vieler Königshäuser ausgearbeitet[201].

Im Lager wurde am Abend des 09.04.1944 (Ostersonntag) eingebrochen. Otto Frank, Herr van Pels und Peter gingen herunter. Als sie wieder ins Hinterhaus kamen, sagten sie, man erwarte die Polizei im Haus. Das Licht wurde ausgeschaltet. Dann gingen die Männer wieder herunter. Van Pels hatte im Lager, als die Männer die Diebe überraschten, laut „Polizei !“ gerufen. Die Einbrecher flohen. Die Untergetauchten schliefen auf dem Boden, wo sie gerade waren und verhielten sich so still wie es nur irgendwie ging. Am Ostermontag rief Otto Frank um 7:00 Uhr Kleiman an[202], der mit Miep und Jan gemeinsam sofort kam. Der Kartoffellieferant der Helfer, van Hoeven, sagte zu Jan, er habe den Einbruch bemerkt und ins Lager geleuchtet (das hatten die Männer auch schon erzählt), habe die Polizei aber nicht gerufen. „da ich das bei Ihnen nicht wollte, ich weiß wohl nichts, aber ich vermute viel.“[203]

Am 11.04.1944 sagte Anne zu Miep, dass sie auch gerne Holländerin sein würde. Miep versprach ihr : „Wenn alles vorbei ist, kannst du werden, was du willst.“[204]

„Peter hatte vergessen den Riegel vor der Tür aufzumachen. Die Folge ist dass Kugler mit den Männern nicht ins Haus konnte, er ist zu Keg gegangen und hatte das Küchenfenster zerbrochen. Unsere Fenster standen offen und auch das sah Keg. Was wurden sie bei Keg wohl denken ? Und van Maaren ? Miep ist auch wieder sehr erschrocken da M. & S. verhaftet sind, aber das hatte nun mit uns nichts zu tun.“[205]

Peter küsste Anne zum erstenmal[206].

Am 17.04.1944 begann Anne das Tagebuch III[207].

„da van Maaren uns nicht hören darf“[208]

„Nach aller Wahrscheinlichkeit hatte er [van Maaren] Kartoffelmehl gestohlen und wollte Bep nun die Schuld in die Schuhe schieben“[209]

Obwohl Pfeffer sich samstags nicht mehr in Kuglers Büro setzen sollte, da er vom Chef von Keg gehört wurden könnte, setzte er sich weiterhin in das Büro. „Van Maaren, wollte Bep die Schuld von den vielen gestohlenen Waren in die Schuhe schieben und behauptet die gröbsten Lügen über sie. Viel Kartoffelmehl ist weg und wie schade, unsere Privat-Truhe auf dem vorderen Dachboden ist fast ganz geplündert. Wahrscheinlich ist Van Maaren auch misstrauisch wegen uns; er legt im Lager die Bücher und Papiere auf die äußersten Kanten, so dass wenn man nur hindurch ging, es schon fallen muss.“ Mit Herrn Voskuijl (Beps Vater) ging es zu dieser Zeit immer weiter bergab. Er hatte schon über 10 Tage fast 40° Fieber. Wahrscheinlich hatte der Krebs die Lunge erreicht[210].

Am 30.04. hatte Pfeffer Geburtstag[211].

Mai

Am 12.05. hatte Otto Frank Geburtstag, „Vater und Mutter waren 19 Jahre verheiratet“[212].

Am 20.05.1944 begann Anne mit ihrem „Hinterhaus“[213].

„Bep hatte sich verlobt !“ Mit Bertus. „Bep liebt ihn nicht und das ist für mich Grund genug um ihr von der Hochzeit abzuraten. ... Eine ganze Menge Faktoren spielten bei dieser Verlobung eine Rolle, erstens der kranke Vater, der viel von Bertus hält, zweitens dass sie die älteste von allen Voskuyl-Mädchen ist und dass ihre Mutter sie wegen ihrer Mannlosigkeit neckt, drittens dass sie gerade noch 24 ist und darauf legt Bep viel Wert.“ Am Morgen des 25.05.1944 wurde van Hoeven, der Kartoffellieferant, verhaftet. Er hatte zwei Juden im Haus[214]. Das Geschäft war in der Leliegracht[215]. Miep macht eine nette Verkäuferin in der Rozengracht durch ihre Freundlichkeit so nach und nach zur neuen Gemüselieferantin der Untertaucher[216].

Juni

Kleiman stand vor einer neuen Magenoperation[217].

„... die Invasion hatte begonnen !“[218]

Zu ihrem 15. Geburtstag bekam Anne folgende Geschenke : „die 5 Springer Bücher, eine Garnitur Unterwäsche, zwei Gürtel, ein Taschentuch, zwei Yoghurts, ein Glas Marmelade, 2 Honigkuchen, (kleines Format) Pflanzenkundebuch von Vater und Mutter, Doublé Armband von Margot, Patria-Buch v.P., Biomalz und Gartenwicken Pf, Süßigkeiten Miep, Süßigkeiten und Hefte Bep und der Höhepunkt das Buch Maria Theresia und 3 Scheiben vollfetten Käse von Kugler. Von Peter einen schönen Strauß Pfingstrosen; der arme Junge hatte sich soviel Mühe gegeben um etwas zu finden aber nichts hatte geklappt. ... Peter hatte mich gern, nicht als Verliebter sondern als Freund ...“[219]

Frau van Pels hatte keine Lebenskraft mehr, sprach von Selbstmord. Am Abend des 15.06.1944 wurde von allen Privatleuten das Telefon abgeschnitten[220].

Juli

Es ist ein großes Wunder dass ich nicht all meine Erwartungen aufgegeben habe, denn sie scheinen absurd und unausführbar. Trotzdem halte ich sie fest, trotz allem weil ich noch immer an die innere Güte des Menschen glaube.“[221]

Ein Schreiben der Wirtschaftsprüfstelle vom 01.07. an Opekta beinhaltet die Mitteilung, man stimme dem Austritt „des jüdischen Direktors Otto Frank“ im Dezember 1941 zu und sei, davon ausgehend, dass „Juden in dem Unternehmen weder personell noch kapitalmäßig Einfluss haben“, zu der Entscheidung gelangt, dass das Unternehmen nicht mehr anmeldepflichtig im Sinne der Verordnung Nr. 189/1940 ist[222].

August

Die Belegschaft der Pectacon und der Opekta belief sich nur noch auf neun Personen, unter ihnen drei Vertreter[223].

Am 04.08.1944, einem Freitag, wurden die Untertaucher verhaftet.

Die Franks (Anne, Edith, Margot, Otto), die van Pels (Hermann, Peter, Petronella), Herr Pfeffer, Herr Kleiman und Herr Kugler wurden am 04.08.1944 direkt von der Prinsengracht zum Amsterdamer Hauptquartier des SD in der Euterpestraat[224] gebracht. Hier wurden die Helfer von den Untergetauchten getrennt. Kleiman und Kugler wurden noch am gleichen Tag in das Untersuchungsgefängnis am Amstelveenseweg gebracht.

Die acht jüdischen Gefangenen wurden am 05.08. in die Haftanstalt an der Weteringschans gebracht.

Die acht jüdischen Gefangenen wurden am 08.08. in das Judendurchgangslager Westerbork überführt. In Westerbork kamen alle zunächst in die S (Strafbaracke)[225]. Hier blieben sie den ganzen August. Hier soll Anne ständig mit Peter zusammen gewesen sein und sie soll einen strahlenden und glücklichen Eindruck gemacht haben[226].

September

Die Familien Frank, van Pels und Herr Pfeffer wurden am 03.09. von Westerbork mit dem letzten Zug nach Auschwitz deportiert.

In der Nacht vom 05. auf den 06.09.1944 kamen die acht jüdischen Gefangenen im Lager Auschwitz an, zusammen mit 1.011 anderen Personen. Der Transport bestand aus 498 Männern, 442 Frauen und 79 Kindern. Auf dem Bahnsteig wurde selektiert. 258 Männer und 212 Frauen wurden ins Lager gelassen und bekamen eine Nummer auf ihren linken Arm tätowiert, die übrigen 549 Personen aus diesem Transport, darunter alle Kinder unter fünfzehn Jahren, wurden noch am gleichen Tag (06.09.1944), vergast[227]. Unter ihnen befand sich Herr van Pels[228].

Die Frauen wurden im Frauenblock 29 untergebracht[229], von den Männern sind keine Einzelheiten bekannt.

Kleiman und Kugler wurden am 07.09.1944 ins Untersuchungsgefängnis an der Weteringschans überführt.

Kleiman und Kugler wurden am 11.09.1944 in das Polizeiliche Durchgangslager Amersfoort überführt, sollten zum Arbeitseinsatz nach Deutschland gebracht werden.

Kugler sollte in der Nacht vom 17. auf den 18.09.1944 mit einem Transport von 1.100 Mann von Amersfoort aus in ein Arbeitslager nach Deutschland überführt werden. Als Folge der Luftlandungen bei Arnheim und des Beginns der Operation Market-Garden wurde der Transport abgesetzt.

Am 03.09.1944 stießen die Briten nach Südholland vor[230].

Am 18.09.1944 wurde Kleiman wegen einer Magenblutung dank Vermittlung des Niederländischen Roten Kreuzes aus dem Lager entlassen. Im Lagerregister steht „Entlassen Heimatort“[231].

Kurz vor Ende des Monats kapitulierten die Briten in Arnheim[232].

Der abgesetzte Transport (in der Nacht vom 17. zum 18.09.1944) wurde mit 1.100 Mann am 26.09.1944 nach Zolle überführt, um unter deutscher Bewachung Panzergräben und andere Befestigungsanlagen auszuheben.

Kugler wurde am 30.09.1944 mit einer Gruppe Leidensgenossen nach Wageningen gebracht und dort, ebenfalls unter deutscher Bewachung, für Erdarbeiten eingesetzt.

Oktober

Vermutlich wurden Anne und Margot Frank mit einem Transport am 28.10.1944 nach Bergen-Belsen überführt[233].

Es scheint unwahrscheinlich, dass Pfeffer am 28.10.1944 von Auschwitz nach Buchenwald und von dort weiter nach Neuengamme überführt wurde. Wahrscheinlicher scheint, dass Pfeffer am 29.10.1944 von Auschwitz nach Sachsenhausen und von dort weiter nach Neuengamme überführt wurde[234].

Vermutlich trafen Anne und Margot Frank am 30.10.1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ein. Sie kamen in ein Zeltlager.

November

Kleiman ließ sich am 06.11.1944 bei der Kamer van Koophandel (Handelskammer) als stellvertretender Direktor von Gies & Co. eintragen. Nach dem Krieg wurde er wieder Direktor von Pectacon. Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Tod 1959[235].

Ein schwerer Herbststurm raste am 07.11.1944 über die Lüneburger Heide und fegte mehrere Zelte des Zeltlagers weg[236]. Anne und Margot kamen ins Sternlager.

Frau van Pels wurde am 24.11.1944 mit einer Gruppe von acht Frauen von Auschwitz nach Bergen-Belsen gebracht.

Dezember

Dr. Pfeffer starb am 20.12.1944 im Konzentrationslager Neuengamme[237].

Henks Mutter starb[238].

1945

Januar

Edith Frank-Holländer starb am 06.01.1945 im Konzentrationslager Auschwitz[239].

Peter van Pels wurde am 16.01.1945 von den SS-Bewachern auf einen der „Evakuierungsmärsche“ mitgeschleppt.

Otto Frank erlebte als einziger der acht Untergetauchten die Befreiung des Lager Auschwitz am 27.01.1945[240].

Februar

Frau van Pels wurde am 06.02.1945 nach Buchenwald gebracht.

In Kampen kamen Miep und eine Bekannte am 15.02.1945, ihrem Geburtstag, zu den Militärbaracken, wo der Küchenchef arbeitete. Er schmuggelte sie heimlich geradewegs in die Küche und sagte : „Setzen Sie sich, Sie können soviel essen, wie sie wollen.“ Das ließ Miep sich in jenen Zeiten nicht zweimal sagen. Über Nacht mussten die beiden in einer Zelle bleiben; sie konnten nicht zurück nach Amsterdam, weil sie sich „überfressen“ hatten[241].

März

Otto Frank trat am 05.03.1945[242] seine Heimreise per Zug in Richtung Odessa an. In Kattowitz traf Otto Frank Frau de Wiek, die er vom niederländischen „Judensammellager“ Westerbork her kannte und die mit ihm und den anderen nach Auschwitz deportiert wurde. Von ihr erfuhr Otto Frank, dass seine Frau Edith tot war, gestorben in der Krankenbaracke in Auschwitz-Birkenau, neben Frau de Wiek. Über Anne und Margot wusste sie nur, dass sie weggebracht wurden[243]. Während der Zugreise traf er eine Leidensgenossin, Elfriede (Fritzi) Geiringer-Markovits[244].

Ungefähr 600 Mann, unter ihnen Kugler, mussten am 28.03.1945 unter deutscher Bewachung von Wageningen in Richtung Deutschland marschieren. Bei der kleinen Stadt Zevenaar, kurz vor der deutschen Grenze, wurde die Kolonne von britischen Spitfires beschossen; es gab einige Tote. Kugler nutzte die entstandene Verwirrung und floh über die Felder. Einige Tage lang tauchte er bei einem Bauern in der Umgebung unter, dann fuhr er mit einem Fahrrad in Richtung Westen[245].

Vermutlich sind Anne und Margot Frank am 31.03.1945 Opfer der Typhusepidemie geworden[246]. Es gibt jedoch Hinweise, dass beide bereits einige Wochen vorher gestorben sind, vermutlich Ende Februar oder Anfang März. Etliche Gefangene, alles Frauen, haben nach dem Krieg erklärt, dass Margot ein paar Tage eher gestorben sei als Anne[247].

April

Frau van Pels wurde am 09.04.1945 nach Theresienstadt gebracht. Zwischen dem 09.04.1945 und dem 08.05.1945 starb sie in Deutschland oder der Tschechoslowakei. Dem Niederländischen Roten Kreuz ist nichts näheres bekannt[248].

Ungefähr Mitte des Monats kam Kugler wieder in seinem Wohnort Hilversum an, wo er sich bis zur Befreiung, einige Wochen später, versteckt hielt[249]. Nach der Befreiung trat er seinen alten Posten wieder an. Kugler wurde vom KZ Amersfoort in mehrere Zwangsarbeitslager überführt, das letzte war ziemlich dicht an der deutschen Grenze. An einem Wintermorgen gelang ihm bei einem Tieffliegerangriff auf dem Fußmarsch nach Deutschland die Flucht[250].

Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits kamen am 25.04.1945 mit dem Zug in Odessa, im Süden der Sowjetunion, am Schwarzen Meer, an.

Mai

Am 04.05.1945 kapitulierten die Deutschen[251]. Am 08.05.1945 traf der Hauptteil der kanadischen Armee in Amsterdam ein, nachdem bereits am 07.05.1945 vier kleine Panzer angekommen waren[252].

Peter van Pels starb am 05.05.1945 im Konzentrationslager Mauthausen in Österreich - 3 Tage vor der Befreiung des Lagers[253].

Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits wurden am 21.05.1945 an Bord eines neuseeländischen Schiffes gebracht, die „Monoway“.

Das Schiff mit Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits erreichte am 27.05.1945 Marseille. Hier trennten sich die Wege von Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits[254].

Juni

Otto Frank kehrte am 03.06.1945 nach Amsterdam zurück. Otto Frank war mager, aber das war er von jeher. Er trug ein kleines Bündel. Mieps Augen war blind vor Tränen. Ihr Herz schmolz. Plötzlich hatte sie Angst, mehr zu erfahren. Sie wollte nicht wissen, was geschehen war. Sie würde nichts fragen. Sie standen sich gegenüber. Stumm. Endlich sprach Frank. „Miep“, sagte er leise. „Edith kommt nicht zurück, Miep.“ Es traf Miep wie ein Keulenschlag. Sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. „Kommen Sie herein“, bat sie. „Aber für Margot und Anne, da habe ich große Hoffnung“, fuhr er fort. „Ja. Große Hoffnung“, wiederholte Miep tonlos, um ihn zu bestärken. „Kommen Sie bitte herein.“ Er stand immer noch reglos da. „Miep, von allen, die noch hier sind, stehen Sie und Henk mir am nächsten. Deshalb bin ich hergekommen.“ Miep nahm ihm das Bündel aus der Hand. „Sie bleiben bei uns. Hier ist ein Zimmer für Sie, solange Sie wollen. Und jetzt mache ich uns was zu essen.“ Er kam herein[255]. Er wohnte in den folgenden Jahren bei Miep und Jan Gies[256]. Otto Frank nahm sofort wieder seinen alten Platz im Büro ein[257].

Kurz danach kam der Gemüsemann mit erfrorenen Füßen aus dem Lager zurück[258].

August

Am 01.08.1945 erschien eine Suchanzeige Otto Franks in der Zeitung : „MARGOT FRANK (19 J.) und ANNE FRANK (16 J.) im Jan. auf  Transport aus Bergen-Belsen. O. Frank, Prinsengracht 263, Tel. 37059“[259].

Ende Juli/Anfang August erfuhren Otto Frank, Miep und Jan von Margots und Annes Schicksal von einer Krankenschwester aus Rotterdam per Brief[260]. Miep händigte Otto Frank daraufhin Annes Hefte und Blätter, die sie bis dahin in ihrem Schreibtisch aufbewahrte, aus[261]. Er nahm sie mit in sein Privatbüro und blieb anschließend „ein paar Stunden weg“[262].

Einige Zeit später bot Otto Frank Miep das  Du an. Miep war einverstanden, wollte aber im Büro bei den Kollegen keinen falschen Eindruck erwecken und beim Sie bleiben. Frank wollte dies nicht, willigte aber dennoch ein[263].

Der Untermieter der Franks war deportiert worden und kam zurück[264]. Aber weder der alte Herr, der den Gies’ die Shakespeare-Ausgabe anvertraut hatte, noch die Nachbarin der Gies’, die ihnen den Kater Berry anvertraut hatte, sind zurückgekommen[265].

Nach dem Lesen tippte Otto die Papiere in der Wohnung der Gies mit einer Schreibmaschine in gekürzter Form ab[266]. Einiges übersetzte er ins Deutsche und schickte es nach Basel zu seiner Mutter, die kein Niederländisch konnte[267]. Nach Auskunft von Otto Frank ist diese erste Abschrift verloren gegangen[268]. Die Familie besaß jedoch noch eine andere, vermutlich später getippte Abschrift von Tagebuch I. Otto Frank fertigte ein Tiposkript I an und übergibt es seinem alten Freund Albert Cauvern, dem Ehemann seiner früheren Sekretärin Isa Cauvern, zum Überarbeiten[269]. Cauvern, der seiner Bitte entsprach, arbeitete 1945 als Dramaturg bei der VARA (Niederländische sozialistische Rundfunkanstalt). Cauvern formulierte auch das Schlusswort des Tagebuches :

„Hier endet Annes Tagebuch.

Am 4. August überfiel die Grüne Polizei das Hinterhaus ...

Im März 1945 starb Anne im Konzentrationslager Bergen-Belsen, zwei Monate vor der Befreiung unseres Landes.“

Dieses Tiposkript I ist scheinbar nicht erhalten geblieben. Es existiert zwar ein Tiposkript I, jedoch sagte Cauvern 1981, dass es sich dabei nicht um das von ihm korrigierte handelt[270].

September

Am 17.09.1945 ist von der niederländischen Regierung in London unter anderem bestimmt worden, dass die Verordnungen zur Entfernung der Juden aus dem Wirtschaftsleben „angesehen wurden, als seien sie nie gültig gewesen“[271]. Pectacon entstand neu. Otto Frank übernahm wieder - neben Kleiman - seinen Posten als Direktor; Kugler wurde Prokurist.

Sommer

Kleiman schied als stellvertretender Direktor der Gies & Co. aus.

1946

Das von Otto Frank gekürzte und von anderen verbesserte und geänderte Tiposkript I wurde, vermutlich Anfang 1946, von Isa Cauvern mit der Schreibmaschine sauber abgeschrieben[272]. So entstand das Tiposkript II. Auch dieses ist erhalten geblieben und befindet sich im Besitz der Familie Frank, die es für die Dauer der Untersuchung dem Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) zur Verfügung gestellt hatte[273]. Dieses Tiposkript II stellte Otto Frank Freunden und guten Bekannten zur Verfügung, um zu erfahren ob eine Veröffentlichung einen Sinn habe. Einer dieser Leute ist der Privatdozent und spätere Professor für Publizistik und Massenpsychologie in Amsterdam, Dr. Kurt Baschwitz[274]. Otto Frank hatte seinem Freund Dr. Werner Cahn[275] einige Passagen aus den Handschriften seiner Tochter vorgelesen. Cahn ist beeindruckt und wollte einen Verleger finden. An Publikation hatte Otto Frank noch nicht gedacht. Doch nun wurde er sowohl von Em. Querido’s Uitgeverij (Verlag Em. Querido) als auch vom deutschen S. Fischer Verlag abschlägig beschieden[276]. Cahn erhielt eine Abschrift des Tiposkript II. Er ist inzwischen als Redakteur/Korrektor für die ENSIE-encyclopedie[277], deren Herausgeber der Amsterdamer Professor für Geschichte Dr. Jan Romein ist, tätig. Cahn wollte das Urteil dessen Frau, Annie Romein, über Anne Franks Texte erfahren und gab ihr seine Abschrift des Tiposkript II[278]. Offensichtlich erkannte sie die Bedeutung von Annes Tagebuchaufzeichnungen; sie scheint ihrerseits versucht haben, sie bei einem Verlag unterzubringen, unter anderem auch bei Em. Querido’s Uitgeverij (Verlag Em. Querido), doch der wollte nicht[279]. Auch die Verlage De Republiek der Letteren, De Bezige Bij und J.M. Meulenhoff scheinen angesprochen worden zu sein, lehnten aber ab[280]. Dr. O. Noordenbos, damals Lektor des Verlags H. Meulenhoff, hatte in seinem Verlag vorgeschlagen, das Tagebuch herauszugeben. Aber wegen „des sehr persönlichen Charakters des Tagebuches und der darin enthaltenen sexuellen Bekenntnisse“ lehnte Meulenhoff es ab[281].

April

Jan Romein las die Aufzeichnungen und war sehr beeindruckt. Sein Artikel „Kinderstem“ (Kinderstimme) erschien am 03.04.1946 in der Tageszeitung Het Parool[282].

Mai

Am 15.05. heiratete Bep und verließ die Prinsengracht. Als Nachfolger wurde ein junger Mann eingestellt[283].

Dieser Artikel erregte Aufmerksamkeit. Verschiedene Verlage traten an Romein heran und wurden an Cahn weiterverwiesen. Einer dieser Verlage ist der Verlag Contact in Amsterdam. Das Tiposkript II landet beim Contact-Verlag. Auch hier gab es zunächst wieder Probleme wegen einiger Briefe, in denen Anne z.B. über Menstruation geschrieben hatte[284]. Für Änderungen und Streichungen musste jedoch zunächst das Einverständnis Otto Franks als Erbe Annes eingeholt wurden. Das ist auch der Fall[285]. Das Tiposkript II befindet sich heute im Besitz der Familie Frank[286].

Im Sommer des gleichen Jahres veröffentlichte das 1946 gegründete Blatt De Nieuwe Stem (Die neue Stimme) fünf „Fragmenten uit het dagboek van Anne Frank“ (Fragmente aus dem Tagebuch der Anne Frank)[287].

Tiposkript II wurde überarbeitet - das Manuskript war fertig.

Dezember

Miep und Jan beschlossen, in eine andere Wohnung in ihrem Viertel umzuziehen[288].

1947

Miep kündigte ihr Arbeitsverhältnis. Miep widmete sich ihrem Haushalt; Bep erwartete ein Kind[289].

Anfang des Jahres siedelten Miep, Henk und Otto in die Jekerstraat 65 zu einem Freund namens van Caspel um. Jeden Samstagabend trafen sie sich in einer Runde - Jan und Miep, Frau Dussel und mehrere andere Freunde - und spielten Canasta. Otto Frank beteiligte sich nicht daran. Aber er verabredete sich jetzt regelmäßig am Sonntag mit ein paar Freunden zum Kaffee - alles Juden, die unsägliche Leiden überlebt hatten[290].

Februar

Das Nederlands Beheers Instituut (NBI, staatliche niederländische Vermögensverwaltung konfiszierter Güter) beschloss, dass Otto Frank nicht länger „feindlicher Staatsbürger[291] [sei] im Sinne des Besluit Vijandelijk Vermogen (Beschluss feindliches Vermögen)“[292]. So konnte er wieder offiziell seine Funktion als Direktor der Opekta ausüben. Kleiman blieb weiter als Direktor im Amt.

Sommer

„Het Achterhuis. Dagboekbrieven van 12 juni 1942 - 1 augustus 1944“ erschien mit einem Vorwort von Annie Romein und Teilen von Jan Romeins Artikel „Kinderstimme“ als Klappentext, in der Prolog-Reihe in einer Auflage von 1.500 Exemplaren im Contact-Verlag, Amsterdam[293].

Mai

Miep ging zum letzten Mal in die Prinsengracht zur Arbeit. Sie verabschiedete sich von jedem einzelnen[294].

Juni

„BUCH“ schrieb Otto Frank am 25.06.1947 in seinen Notizkalender[295].

Otto Frank hatte dem Wunsch seiner Tochter entsprochen, mit Het Achterhuis war dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Für eine neue Übersetzung ins Deutsche bot sich Anneliese Schütz, eine Bekannte Franks, an[296]. Otto Frank willigte ein. Vier Durchschläge der deutschen Übersetzung sind erhalten, alle im Besitz der Familie Frank. Sie unterscheiden sich nur unbedeutend voneinander[297]. Frau Schütz erwies sich nicht als besonders geeignete Übersetzerin für Annes Tagebuch. Otto Frank : „Sie ist zu alt dazu, viele Ausdrücke sind schulmeisterlich und nicht im Ton der Jugend. Auch hatte sie [...] manche holländische Ausdrücke missverstanden.“[298]

Irgendwann hatte Otto Frank Miep dazu überredet, das Tagebuch zu lesen. Miep schloss sich in ihrem Zimmer ein. Mit schrecklicher Angst im Herzen schlug sie das Buch auf und blätterte die erste Seite um. Und nun begann sie zu lesen. Sie las das ganze Tagebuch, ohne Unterbrechung. Vom ersten Wort an hörte sie Annes Stimme, die aus unbekannten Fernen zurückkehrte und zu ihr sprach. Sie verlor jedes Zeitgefühl. Es war Annes Stimme, die da aus dem Buch auferstand, so voller Leben, Stimmungen, Neugier, Empfindungen. Anne war nicht mehr, doch ihre Stimme blieb unzerstörbar. Sie lebte wieder in Mieps Innern. Miep las bis zur letzten Zeile. Es erstaunte sie, wie vieles im Versteck geschehen war, wovon sie keine Ahnung gehabt hatte. Mieps spontane Reaktion war Dankbarkeit, dass sie das Tagebuch nicht nach der Verhaftung gelesen hatte, in den letzten neun Monaten der Besatzung, als es direkt neben ihr in der Schreibtischschublade gelegen hatte. Hätte sie es gelesen, so hätte sie es verbrennen müssen; es wäre für die Menschen, über die Anne geschrieben hatte, zu gefährlich gewesen. Nach dem letzten Wort spürte Miep nicht den Schmerz, den sie erwartet hatte. Sie war vielmehr froh, es endlich gelesen zu haben. Ihre innere Leere schien ihr jetzt überwindbar. So vieles war verloren, Annes Stimme aber würde nie verloren gehen. Mieps junge Freundin hatte der Welt ein eindrucksvolles Vermächtnis hinterlassen. Doch immer, an jedem Tag ihres Lebens, hat Miep sich gewünscht, dass es anders gekommen wäre. Dass Anne und die übrigen durch ein Wunder gerettet worden wären, auch wenn dann Annes Tagebuch der Welt verloren gegangen wäre. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht um sie trauere.“[299]

1948

Otto Frank und Jan Gies wurden zum Aufsichtsrat der Gies & Co. ernannt. Kugler blieb Direktor.

Jan gewann in einer Lotterie und Miep, Jan und Otto machten Urlaub in Grindelwald. Zum ersten Mal seit dem Krieg sah Otto seine Mutter in Basel wieder[300].

1949

November

Otto Frank nahm die niederländische Staatsbürgerschaft an[301].

1950

Die deutsche Ausgabe des „Tagebuch der Anne Frank“, übersetzt von Anneliese Schütz, erschien im Verlag Lambert Schneider in Heidelberg in einer Auflage von 4.500 Exemplaren[302]. Es wurde nur mäßig verkauft.

In Frankreich erschien bei dem Verlag Calmann-Lévy das Journal de Anne Frank. Die Übersetzung aus dem Niederländischen stammte von T. Caren und Suzanne Lombard. Es schien eine direkte Übersetzung des niederländischen Het Achterhuis zu sein.

Juli

Am 13.07.1950 wurde Paul Gies, der Sohn von Miep und Jan, geboren. Im Krankenhaus hatte sie Frau Samson besucht, deren Mann aus England zurückgekommen war[303].

1951

Januar

Am 23.01.1951 überwies das NBI den von Otto Frank inzwischen abbezahlten Betrag (hfl. 5.000,--) an die Nederlandse Bank, zugunsten der schweizerischen Firma[304].

1952

März

Am 31.03.1952 ermächtigte Otto Frank Meyer Levin telegraphisch dazu, in den USA als sein literarischer Agent aufzutreten, mit dem Ziel, eine Bühnenbearbeitung zu erreichen.

Juni

In den USA erschien „Anne Frank : The Diary of a young girl“ im Verlag Doubleday & Co. in New York. In England erschien „Anne Frank : The Diary of a young girl“[305].

Oktober

Levin vollfertigte das Bühnenstück.

Herbst

Otto Frank zog nach Basel, wo seine Mutter und seine Schwester wohnten, um. Bis 1955 kam er regelmäßig für einige Tage nach Amsterdam[306].

1953

Charlotte Kaletta ließ aufgrund des im Jahr 1950 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getretenen „Bundesgesetz über die Anerkennung freier Ehen rassisch und politisch Verfolgter“ ihre Ehe mit Pfeffer nachträglich im Register des Standesamtes Berlin eintragen[307].

Opekta kaufte auf Drängen Otto Franks das Gebäude Prinsengracht 263[308], da es „für Herrn Frank besonderen Wert“ besaß. Es wurde festgelegt, dass Otto Frank „oder eine von ihm zu nennende Stiftung“ das Gebäude zu irgendeinem Zeitpunkt übernehmen sollte.

Ottos Mutter starb in der Schweiz.

Ottos Bruder Robert starb in London, zwei Monate nach der Mutter[309].

Oktober

Otto Frank erteilte Kermit Bloomgarden die Produktionsrechte[310].

November

Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits heirateten[311].

1954

Die Opekta verkaufte das Gebäude Prinsengracht 263 an einen Makler, weil das Gebäude durch den Abriss des Nachbarhauses ernsthaft gefährdet wurde.

Februar

Otto Frank und Elfriede Frank-Markovics wurden im Amsterdamer Einwohnermelderegister nach Basel abgemeldet.

Am 23.02.1954 unterzeichneten Bloomgarden und die MGM als Drehbuchautoren den Vertrag zur Verfilmung.

 

 

1955

Das „Tagebuch der Anne Frank“ erschien in Deutschland als Taschenbuch in der Fischer Bücherei (heute : Fischer Taschenbuch Verlag). Es wurde ein riesiger Erfolg[312].

Der Makler verkaufte das Gebäude Prinsengracht 263 an eine Amsterdamer Konfektionsfabrik.

Kugler wanderte nach Kanada aus[313].

Februar

Otto Frank und Kugler traten zum 01.02.1955 als Direktor bzw. Prokurist der Pectacon zurück. Kleiman blieb bis zu seinem Tod Direktor der Pectacon.

Otto Frank, Jan Gies und Kugler schieden aus der Gies & Co. aus. Die Firma wurde verkauft[314].

Oktober

In den USA wurde am 05.10.1955 die Bühnenbearbeitung vom „Tagebuch der Anne Frank“ uraufgeführt - allerdings die Broadway-Version der Hakketts und nicht die von Meyer Levin. Die Kritiken waren gut bis sehr gut[315]. Die Schauspieler, der Regisseur und die Hakketts bekamen einige Preise, darunter den Pulitzer-Preis für Schauspiel.

1956

Frühjahr

Bei den Pariser Theaterfestspielen wurde „Das Tagebuch der Anne Frank“ nicht aufgeführt, obwohl in den Jahren zuvor regelmäßig das Stück, das den Pulitzer-Preis des Vorjahres gewann, aufgeführt wurde. Angeblich wollten die USA das nicht, weil die Deutsch-Französische Beziehung gestört wurden könnte[316].

August

Ende des Monats ist in Göteborg die europäische Premiere des Theaterstückes gewesen.

Oktober

Am 1.10.1956 wurde das Theaterstück in Berlin aufgeführt.

November

Am 27.11.1956 wurde das Theaterstück erstmalig in den Niederlanden aufgeführt. Elli und ihr Mann, Kleiman mit Frau sowie Miep und Jan waren dazu eingeladen. Das Stück zu sehen bedeute für Miep ein sehr seltsames Erlebnis. Sie wartete darauf, dass ihre Freunde leibhaftig auf die Bühne kämen, nicht die Schauspieler und Schauspielerinnen[317].

Ende

Meyer Levin reichte beim Supreme Court of the State of New York (dem höchsten Gerichtshof des Staates New York) Klage gegen Otto Frank und Kermit Bloomgarden ein[318]. Levin führte an, er sei gebeten worden, das Theaterstück zu schreiben, doch dann sei es zu Betrug und Vertragsbruch gekommen. Außerdem seien seine Rechte für Israel gefährdet. Er forderte $200.000,-- Schadenersatz.

1957

„Das Tagebuch de Anne Frank“ wurde in den USA verfilmt.

Die Amsterdamer Konfektionsfabrik schenkte das Gebäude Prinsengracht 263 der in diesem Jahr gegründeten Anne Frank Stichting (Anne Frank Stiftung).

November

Das schwedischen Blatt Fria Ord publizierte zwei Artikel, die die Authentizität des Tagebuches der Anne Frank, angriffen[319]. Unter dem Titel „Judisk Psyke - En studie kring Anne Frank och Meyer Levin“ (Jüdische Psyche - Eine Studie um Anne Frank und Meyer Levin) stellte Harald Nielsen, ein dänischer Literaturkritiker, die Echtheit des Tagebuches in Frage. Mit einem Hinweis auf einen kurzen und sachlichen Bericht in der Tageszeitung De Telegraaff vom 11.04.1957 suggerierte Nielsen, dass Meyer Levin derjenige sei, der dem Tagebuch seine endgültige Form gegeben habe. Mit Hilfe suggestiver Bemerkungen[320] versuchte Nielsen, Zweifel an der Authentizität aufkommen zu lassen. Ferner ging er ausführlich auf den jüdischen Hintergrund des Werkes von Meyer Levin ein. Er schließt seinen Artikel mit dem Hinweis, dass die Erinnerungen Meyer Levins, 1951 in dem Buch In Search[321] beschrieben, den Vorteil hätten, unbestritten authentisch zu sein.

1958

Januar

Richter Coleman wies am 07.01.1958 die Klage Meyer Levins wegen Betrug und Vertragsbruchs zurück. Dennoch sollten ihm Otto Frank und Kermit Bloomgarden $50.000,-- Schadenersatz zahlen, weil die Hacketts Levins Material und seine Ideen verwendet hätten. Der Supreme Court wies dies zurück.

März

Das norwegische Blatt Folg og Land, Organ der ehemaligen SS-Division Wiking, veröffentlichte einen Artikel, in dem unter Hinweis auf den Meyer-Levin-Prozeß behauptet wurde, das Tagebuch sei höchstwahrscheinlich eine Fälschung[322].

April

Ausschnitte des Artikels in der Folg og Land erschienen übersetzt in Wien, im Blatt Europa Korrespondenz[323].

Mai

Im Reichsruf, Wochenzeitung für das nationale Deutschland[324], dem Organ der 1050 gegründeten rechtsradikalen Deutschen Reichspartei, erschienen übersetzte Ausschnitte des Artikels der Folg og Land.

Oktober

Am 10.10.1958 schrieb Lothar Stielau[325] in einer Ehemaligenzeitung, der Zeitschrift der Vereinigung ehemaliger Schüler und der Freunde der Oberschule zum Dom e.V. Lübeck, eine Besprechung anlässlich der Aufführung des Theaterstückes Tom Sawyers großes Abenteuer. Ungefähr in der Mitte des Artikels befand sich folgende Passage:

„Die gefälschten Tagebücher der Eva Braun, der Königin von England und das nicht viel echtere der Anne Frank haben den Nutznießern der deutschen Niederlage zwar einige Millionen eingebracht, uns dafür aber auch recht empfindlich wurden lassen.“[326]

November

Der Fischer Verlag wurde durch den Zentralrat der Juden in Deutschland auf Stielaus Äußerungen aufmerksam gemacht. Eine Woche später erfuhr auch Otto Frank davon, als er sich zu einer Besprechung im Verlag aufhielt[327].

1959

Januar

Kleiman starb am 30.01. in Amsterdam[328].

Am 06.01.1959 nahm der Vorsitzende der Deutschen Reichspartei in Schleswig-Holstein, Heinrich Buddeberg[329], der in den Lübecker Nachrichten einen Leserbrief veröffentlichte, seinen Parteigenossen in Schutz. Dieser hatte unterdessen geäußert, er hätte lieber verfälscht als gefälscht schreiben sollen. Buddeberg betrachte Stielau als Opfer der Sozialdemokraten, die, ebenso wie andere, auf Stielaus Entlassung aus dem Lehrdienst drängten. Stielau wurde am Tag des Erscheinens des Leserbriefes vom Dienst suspendiert.

Noch im gleichen Monat erstattete Dr. A. Flesch, Rechtsanwalt in Frankfurt, im Namen Otto Franks und einige Tage später im Namen der beiden betroffenen Verlage bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Lübeck Strafanzeige gegen Stielau und Buddeberg wegen übler Nachrede, Verleumdung, Beleidigung, der Diffamierung des Andenkens einer Toten und antisemitischer Äußerungen. Darin führte er aus, die von Anne Frank geschriebenen Manuskripte befänden sich in Amsterdam, und ihre Authentizität könne bewiesen wurden[330]. Noch im gleichen Monat ließ der Bundesjustizminister den Justizminister von Schleswig-Holstein wissen, dass er wegen der besonderen Bedeutung der Angelegenheit ständig informiert wurden wolle[331]. Die Voruntersuchungen konnten beginnen.

April

Am 16.04.1959 hatte der Fil Premiere im City Theater in Amsterdam. Auch dazu wurden alle eingeladen. Königin Juliana und ihre Tochter, Kronprinzessin Beatrix, waren anwesend. Frau Kleiman, Elli und Miep wurden ihnen vorgestellt. Soviel Miep weiß, hat sich Otto Frank weder das Theaterstück noch den Film angesehen. Er wollte es nicht[332].

Juni

Am 18.06. wurde Stielau erstmalig durch den Ermittlungsrichter vernommen. Am 25.06. wurde die Vernehmung fortgesetzt. In dieser Vernehmung behauptete Stielau, sein Artikel habe sich nicht auf das Buch sondern auf das Theaterstück bezogen. Dann musste Stielau jedoch zugeben, das Theaterstück weder gelesen, noch eine Aufführung gesehen zu haben. Die Zweifel an der Echtheit seien durch Presseartikel entstanden[333].

Juli

Am 02.07.1959 wurde ein Kollege Stielaus über die „Ehemaligenzeitschrift“[334] befragt. Am 16.07. wurde Otto Frank erneut vernommen.

September

Am 29.09. wurden Bep Voskuijl und Miep und Jan Gies als Zeugen gehört. Getrennt berichteten sie von ihrer Kenntnis der Tatsache, dass Anne Tagebuch schreibt, vom Fund der Tagebücher und der losen Tagebuchblätter und von der Rückkehr Otto Franks[335].

Oktober

Nach dem offiziellen Auftrag vom 13.10.1959 erhielten Dr. Hübner, Frau Becker und Frau Ockelmann, die vom Ermittlungsrichter in einem späteren Stadium als Sachverständige hinzugezogen wurde, die Möglichkeit, im gleichen Monat nach Basel zu reisen, um dort die Untersuchungen vorzunehmen[336].

Am 26.10.1959 kam vor dem Supreme Court ein Vergleich zustande[337]. Gegen den Betrag von $15.000,--, von Otto Frank an Meyer Levin zu zahlen, ließ letzterer die Pfändung der Tantiemen aufheben und übertrug alle Urheberrechte seiner Bühnenbearbeitung, egal in welcher Sprache, einschließlich der hebräischen Fassung, sein Rundfunkmanuskript und was er sonst noch in Bezug auf das Tagebuch der Anne Frank geschrieben hatte, an Otto Frank. Die Übertragung der Urheberrechte wurde noch am gleichen Tag von einem Notar festgehalten.

1960

April

Dr. Annemarie Hübner händigte am 14.04.1960 ihr Gutachten dem Ermittlungsrichter aus[338] : „Der Text des Druckmanuskriptes [= Tiposkript II] muss nach Inhalt, Gedankengehalt und Form als authentisch bezeichnet wurden.“[339] Auch die deutsche Übersetzung müsse „als quellenecht bezeichnet wurden“[340].

Am 25.04.1960 wurde Stielau erneut vernommen. Er blieb dabei, 1958 das Theaterstück gemeint zu haben[341].

Mai

Stielau wurde von den Rechtsanwälten Prof. Dr. Noack und Dr. Noack aus Kiel verteidigt, die dem Ermittlungsrichter im Mai 1960 Bedenken gegen Dr. Hübner schriftlich zukommen ließen. Ihre Qualifizierung reichte ihnen nicht aus[342].

Am 07.05. kamen Frau Becker und Frau Ockelmann in ihrem 131 Seiten umfassenden Bericht zu der Schlussfolgerung, alle Eintragungen in den Tagebüchern I, II und III und in den losen Blättern, einschließlich der eingeklebten Zettel, zusätzlich alle Verbesserungen und Nachträge seien mit der Handschrift Annes „identisch“. Sie erwähnten nicht, dass sich im Tagebuch I ein eingeklebter Brief Otto Franks, eine eingeklebte Karte von „Jacque“ und eine Geburtsanzeige von Ruth Cauvern befanden. Becker und Ockelmann sagten weiterhin, dass die losen Blätter nicht vor den Tagebüchern I, II und III entstanden waren[343].

Juni

Ein Obergutachter wurde vom Ermittlungsbeamten für notwendig befunden[344].

Juli

Als Obergutachter wurde Prof. Dr. Friedrich Sieburg, ein bekannter Publizist und Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, offiziell beauftrag, eine Expertise zu erstellen, ohne dass jedoch deutlich ist, was dieser Auftrag beinhaltete[345].

Oktober

Am 30.10.1960 schloss Sieburg sein Gutachten ab. Das Gutachten befasste sich jedoch in erster Linie mit dem Inhalt und der Bedeutung des Tagebuches. Seine Anmerkungen zu den Tagebüchern I, II und III, den losen Blättern und dem Geschichtenbuch waren dem Hübner-Gutachten entnommen. Sieburg ist dem Holländisch nicht mächtig.

Alle drei Gutachten, die zu diesem Zeitpunkt vorlagen waren aus den weiter oben genannten Tatsachen wertlos. Stielau und Buddeberg hatten sich der Auffassung des Staatsanwalts nach durch das Leugnen der Echtheit der „üblen Nachrede“ (§186 StGB) schuldig gemacht, durch die Formulierung „Nutznießer der deutschen Niederlage“ der „Beleidigung“ (§185 StGB). Auf diesen Delikten stand eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu zwei Jahren. Der Fall müsse, so der Staatsanwalt, vor dem Landgericht Lübeck verhandelt wurden[346].

1961

Juni

Die Dritte Strafkammer des Landgerichts Lübeck kam am 01.06.1961 zu der Entscheidung, Stielau und Buddeberg seien ausreichend verdächtigt, um das Hauptverfahren gegen sie zu eröffnen[347].

Oktober

Am 17.10.1961 ging die Sache plötzlich aus wie das Hornberger Schießen. Noch bevor es zur ersten Verhandlung kam, waren die Anwälte Stielaus und Buddenbergs und die Anwälte Otto Franks und der Verleger zu einem Vergleich gekommen. Das gereicht tat nichts anderes, als das Verfahren einzustellen und über die Höhe der angelaufenen Gerichtskosten zu beschließen. Der Vergleich wurde schriftlich festgelegt und lief auf folgendes hinaus :

Stielau und Buddeberg erklärten, sie seien aufgrund der Voruntersuchung zu der Überzeugung gekommen, dass Stielaus Vorwurf, das Tagebuch sei eine Fälschung, unbegründet sei. Die Gutachten der Sachverständigen Zeugen und die Zeugenvernehmungen hätten sie von der Echtheit überzeugt. Sie zeigten Bedauern über ihre Äußerungen, die sie ohne Versuch einer Nachprüfung gemacht hatten. Stielau nahm mit Bedauern den Ausdruck „Nutznießer der deutschen Niederlage“ zurück.

Stielau und Buddeberg erklärten zugleich, dass sie weder Otto Frank noch die Verleger hatten verletzten noch dem Andenken Anne Franks hatten schaden wollen. Otto Frank und die Verleger nahmen Kenntnis von der Tatsache, dass während der Voruntersuchung keine antisemitischen Tendenzen bei den Beklagten zu erkennen gewesen seien.

Die Beklagten stimmten einer Veröffentlichung dieses Vergleichs zu. Otto Frank und die Verleger kündeten an, dass sie die Klage zurückzögen. Stielau erklärte seine Bereitschaft, sich mit DM 1.000,00 an den Gerichtskosten zu beteiligen[348].

Stielau wollte also DM 1.000,00 zu den Gerichtskosten beitragen, aber Buddeberg weigerte sich, etwas zu bezahlen, und das gereicht ist damit einverstanden. Die restlichen Kosten in Höhe von DM 10.000,-- sollten von der Staatskasse übernommen wurden[349].

1962

Otto Frank zog von Basel in den Vorort Birsfelden.

1963

Dass es solange dauerte, bis man Karl Josef Silberbauer 1963 (durch Simon Wiesenthal) auf die Spur kam, ist auch eine Folge der Haltung Otto Franks. Er hatte seine Frau und seine Töchter verloren, hielt jedoch nichts von Rache oder Vergeltung. Schon kurz nach dem Krieg, als er erfuhr, dass die Helfer den Namen Silberbauer kannten, hatte er sie gebeten, diesen Namen der Öffentlichkeit nicht preiszugeben. In Österreich, argumentierte er, gäbe es viele Menschen, die Silberbauer hießen; man könnte vielleicht einen Falschen für den SD-ler halten, der die Verhaftung durchgeführt hatte. Otto Frank bat die Helfer, den Namen Silberthaler zu benutzen - ein Name, der seiner Meinung nach in Österreich nicht vorkam[350].

In dem Brief, den Kleiman kurz nach der Befreiung schrieb, sowie in den Zeugenaussagen während der Untersuchung 1948, wurde der Name Silberbauer von den Helfern jedoch genannt; Schnabel gab in seinem 1958 erschienenen Buch den Namen Silberthaler an.

Auch Simon Wiesenthal ist bei seinen Nachforschungen von dem Namen Silberthaler ausgegangen. Er hatte[351] mehr als zwei Jahre gebraucht, um die Vergangenheit der vierzehn Österreicher zu durchforschen, die Silberthaler hießen. Als sich herausstellte, dass der Name Silberthaler nicht stimmte, stieß Wiesenthal bei seinen Recherchen im Rijinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) auf ein internes Telefonregister des SD, in dem der Name Silberbauer vorkam. Diese Spur führte zum Erfolg[352].

Silberbauer wurde 1911 in Wien geboren. Von 1931 bis 1935 tat er Dienst bei der österreichischen Armee, danach landete er bei der Schutzpolizei in Wien. 1939 ist er der SS beigetreten; er ist kein Mitglied der NSDAP gewesen[353]. Ab 1941 diente er bei der Staatspolizei in seiner Heimatstadt[354]. Im November 1943 ist er zum Sicherheitsdienst nach Den Haag versetzt worden, wo man ihm eine Aufgabe bei der Abteilung IV B4[355] der Außenstelle Amsterdam zuwies. Im Oktober 1944 erlitt er einen schweren Motorradunfall auf dem Weg zwischen Amsterdam und Den Haag. Nach einem Krankenhausaufenthalt in Amsterdam und in Groningen gelang es ihm im April 1945, nach Wien zurückzukehren. Nach dem Krieg soll er, wie er Jules Huf mitteilte, vierzehn Monate im Gefängnis gewesen sein, „weil Kommunisten ausgesagt hätten, ich hätte sie 1938 mißhandelt“. 1954 konnte er seine Laufbahn bei der Wiener Polizei fortsetzen. Am 04.10.1963 musste er seinen Revolver abgeben und wurde in Erwartung einer neuerlichen Untersuchung seiner Aktivitäten in den Niederlanden vorläufig vom Dienst suspendiert[356].

Schon bald nachdem die Presse von seinem Aufenthaltsort erfahren hatte, gab Silberbauer zu, tatsächlich die Untergetauchten des Hinterhauses verhaftet zu haben. Das reichte jedoch nicht, um ihn vor Gericht zu stellen.

Die Presse stürzte sich en masse auf die Nachricht von Silberbauers Identifizierung und wusste auch sofort zu melden, er habe „den Lagerarbeiter“ als Informanten genannt[357].

Die von den Wiener Behörden eingeleitete Untersuchung, bei der eng mit der Amsterdamer Kriminalpolizei zusammengearbeitet wurde, lieferte keine ausreichende Verdachtsmomente, um eine Strafverfolgung einzuleiten.

1964

Juni

Am 03.06.1964 meldeten die niederländischen Tageszeitungen, dass die gerichtliche Untersuchung eingestellt worden sei. Das Disziplinarverfahren gegen Silberbauer (der noch immer suspendiert war) wurde jedoch fortgesetzt.

Juli

Die Disziplinarkommission kam zu dem Schluss, dass Silberbauer zwar vor seiner Einstellung bei der Wiener Polizei nach dem Krieg die Verhaftung vom 04.08.1944 nicht angegeben, seine Kriegsvergangenheit als solche aber keinesfalls verschwiegen habe. Die Kommission entschied daher auf Aufhebung der Suspendierung. Die Polizeiführung legte gegen diesen Spruch Berufung ein[358].

Oktober

Die Disziplinarkommission des Österreichischen Ministeriums für Inneres kam zur selben Entscheidung wie die vorherige Instanz. Silberbauers Suspendierung wurde aufgehoben. Eine Aussage Otto Franks, Silberbauer habe erkennbar im Auftrag gehandelt und habe sich bei der Verhaftung korrekt verhalten, soll, einem Bericht der österreichischen Zeitung „Volksblatt“ zufolge, bei dieser Verhandlung den Ausschlag gegeben haben[359]. Ein Mann der Rache war Otto Frank also nicht. Silberbauer kehrte daraufhin in seine alte Stellung zurück.

1971

Van Maaren starb im Alter von 76 Jahren in seinem Wohnort Amsterdam. Seit dem Schließen seiner Akte am 04.11.1964 wurde er nicht weiter verfolgt.

1974

Januar

Der Magistrat der Stadt Amsterdam erhielt einen Brief aus Toronto, Kanada, in welchem der Schreiber behauptet, dass nicht Anne Frank das „Tagebuch der Anne Frank“ geschrieben habe, vielmehr sei es nach dem Krieg von einem amerikanischen Journalisten und Stückeschreiber, Meyer Levin, verfertigt worden[360]. Da ähnliche Mitteilungen schon früher publiziert worden waren, beschloss der Magistrat nun, da noch einige Zeugen am Leben waren, die Frage nach der Authentizität der Tagebücher und der Urheberschaft Anne Franks offiziell klären zu lassen.

Juni

Am 05.06. gaben Miep und Bep je eine Erklärung ab, die sich im Besitz des Amsterdamer Notars A.J. Dragt befinden. Sie beschränken ihre Aussagen auf die Beobachtungen, die sie im Zusammenhang mit dem Tagebuch während der Zeit des Untertauchens gemacht hatten, auf ihre diesbezüglichen Kontakte mit Anne und auf den Fund der Niederschriften am Nachmittag des 04.08.1944. Beide sagten aus, dass bei der letztgenannten Gelegenheit auch Jan Gies und van Maaren anwesend gewesen seien. In ihrer Beurteilung der Ereignisse jenes Nachmittags erklärte Miep :

„Gegen fünf Uhr nachmittags kam mein Mann, im veröffentlichten Tagebuch ‘Henk’ genannt, ins Büro, und Elli [= Bep] kam auch zurück. Auch der ältere der beiden Lagerarbeiter kam herauf. Er hatte die Schlüssel des Hauses von den ‘Grünen’ bekommen; mir wurden sie abgenommen [...] gehen wir vier [...] nachdem der jüngere Lagerarbeiter weggegangen ist und nachdem der ältere Lagerarbeiter die Vordertür abgeschlossen hatte, wieder ins Hinterhaus.“[361]

Bep sagte natürlich - sie ist ja nach ihrem Weggehen mit Kleimans Brieftasche den ganzen Nachmittag nicht da gewesen - nichts über die Übergabe der Schlüssel aus[362].

1975

Januar

Dunselmann trat als Aufsichtsrat der Opekta zum 01.01.1975 zurück[363].

1976

März

Ende Februar / Anfang März 1976 wurden nach den Vorstellungen des Theaterstückes Flugblätter mit der Überschrift „Bestseller - ein Schwindel“ verteilt, die die bekannte Meyer-Levin-Version zum Inhalt hatten. Als Verantwortlicher für die Verbreitung stellte sich der 1904 geborene Ernst Römer heraus.

1977

Januar

Am 13.01.1977 wurde Ernst Römer vom Amtsgericht Hamburg wegen Verleumdung zu einer Geldbuße von DM 1.500,-- verurteilt. Römer legte Berufung ein.

1978

Es erschien die erste Publikation größeren Umfangs, die sich ausschließlich mit der so genannten Demaskierung des Tagebuches befasstes. Anne Fran Diary - A Hoax ? wurde verfasst von Ditlieb Felderer[364] aus Schweden, der über seinen eigenen Verlag Bible Researcher auch Bücher wie Zionism The Hidden Tyranny herausgab.

Felderer gab zu, dass die Geschichte, Meyer Levin habe das Tagebuch geschrieben, nicht wahr sei, aber einige seiner Kapitelüberschriften lassen erkennen, in welchem Geist er sich ans Werk gemacht hatte. „Drug addict at tender age“[365] (dies wurde „bewiesen“ durch Annes Eintrag vom 16.09.1943, dass sie täglich Valeriaantjes[366] einnehme), „Anne’s character - not even a nice girl“[367], „Teenage sex“[368], „Sexual extravaganza“[369] (Annes Bericht darüber, wie sich ihre Verliebtheit in Peter entwickelte, wurden von Felderer als „the first child porno“[370] betitelt). Nach all dem „demaskiert“ Felderer das Tagebuch auch noch als „a forgery, a monstrous travesty“[371][372]

Mai

Am 01.05.1978 tauchte in dem in Washington erscheinenden Wochenblatt The Spotlight erneut eine Geschichte von Teressa Hendry auf[373].

Juli

Am 22.07.1978 kam es vor dem Landgericht Frankfurt zu dem Urteilsspruch, dass Heinz Roth[374] bei einer Strafandrohung bis zu DM 500.000,-- oder bis zu einem halben Jahr Gefängnis untersagt sei, folgende Äußerungen in der Öffentlichkeit vorzubringen :

„a) ‘Anne Franks Tagebuch - eine Fälschung’

b) ‘Dieser in der ganzen Welt bekannte Bestseller ist eine Fälschung’

c) ‘Millionen Schulkinder mussten und müssen noch diesen Schwindel lesen ... - und nun stellt sich heraus, dass dieses Tagebuch das Produkt eines New Yorker Drehbuchautors in Zusammenarbeit mit dem Vater des Mädchens ist !’

d) ‘Dieser Schwindel ist nicht erst seit kurzer Zeit aktenkundig, sondern bereits seit über einem Jahrzehnt !’“[375]

Roth legte beim OLG Frankfurt Berufung ein.

E. Schönborn, der Vorsitzende des rechtsextremistischen Kampfbund Deutscher Soldaten, hatte im Juli 1978 vor den Anne-Frank-Schulen in Frankfurt und Nürnberg Flugblätter verteilt, in denen unter anderem zu lesen ist, dass das Tagebuch der Anne Frank „eine Fälschung [ist] und das Produkt einer jüdischen anti-deutschen Gräuelpropaganda, um die Lügen von sechs Millionen vergaster Juden zu stützen und den Staat Israel zu finanzieren.“, so der Bericht der Tageszeitung De Volkskrant[376]. Dieses Blatt meldete auch, es seien 10 Monate mit Bewährung beantragt worden, der Richter habe aber entschieden, das Recht auf freie Meinungsäußerung gelte auch für Schönborn, der den Juden nicht die Menschenrechte abgesprochen habe[377].

August

Am 21.08.1978 fand vor dem Landgericht in Hamburg die Berufungsverhandlung im Fall Ernst Römer statt. Während dieser Sitzung verteilte ein Geistesverwandter des Angeklagten, der 1929 geborene Journalist Edgar Geiss, im Gerichtssaal Flugblätter, die zum Tenor hatten, das Tagebuch sei „ein Schwindel“.

November

Roth starb.

1979

Mai

Edgar Geiss wurde vom Amtsgericht Hamburg wegen Verleumdung zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Das Urteil fiel härter aus als das gegen Römer, da Geiss schon mehrfach vorbestraft ist. Geiss ging in die Berufung.

Juli

Am 05.07.1979 wies das OLG Frankfurt die Berufung Roths ab. Es wurde Revision beim BGH eingelegt.

Oktober

Das Landgericht Hamburg beschloss, die Fälle Römer und Geiss gemeinsam zu verhandeln.

Werner Kuhnt[378] wurde wegen Volksverhetzung und der Verleumdung des Andenkens einer Verstorbenen angeklagt. Kuhnt hatte in der Oktoberausgabe der Deutschen Stimme geschrieben, das Tagebuch sei „eine Fälschung“ und „ein Schwindel“, nicht von Anne geschrieben, sondern das Produkt „eines New Yorker Drehbuchautors in Zusammenarbeit mit dem Vater des Mädchens“.

1980

Frühjahr

Im Frühjahr 1980 wurde eine Untersuchung durchgeführt, durch die geklärt wurden sollte, „ob auf dem Wege einer Papier- und Schreibmitteluntersuchung evtl. auszuschließen ist, dass die der Anne Frank zugeschriebenen Schriftstücke in den Jahren von 1941 bis 1944 gefertigt worden sind.“. Das BKA kam zu der Schlussfolgerung, dass sowohl die verwendeten Papiersorten - einschließlich der für die Tagebücher I, II und III benutzten Bände - als auch die in den drei Tagebüchern und auf den „losen Blättern“ benutzten Tintenarten alle vor 1950/51 hergestellt worden waren (und folglich in dem angegebenen Zeitraum verwendet worden sein konnten). Hingegen wurde festgestellt :

„Die auf den einzelnen Blättern nachträglich angebrachten Korrekturschriften sind [...] zum Teil auch mittels schwarzer, grüner und blauer Kugelschreiberfarbpaste niedergeschrieben worden. Kugelschreiberfarbpasten in der vorliegenden Art sind aber erst seit dem Jahre 1951 auf dem Markt erschienen.“[379] Das Gutachten berührte die Authentizität des Tagebuches als solches nicht.

Juni

Werner Kuhnt wurde vom Amtsgericht Stuttgart freigesprochen. Der Staatsanwalt legte Berufung ein[380].

August

Otto Frank starb am 19.08.1980 in Birsfelden, einem Vorort von Basel. Annes Tagebücher vermachte er dem niederländischen Staat[381].

Oktober

Am 27.10.1980 fand vor dem Landgericht Stuttgart die Berufungsverhandlung in Sachen Kuhnt statt. Der Antrag auf Berufung wurde abgelehnt, weil nicht Otto Frank die Strafanzeige als Betroffener selber gestellt hatte[382].

Dezember

Der BGH wies die Revision im Fall Roth an das Gericht in Frankfurt zurück.

1981

Dezember

Kugler starb am 16.12. in Toronto, Kanada[383].

 

1983

Mai

Am 06.05.1983 starb Elisabeth (Bep) van Wijk-Voskuijl in Amsterdam[384].

1986

Das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation veröffentlicht die Kritische Ausgabe von Annes Tagebuch, „Die Tagebücher der Anne Frank“[385].

1991

Erweiterte Ausgabe der „Tagebücher der Anne Frank“ als „Anne Frank. Tagebuch“, übersetzt von Mirjam Pressler[386].

Juli

Miep und Jan Gies feierten am 16.07.1991 goldene Hochzeit[387].

1993

Januar

Jan Gies starb am 27.01. in Amsterdam an Nierenversagen[388].

2010

Januar

Miep Gies starb am 11.01. in Amsterdam nach einer kurzen Krankheit.[536]

Sonderabschnitt - Der 04.08.1944 - Die Verhaftung

Die beiden Lagerarbeiter W. G. van Maaren und L. Hartog waren an der Arbeit. Zwischen 10:00 und 10:30 Uhr hielt ein deutsches Auto. Ein uniformierter Deutscher und einige[389] niederländische Männer in Zivil stiegen aus und liefen in das Gebäude hinein. Einer von ihnen richtete an van Maaren eine Frage. „Oben“, antwortete dieser und deutete mit dem Daumen aufwärts. Einer der Männer blieb im Magazin zurück, der Deutsche und die anderen gehen zu den Büroräumen im ersten Stock[390].

Einer von ihnen öffnete die Tür zum vorderen Büro. Hier traf er Miep Gies, Bep Voskuijl und Kleiman[391]. Miep meint es wäre zwischen 11:00 und 12:00 Uhr gewesen[392]. „Dieser Mann“, so erzählte Miep viele Jahre später, „der eine Pistole deutlich sichtbar in der Hand hatte und sie in unsere Richtung hielt, fuhr uns an : ‘Ruhig sitzen bleiben und nicht weggehen.’ An den Schritten im Flur konnte ich erkennen, dass noch andere Leute im Gebäude waren.“[393] Der Mann sprach holländisch[394].

Bep berichtete : „Er hatte ein langes, ausgetrocknetes und gelbliches Gesicht [...] Ich hörte, wie Frau Gies sagte : ‘Bep, wir sind dran.’ Wie versteinert blieben wir sitzen.“[395] Der Mann verschwand wieder.

Kugler ist nach dem Krieg niemals offiziell über den tatsächlichen Verlauf der Verhaftung verhört worden. Schnabel zitiert aus einem an ihn gerichteten Brief Kuglers (vermutlich 1957 geschrieben) : „Da kamen auf einmal ein Stabsfeldwebel von den ‘Grünen’ und drei holländische Zivilisten in mein Büro und fragten mich nach dem Eigentümer des Hauses. Ich nannte ihnen den Namen und die Adresse unseres damaligen Hauswirts. Nein, wurde gesagt, wir wollen die Person haben, die hier verantwortlich ist. Das bin ich, ist meine Antwort. Da hieß es : Kommen Sie mit !

Die Polizei wollte die Lagerräume des Vorderhauses sehen, und ich öffnete ihnen die Türen. Ich dachte, wenn sie nichts anderes sehen wollen, ging es ja gut. Aber wie sich der Feldwebel alles angesehen hatte, ging er auf den Korridor hinaus und befahl mir mitzukommen. Am Ende des Ganges zogen sie alle auf einmal ihre Revolver, und der Feldwebel befahl mir, das Bücherregal an der Stirnwand des Korridors beiseite zu schieben und die Tür dahinter zu öffnen. Ich sagte : Aber da ist doch nur das Regal ! Da wurde er böse, denn er wusste alles, und fasste das Regal an  und zog selber daran, und es gab nach, und die geheime Tür wurde sichtbar, vielleicht, dass der Haken nicht richtig eingehakt gewesen ist. Sie machten die Tür auf, und ich musste vorangehen, die Treppe hinauf, und die Polizisten folgten mir, und ich fühlte ihre Pistolen in meinem Rücken. Aber da die Treppe nur so breit ist wie ein einzelner Mensch, kam es, dass ich als erster in Franks Zimmer trat. Frau Frank stand am Tisch.“[396]

Von den Untergetauchten konnte nur Otto Frank nach dem Krieg die Geschichte ihrer Verhaftung erzählen. In der förmlichen Sprache des Kriminalbeamten, der ihn vernahm, klingt das so :

„In den Morgenstunden - es ist ungefähr 10:30 Uhr - befand ich mich im Zimmer des Sohnes der Familie van Pels [...] wo ich dem Jungen Englischunterricht gab. Zum besagten Zeitpunkt trat ein mir unbekannter Mann in Zivil in das besagte Zimmer. Er hatte eine Pistole in der Hand und richtete diese auf uns. Er ließ uns die Hände hochheben und tastete uns nach Waffen ab. Es stellte sich heraus, dass dieser Mann ein niederländischer Beamter des deutschen Sicherheitsdienstes aus Amsterdam ist. Anschließend befahl er uns, nach unten zu gehen. Er kam uns mit gezogener Pistole hinterher. Wir kamen zuerst ins Zimmer der Familie van Pels, wo ich sowohl Herrn und Frau van Pels als auch Herrn Pfeffer mit erhobenen Händen stehen sah. Auch hier stand ein mir unbekannter Mann in Zivil, der ebenfalls seine Pistole  gezogen hatte. Danach mussten wir alle ein Stockwerk tiefer gehen, wo ich mit meiner Familie wohnte. Dort sah ich meine Frau und meine beiden Töchter stehen, ebenfalls mit erhobenen Händen. Meiner Meinung nach stand auch Herr Kugler in unserem Zimmer, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Es kann auch Herr Kleiman gewesen sein. Zugleich sah ich dort einen in eine grüne Uniform gekleideten, mir unbekannten Mann stehen, der ebenfalls seine Pistole gezogen hatte. Wie ich hinterher erfuhr, hieß dieser Mann Silberbauer. In einem kurzen, schroffen Kommandoton fragte er, wo unser Geld und unser Schmuck seien. Ich zeigte es ihm. Daraufhin nahm er eine in unserem Zimmer stehende Aktentasche, in der meine Tochter Anne ihre Papiere aufbewahrte, unter denen sich auch die Tagebuchaufzeichnungen befanden. Er schüttete die Tasche auf den Boden aus und legte dann unseren Schmuck und unser Geld in die Tasche.“[397]

Die Handlanger der Deutschen durchsuchten die Räume des Hinterhauses weiter nach Geld und Kostbarkeiten. Die Verhafteten erhielten Gelegenheit, ein paar Kleidungsstücke und Toilettengegenstände einzupacken. Einer der SD-Männer ging danach hinunter, um telefonisch ein geeignetes Auto für den Transport einer so großen Gruppe Verhafteter zu bestellen. Es dauerte lange, bis dieses Auto kam.

Der Deutsche [durch den Anschluss Österreichs ist der Wiener Deutscher geworden], Karl Silberbauer, ging inzwischen im Zimmer der Familie Frank herum. Sein Blick fiel auf die alte Armeekiste Otto Franks, auf der dessen Name und Rang in der deutschen Armee vermerkt ist. Auf seine Frage bestätigte Herr Frank, dass er im I. Weltkrieg Reserveleutnant der deutschen Armee gewesen sei.

„Auf einen Schlag veränderte sich die Haltung Silberbauers. Es sah sogar fast so aus, als wolle er vor mir Haltung annehmen. Daraufhin sagte er zu mir, warum ich mich nicht früher gemeldet hätte, dann wäre ich ins Arbeitslager ‘Theresienstadt’ geschickt worden. Er drängte nicht mehr zur Eile, sondern sagte zu uns und auch zu seinen Untergebenen, wir sollten uns ruhig Zeit nehmen.“[398]

Silberbauer ist sichtlich beeindruckt von dem militärischen Rang des Herrn Frank. Viele Jahre später, bei einem Verhör durch die österreichische Polizei und in Anwesenheit eines Amsterdamer Ermittlungsbeamten der staatlichen Polizei, erklärte er sogar als „Beweis“ für sein Leugnen, sich „grob“ gegen die Verhafteten verhalten zu haben, er habe ein Gespräch mit Herrn Frank geführt, der „während des I. Weltkrieges deutscher Reserveoffizier gewesen ist. Er erzählte mir auch“, so erinnerte sich Silberbauer, „dass er sich mit seiner Familie, zu der auch seine Tochter Anne gehörte, gut zwei Jahre lang in dem Versteck aufgehalten hatte. Weil ich das nicht glauben wollte, zeigte er mir die Striche, die auf einem Türpfosten angebracht waren und angaben, wie Anne in dieser Zeit, in der sie untergetaucht waren, gewachsen ist.“[399]

Danach - das Auto ist immer noch nicht erschienen - ging Silberbauer hinunter.

Auf der Büroetage ist inzwischen einiges geschehen. Geraume Zeit, nachdem Kugler von SD-Männern aufgefordert worden ist, das Versteck zu zeigen, wurde Kleiman aus dem vorderen Büro geholt und im Hinterzimmer verhört. Danach wurde ihm befohlen, die Schlüssel des Gebäudes an Miep auszuhändigen, die offensichtlich nicht verdächtigt wurde[400].

Er benutzte die Gelegenheit, Bep seine Brieftasche zuzustecken mit der Bitte, sie unverzüglich zu einem befreundeten Drogisten an der Leliegracht zu bringen und ihn zu bitten, sie Frau Kleiman auszuhändigen. An Miep gerichtet fügte er hinzu . „Schau zu, dass du dich raus hältst. Uns kannst du jetzt nicht mehr retten, aber rette, was hier zu retten ist.“ Dann ging er wieder nach hinten, wo der SD auf ihn wartete[401]. Auch die Lebensmittelkarten hatte Miep mitgegeben, ebenso wie das Geld und Jans Mittagessen[402].

Bep konnte unmittelbar danach ungehindert das von draußen unbewachte Gebäude verlassen[403]. Kleiman fordert Miep auf, auch zu gehen. Miep : „Ich kann nicht.“[404]

Ungefähr um 12:00 Uhr - Miep ist allein in dem vorderen Büro zurückgeblieben - kam, wie in der Mittagspause üblich, ihr Ehemann in das Haus. Nichts ahnend (das Auto, mit dem die SD-Männer gekommen waren, ist inzwischen weggefahren) ging er hinauf. Miep, die gespannt auf seine Ankunft gewartet hatte, hatte ihre Tasche gepackt. In der Tür händigte sie ihrem Mann die Tasche aus und flüsterte ihm zu, was los ist. Er verschwand sofort, ohne sonst jemanden gesehen zu haben[405].

Kleiman gibt Miep die Schlüssel[406].

Kurze Zeit später kam Silberbauer zu ihr ins Zimmer und sagte : „So, und jetzt bist du an der Reihe.“ oder „Jetzt sind sie dran !“[407] Sie hatte ihn schon auf dem Flur reden gehört, auch, wie einer seiner Untergebenen seinen Namen nannte : Silberbauer. Als geborene Wienerin hatte sie seinen Wiener Dialekt bemerkt[408]. In einem Versuch, „ein günstiges Klima zu schaffen, um noch etwas für die gefangen genommenen Untergetauchten tun zu können“, reagierte sie sofort : „Sie sind Wiener, ich auch.“ Sein Ton wurde deutlich freundlicher. Bis er ihren Ausweis verlangte und offensichtlich bemerkte, dass sie denselben Namen trug wie eines der beiden Unternehmen in diesem Gebäude : Gies. Plötzlich fing er an zu schreien, ob sie sich nicht schäme, Juden geholfen zu haben. „Landesverräterin, du gehörst die höchste Strafe zu bekommen.“ Miep stand hinter ihrem Schreibtisch und schwieg. Plötzlich sagte er : „Was soll ich mit dir anfangen ?“ Er sah auf dem Schreibtisch die Hausschlüssel liegen, die Miep von Kleiman bekommen hatte, nahm sie und steckte sie in seine Tasche. Miep reagierte noch immer nicht. Silberbauer schien sich etwas beruhigt zu haben. Er blieb vor ihr stehen und schaute sie lange an. Dann sagte er : „Aus persönlicher Sympathie darfst du blieben, aber weh wenn du fliehst, dann nehmen wir deinen Mann.“ Miep, in einer heftigen Reaktion : „Hände ab von meinem Mann, der hatte damit nichts zu tun.“ Der SD-Mann hatte sich schon seine Meinung gebildet. „Kind, sei nicht so blöd; er gehört auch dazu.“ Er drehte sich um und ging zur Tür hinaus, dabei rief er über die Schulter nur noch : „Ich komme noch zurück !“[409]

Kurz bevor er das Gebäude verließ, steckte er noch einmal den Kopf herein, schaute ins Zimmer, verschwand dann aber schweigend.

Ungefähr um 13:00 Uhr kam endlich das Auto, „ein geschlossener Lastwagen“, wie Herr Frank es später beschrieb[410]. Die acht Untergetauchten und die Herren Kugler und Kleiman wurden die Treppen hinuntergeführt und mussten den Lastwagen besteigen. An der anderen Seite der Gracht standen Jan Gies mit Kleimans Bruder, dem er Bescheid gesagt hatte, und beide sahen zu[411]. Das Auto fuhr in die Richtung des Schulgebäudes an der Euterpestraat, dem Sitz der Außenstelle Amsterdam des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD. Miep Gies wurde nicht mehr beachtet.

Außer den beiden Lagerarbeitern ist Miep die einzige, die im Haus zurückgeblieben ist. Der SD-Mann hatte sie beim Weggehen angeschnauzt : „Ich komme noch zurück !“. Sie hätte verschwinden können, aber die Sorge um ihren Mann und die Worte Kleimans, „rette, was hier zu retten ist“[412], veranlassten sie zu blieben. Zum Arbeiten kam sie nicht mehr.

Im Laufe des Nachmittags, gegen 17:00 Uhr[413], kam ihr Mann, um die Lage zu erkunden. Auch Bep kehrte zurück. Langsam schwand die Furcht, dass der SD wiederkommen würde. Ungefähr um 17:00 Uhr ging der Lagerarbeiter Hartog nach Hause. Gemeinsam mit dem ersten Lagerarbeiter, van Maaren, der vom SD die Schlüssel für die Außentüren bekommen und abgeschlossen hatte[414], beschlossen die Zurückgebliebenen, die Situation im Hinterhaus in Augenschein zu nehmen[415]. Die  SD-Männer hatten die Tür hinter dem Bücherregal abgeschlossen; mit einem Zweitschlüssel, den Miep besaß, schlossen sie wieder auf.

Fünfzehn Jahre später erklärte Miep während einer Zeugenaussage im Prozess gegen Stielau und Buddeberg[416]:

„Es herrschte ein richtiges Chaos [...] Ich habe auf dem Fußboden das Tagebuch von Anne Frank entdeckt [...] ebenso wie ein Kontobuch mit Aufzeichnungen von Anne und eine Anzahl loser Blätter Durchschlagpapier, die gleichfalls mit Annes Handschrift versehen waren. Außerdem hatte mir noch Elly [= Bep] irgendetwas gegeben, und sie hatte dabei gesagt, dass es von Anne stammte [...] Ich habe jedenfalls alle diese von Anne herrührenden Schriftsachen in meinem Schreibtisch im Kontor verschlossen.“[417] Miep nahm damals auch die Fotoalben der Familie Frank und einige Schulbücher an sich[418].

Bep sagte bei demselben Anlass folgendes :

„Einen Teil der schriftlichen Hinterlassenschaft von Anne Frank habe ich aufgefunden [...] Bei dem Durchschlagpapier handelte es sich um Papier derart, wie ich es Anne aus den Geschäftsvorräten gegeben hatte.“[419]

Wiederum fünfzehn Jahre später, im Jahr 1974, gab Miep eine neue Erklärung ab. Sie bestätigte kurz ihre frühere Aussage und fügte dann hinzu :

„Nach einer Woche wurden die Möbel, die im Hinterhaus standen, von einem [von den Deutschen] beauftragten Möbelspediteur abgeholt. Ich gab damals unserem älteren Lagerarbeiter [van Maaren] den Auftrag, beim Abtransport alle eventuell noch vorhandenen beschriebenen Blätter und so weiter, die sich vielleicht noch unter den zurückgebliebenen Sachen befanden, aufzuheben und mir zu geben. Das tat er. Auch diese bewahrte ich bei dem bereits Gefundenen auf.“[420]

In einem Gespräch Anfang 1985 erinnerte sich Miep an einige neue Details.

In einem Brief präzisierte sie später, aus dem Hinterhaus zugleich auch einige Bibliotheksbücher, ein paar spanische Lehrbücher des Herrn Pfeffer, Annes Frisierumhang[421] und einen Schuhbeutel mit den von Anne gestickten Initialen „A.F.“ mitgenommen zu haben[422].

Bei einer früheren Gelegenheit hatte Bep mitgeteilt, dass sie „eine Anzahl Sachen“ mitgenommen und zu Hause bei ihren Eltern versteckt habe. Als Otto Frank 1945 zurückkam und sie ihm diese Gegenstände zurückgeben wollte, „wollte er nur die Kofferschreibmaschine, die ich auch in Sicherheit gebracht hatte“, zurückhaben[423].

Nach Mitteilungen von Miep und Jan Gies sind sie zwischen dem Tag der Verhaftung und dem Ausräumen („pulsen“, nach der Spedition Abraham Puls) des Hinterhauses durch eine von den Deutschen beauftragte Speditionsfirma, ein oder zwei Wochen[424] später, nicht mehr im Hinterhaus gewesen, ebenso wenig wie die anderen. Das scheint plausibel. Sie müssen zweifellos bereits am 04.08. festgestellt haben, dass keine wertvollen Gegenstände zurückgeblieben waren, die für eine eventuelle Rückkehr der Verhafteten in Sicherheit gebracht wurden mussten.

Im übrigen ist ihre Aufmerksamkeit selbstverständlich in erster Linie auf Annes Handschriften gerichtet. Sowohl Miep als auch Bep wussten ja von der Tatsache, dass Anne Tagebuch geführt hatte, und sie waren zweifellos sehr darauf erpicht.

1959 hatte Miep ausgesagt :

„Anne Frank hatte in der Zeit, in der sie an der Prinsengracht lebte, sehr viel geschrieben [...] Als ich einmal [...] nach oben ins Hinterhaus gegangen ist, sah ich, als ich Annes Zimmertür aufmachte, dass Anne am Tisch saß und in einem Kontobuch schreibt. Im gleichen Augenblick bemerkte ich, dass Anne erschrak, sie stand auf und schlug das Buch zu. Ich gewann sofort den Eindruck, dass es ihr unangenehm ist, von mir beim Schreiben ertappt zu wurden. Im gleichen Augenblick kam Frau Frank in das Zimmer. Sie übersah offenbar sofort die Situation, und sagte zu mir : „Ja, wir haben eine Tochter, die schreibt.“[425]

Am gleichen Tag sagte Bep aus :

„Ich weiß [...] dass sie abgesehen von den von ihr erdichteten Geschichten und Erzählungen auch an einem Tagebuch geschrieben haben muss. Sie hatte mich im Laufe der Zeit wiederholt gebeten, ihr ein Buch zu besorgen, das mit einem Schloss versehen sein sollte, und dabei hatte sie ausdrücklich gesagt, dass sie ein solches Buch für Tagebuchaufzeichnungen benötigte. Ich habe ihr den Wunsch leider nicht erfüllen können. Ich habe ihr aber wiederholt aus dem Geschäft Durchschlagpapier, das verschiedene Färbungen, z.B. Rot, Gelb, Blau und Weiß, hatte, gegeben.“[426]

Am Tag nach der Verhaftung kamen zwei zu den Firmen gehörende Vertreter ins Büro, wie sie es üblicherweise am Samstagmorgen taten, um ihre Protokolle und die Aufträge der letzten Woche abzugeben und die Pläne für die kommende Woche zu besprechen. Sie hatten von der Anwesenheit der Untergetauchten nichts gewusst. Miep empfing sie und erzählte ihnen, was am Tag zuvor passiert ist. Sie kamen auf die Idee, dass ein Versuch gemacht wurden müsse, die Festgenommenen freizukaufen, „denn der SD ist sehr empfänglich für Geld“, wie sich Miep viele Jahre später an die Reaktion des einen der beiden Vertreter erinnerte.

Laut Miep sagte er weiterhin, „dass es den Deutschen an allen Fronten schlecht gehe, also wären sie vermutlich zur Mitarbeit bereit, wenn der Betrag nur hoch genug sei“. Er riet Miep, Silberbauer anzurufen und zu fragen, wie viel Geld er haben wolle; „ich bekomme das Geld schon zusammen“, so erklärte der Vertreter[427]. Miep rief sofort bei Silberbauer an und fragte, ob sie ihn sprechen könne. „Montagmorgen früh“, ist seine Antwort. Früh am Morgen begab Miep sich in die Euterpestraat. Silberbauer saß in einem großen Raum, in dem auch noch einige Büroangestellte anwesend waren. Miep stellte sich vor seinen Schreibtisch und bedeutete mit einer Handbewegung das Wort „Geld“. Silberbauer reagierte nur mit der Mitteilung : „Ich kann heute nichts für Sie tun; kommen Sie morgen zurück.“[428]

Am folgenden Morgen, Dienstag, 08.08., ging sie zur gleichen Zeit zur Euterpestraat. Silberbauer kam ihr entgegen, sagte jedoch sofort : „Es tut mir leid aber ich kann  nichts für dich tun, denn meine Position ist nicht hoch genug.“ Miep reagierte darauf mit den Worten, sie glaube das nicht. Daraufhin riet ihr Silberbauer, hinaufzugehen zu seinem Chef. Sie ging zu dem genannten Zimmer und klopfte an, aber es kam keine Reaktion. Daraufhin öffnete sie die Tür und sah eine Anzahl SD-Offiziere, die um einen großen Tisch geschart waren, auf dem ein Radioapparat stand. Miep hörte gerade noch, dass sie den englischen Sender empfingen, bevor sie mit lauter Stimme aus dem Zimmer gejagt wurde. Unten im Flur stand Silberbauer. Er sagte nur : „Siehst du ?“ Sie ist nicht mehr hingegangen[429].

Die Geschäfte wurden, so gut es eben ging, normal weitergeführt. Miep und Bep versuchten, einen Teil der Arbeit Kuglers und Kleimans zu verrichten. Hartog wurde nach einigen Tagen von van Maaren mitgeteilt, er brauche nicht mehr zu kommen. Solle man ihn in der Firma noch benötigen, würde man ihm Bescheid sagen. Eine solche Nachricht hatte er nie bekommen. Van Maaren erledigte fortan die Lagerarbeiten alleine[430]. Als einziger Mann ist er mit den beiden Frauen zurückgeblieben und versuchte, seine Position zu stärken. Manchmal benahm er sich, gestützt auf die Tatsache, dass ihm im Auftrag Silberbauers die Schlüssel der Außentüren übergeben worden waren, als sei er der Firmenchef[431].

 

Sonderabschnitt - Warum und wie ?

Nach dem Überfall am 04.08. ist den zurückgebliebenen Helfern von Anfang an klar, dass nur Verrat als Ursache dafür in Frage kam, möglicherweise als Folge mangelnder Vorsicht. Auch Kleiman teilte diese Überzeugung, wie sich nach seiner Rückkehr im Oktober[432] herausstellte. Schließlich hatte die Aktion des SD direkt und ausschließlich dieser Adresse gegolten. Von Zufall konnte deshalb auch keine Rede sein.

Außerhalb des begrenzten Kreises der Helfer wusste niemand, dass die Familie Frank untergetaucht ist; die Geschichte, den Franks sei es gelungen, über Limburg in die Schweiz zu entkommen, ist erfolgreich in Umlauf gebracht worden[433]. Auch die Familie van Pels und Herr Pfeffer hatten 1942 ihre Spuren offensichtlich völlig verwischen können. Natürlich ist es möglich, dass jemand aus der unmittelbaren Umgebung Verdacht geschöpft hatte : ein Geräusch, ein Lichtstrahl durch eines der Fenster des Hinterhauses, ein Schatten hinter einem Fenster irgendwo im Gebäude am Wochenende oder abends, wenn die Untergetauchten ihre enge Behausung mit den kleinen Zimmern für eine Weile verlassen konnten. Es konnte auch sein, dass jemandem in der Umgebung die täglichen Nahrungsanlieferungen - für acht Personen immerhin eine beachtliche Menge - aufgefallen waren. All diese Möglichkeiten hätten nach drei Monaten oder einem halben Jahr als Erklärung für den Überfall des SD dienen können. Doch nach mehr als zwei Jahren ? Es kam ihnen unwahrscheinlich vor. Die Vorsicht und die Vorsorgemaßnahmen der Untergetauchten und ihrer Helfer hatten, so argumentierten sie, nicht nachgelassen, ihre Techniken hatten sich, allein durch die lange Erfahrung, zweifellos noch verbessert, auch wenn zuweilen noch Nachlässigkeiten vorkamen. Die Zurückgebliebenen neigten immer mehr zu der Annahme, es müsse einen anderen Grund gegeben haben. Nach einiger Zeit richtete sich der Verdacht gegen den Lagerarbeiter van Maaren. Nachdem der Lagerleiter Voskuijl (Beps Vater) im Frühjahr 1943 ins Krankenhaus gekommen ist, wurde W.G. van Maaren als Lagerarbeiter eingestellt. Er ist, so versicherte Miep noch viele Jahre nach dem Krieg, „eine sehr tüchtige Lagerkraft“[434].

Trotzdem hatte sein Benehmen schon geraume Zeit zur Verstimmung und sogar zur Sorge Anlass gegeben. Alle möglichen Kleinigkeiten waren die Ursache dafür. Kleine Diebstähle von Zucker, Kartoffelmehl und Gewürzen aus den Lagervorräten wurden festgestellt. Zugleich legte van Maaren eine beachtliche Neugier für Dinge an den Tag, die vor ihm versteckt blieben mussten. Die Stimmung unter den Helfern ist schon einige Zeit unruhiger und angespannter geworden : bei allem, was sie taten, mussten sie den ihrem Gefühl nach unzuverlässigen van Maaren berücksichtigen[435].

Die Bewohner des Hinterhauses wussten Bescheid. Man hatte ihnen ans Herz gelegt, noch vorsichtiger zu sein. Auch Anne schreibt darüber einige Male in ihrem Tagebuch, sowohl über den Verdacht gegen van Maaren als auch über Unvorsichtigkeiten[436].

Der Verdacht wuchs noch, als sich herausstellte, dass van Maaren abends, bevor er nach Hause ging, kleine Fallen auslegte : einen senkrecht auf die Ecke des Tisches gestellten Bleistift, den man leicht hinunter stoßen konnte, etwas Kartoffelmehl auf dem Boden, in dem Fußabdrücke sichtbar blieben. In den Augen der Helfer waren das Maßnahmen, sich Sicherheit über die Existenz von Untergetauchten zu verschaffen[437].

Dazu kam noch die Sache mit den Hausschlüsseln, die in den Augen der Zurückgebliebenen immer mehr an Bedeutung gewann. Kleiman schreibt bereits im Frühling 1945 einen Brief, in dem er mitteilte : „Die Schlüssel des Geschäfts waren [...] am 04.08. v.M. mit der Mitteilung übergeben worden, dass er für alles verantwortlich sei. Er sollte noch nähere Anweisungen bekommen, doch das geschah nie.“ Vor der Amsterdamer Polizei sagte Frau Gies 1948 aus : „Als einer der SD-Männer den Namen Gies auf meinem Personalausweis sah und sich erinnerte, dass auch der Name Gies mit dem Geschäft verbunden ist, wurden mir die Schlüssel abgenommen, und van Maaren bekam sie.“[438] Als sie 1963 als Zeugin vernommen wurde, sagte sie folgendes aus :

„Unmittelbar nachdem die SD-Männer (im Original „Überfaller“) mit ihrer Beute verschwunden waren, betrat van Maaren mein Büro, in dem ich allein zurückgeblieben ist. Dann sagte er zu mir : ‘Frau Gies, sie sagen, dass ich den Schlüssel haben soll.’ Obwohl ich nicht danach gefragt habe, nahm ich sofort an, dass mit ‘sie’ die SD-Männer gemeint waren. Daraufhin habe ich van Maaren die Schlüssel tatsächlich gegeben. Ich fand das damals nicht seltsam, weil ich, nach den damaligen Begriffen der Deutschen, doch eigentlich mitschuldig ist [...] Aus der Geschichte mit van Maaren schloss ich, dass er eigentlich als ‘Verwalter’ betrachtet wurden musste. Es ist damals ja üblich, dass für jede jüdische Firma ein Verwalter ernannt wurde. Da ich damals noch nicht den geringsten Verdacht gegen van Maaren hegte, ist mir lieber, dass er uns als Verwalter zugewiesen würde als ein Unbekannter.“[439]

Ihr Ehemann, J.A. Gies, teilte am gleichen Tag mit, dass seine Frau ihm erzählt habe, sie habe „zuerst die Schlüssel bekommen zu dem Zweck, den Betrieb am Laufen zu halten, doch Silberbauer habe sie ihr dann wieder abgenommen und van Maaren gegeben.“[440] Er selbst habe übrigens, so erzählte er, „nicht sofort [...] an van Maaren gedacht“, sondern angenommen, „dass unsere Untergetauchten möglicherweise unvorsichtig gewesen waren“.

Van Maaren sagte bei einer Vernehmung im Jahr 1964 aus, er habe die Schlüssel tatsächlich von Miep in Empfang genommen, als er kurz nach dem Abtransport der Verhafteten ins Büro gegangen ist[441].

Nachdem Frau Gies in einem Gespräch mitgeteilt hatte, dass Silberbauer, als er ihr die Schlüssel abgenommen hatte, diese an van Maaren übergab (übergeben ließ) und man sie auf diese Diskrepanz zwischen ihrer jetzigen Aussage und der von 1963 aufmerksam machte, schreibt sie ausdrücklich, dass, ihrer Erinnerung nach, Silberbauer ihr die Schlüssel abnahm „mit der Aussage, dass er sie dem älteren Lagerarbeiter geben würde. Möglicherweise hatte er dazu einen der SD-Männer eingeschaltet, um v.M. einen/den Auftrag ins Niederländische zu übersetzen.“[442]

Schließlich ist noch der Verdacht hinzugekommen, dass van Maaren Kontakte zum SD unterhielt. Miep erklärte 1948 :

„Als es anfangs  aussah, als würde ich auch durch den SD festgenommen, gab mir van Maaren zu verstehen, dass er gute Beziehungen zum SD habe und ich keine Angst vor einer Verhaftung zu haben brauche.

Er würde schon zum SD hingehen. Als ich kurz danach Silberbauer aufsuchte, zeigten dessen Äußerungen, dass van Maaren tatsächlich bei ihm gewesen ist, um ein gutes Wort für mich einzulegen.“[443]

Während der genannten Vernehmung im Jahr 1963 wiederholte sie die Äußerungen van Maarens, sprach jedoch nicht mehr über die Bestätigung durch Silberbauer.

Auch in der Darstellung ihrer einige Tage nach der Verhaftung stattgefundenen Besuche bei  Silberbauer kam dieses Detail nicht mehr vor - sie betonte nachdrücklich, dass sich die Gespräche auf das bereits Wiedergegebene beschränkt hätten[444].

Kurz nach der Befreiung wurde van Maaren entlassen, nachdem er wiederum bei einem Diebstahl (diesmal von Pektin, Salz und Soda) ertappt worden ist[445].

Inzwischen beschäftigten sich Kleiman und die anderen Helfer immer stärker mit der Frage, aus welchem Grund es zu dem Überfall am 04.08. hatte kommen können, und der Verdacht gegen van Maaren wuchs ständig. Relativ kurz nach der Befreiung schreibt Kleiman einen Brief, undatiert und ohne Adresse, gerichtet an den Politieke Opsporings Dienst (Politischer Fahndungsdienst“, abgekürzt POD.

Er machte eine ausführliche Meldung der Diebstähle und anderer Unterschlagungen, die van Maaren zur Last gelegt wurden, und berichtete auch von dem Vorfall mit den Schlüsseln :

„Als van M. die Schlüssel hatte und vom SD zum Verantwortlichen erklärt worden ist, fühlte er sich als Verwalter und gab sich auch dafür aus. Er lieh sich von Geschäftsfreunden Geld und vergaß, es zurückzuzahlen. Bei Unstimmigkeiten mit dem Büropersonal behauptete er einmal, dass er sich alles traue und vor nichts zurückschrecke, sogar über Leichen gehe. Durch meine Rückkehr wurden ihm viele Illusionen genommen [...] Auf meine Frage, ob er gewusst habe, dass bei [uns] Menschen versteckt waren, antwortete er, er habe es lediglich vermutet. Das Personal einer benachbarten Firma hätte ihm mal so etwas erzählt. [...] Da nun die Zeit der großen Säuberung begonnen hatte, lege ich Ihrer Organisation die Frage vor, ob die von mir notierten Fakten ausreichen, van M. und auch der zuvor genannten Aushilfskraft[446] einmal auf den Zahn zu fühlen ?“[447]

Kleiman gab den Brief persönlich beim POD ab und fügte noch einige Erläuterungen hinzu.

Erst 1947 tat sich in dieser Angelegenheit wieder etwas. Die Initiative dazu kam vermutlich von Otto Frank. Im Juli 1947 bezog sich Kleiman in einem Brief an die Politieke Recherche Afdeling (PRA) (Politische Abteilung der Kriminalpolizei) von Amsterdam auf einen Besuch, den Herr Frank „vor einigen Wochen“ dieser Behörde abgestattet habe. Gleichzeitig  schickte er der PRA eine Abschrift seines Briefes aus dem Jahr 1945[448].

Am 12.01.1948 wurde Johannes Kleiman von der PRA vernommen. Er schilderte, dass der SD über alle Einzelheiten informiert gewesen sei. Kleiman sagte aus, er habe ungefähr Ende Juni 1944 von einem Mann namens Genot erfahren, die Frau des Lagerarbeiters Hartog habe seiner (Genots) Frau erzählt, dass in der Prinsengracht 263 Juden versteckt seien. Frau Genot soll sofort mit dem Hinweis reagiert haben, dass man mit dergleichen Gerede sehr vorsichtig sein müsse. Die Polizei stellte natürlich nun die Frage : Was wusste das Lagerpersonal von den Untergetauchten ? Die Helfer hatten darüber keine konkreten Aussagen machen können.

Am 14.01.1948 bestätigten Miep Gies und Victor Kugler bei deren Vernehmung  Kleimans These. Kugler sagte aus : „Um dieses so genannte Hinterhaus vor Blicken zu verbergen [...] hatten wir einige Fenster an der Rückseite des Vorderhauses mit blauer Farbe bestrichen, angeblich wegen der Verdunklung. Ich ertappte van Maaren einmal dabei, dass er die blaue Farbe abkratzte, wobei er sagte : ‘He, dort bin ich ja noch nie gewesen.’ [...] Ein anderes Mal sagte er zu mir : ‘Hier ist doch früher ein gewisser Herr Frank im Büro ?’, eine Information, die er angeblich von einer benachbarten Firma bekommen hatte.“

Bep wurde nicht vernommen.

Das Ehepaar Genot wohnte inzwischen in Antwerpen. Im März 1948 wurden Herr und Frau Genot von einem Amsterdamer Ermittlungsbeamten vernommen. P.J. Genot sagte bei dieser Gelegenheit aus, er sei in Zusammenhang mit seiner Arbeit (er ist bei dem Reinigungsunternehmen Cimex beschäftigt, dass Kleiman und dessen Bruder gehörte) ab und zu an der Prinsengracht 263 gewesen. Im Laufe des Jahres 1942 sei er zu der Vermutung gekommen, dass Kleiman Juden in dem Gebäude versteckt habe.

Im Frühjahr hatte sich Genot auf Bitte von Hartogs Frau, die als Putzfrau bei seiner Frau arbeitete, dafür eingesetzt, ihrem Mann eine Stelle bei der Firma Gies & Co. zu verschaffen. Ungefähr im Juli 1944 erzählte ihm seine Frau, Hartogs Frau habe gefragt, ob es stimme, dass in dem Gebäude, in dem ihr Mann arbeite, Juden versteckt seien. „Noch am selben Abend habe ich Herrn Kleiman [...] einem Bruder des genannten Direktor Kleiman, das Vorstehende mitgeteilt. Dieser warnte seinerseits seinen Bruder“, so teilte er mit.

Als Grund für seine Vermutungen gab Genot an, er habe 1942 beim Ausräumen des Hinterhauses geholfen, ebenso die großen Mengen Brot und Milch, die in der Zeit danach angeliefert wurden. Er fügte seiner Aussage noch hinzu, dass er Hartog dieses Verrats nicht für fähig halte. Über van Maaren sagte er : „Van Maaren ist eine seltsame Person, und ich wusste nicht, was ich von ihm halten sollte. Über Politik sprach ich sicherheitshalber nicht mit ihm.“[449]

Frau Genot bestätigte die Aussagen ihres Mannes[450].

Hartog beschuldigt van Maaren, dass dieser ihm ca. 14 Tage vor dem Überfall erzählt habe, dass dort Juden versteckt seien[451]. „Was den Überfall selbst betrifft, fiel mir auf, dass die betreffenden Ermittlungsbeamten nicht nach untergetauchten Juden suchten, sondern gleichsam vollkommen informiert waren über die Situation.“

Als letzter wurde der Verdächtige, van Maaren, selbst vernommen. Er leugnete, etwas davon gewusst zu haben, dass sich in dem Gebäude Juden versteckt hielten. Was die Diebstähle anging, so versuchte er in diesem Brief, den er zuvor sehr ausführlich abgefasst hatte, den Verdacht auf Bep und ihren Vater zu lenken. Der Brief enthält auch noch andere Äußerungen, die als Verdächtigungen (hauptsächlich in Richtung Miep Gies) bezeichnet wurden können. In diesem Zusammenhang machte er noch eine nicht zu vernachlässigende Mitteilung. Er soll nämlich nach der Verhaftung zweimal „im Auftrag von Frau Gies“ in die Euterpestraat „geschickte“ worden sein :

„Aus einem mir unbekannten Grund wünschte Frau Gies meine Unterschrift [...] und gab vor, den Schlüssel des Panzerschranks zu vermissen, um das zu erreichen, ließ sie die Schreibkraft Voskuijl einen Brief auf Deutsch tippen, den ich mit Verwalter van Maaren unterschreiben musste, um in den Besitz des Schlüssels zu kommen, der sich in der Verwahrung des Herrn Kugler befand. In der Euterpestraat stellte sich heraus, dass das nicht stimmte, und bei meiner Rückkehr [...] zeigte Frau Gies mir den Schlüssel, den sie inzwischen, wie sie sagte, gefunden hatte.

Das zweite Mal, dass ich in der Euterpestraat ist, wiederum im Auftrag von Frau Gies, brauchte ich nicht als Verwalter aufzutreten, sondern als Chemiker, denn ich benötigte [...] die Zusammensetzung eines Konservierungsmittels [...] und bekam auch prompt Antwort von Herrn Kugler.“[452]

Diese letzte Aussage kann nicht auf Wahrheit beruhen : Kugler ist, ebenso wie Kleiman, schon am Tag der Verhaftung von der Euterpestraat in das Untersuchungsgefängnis am Amstelveenseweg überführt worden.

Van Maaren sagte, er habe die Fallen aufgestellt, weil er die unerklärlichen Diebstähle dadurch habe aufklären wollen, um so seine Unschuld beweisen zu können[453]. Auch habe er nicht mit dem Personal der Nachbarfirma darüber gesprochen, dass Juden „bei uns versteckt waren“[454]. Die Schlüssel habe er von Miep Gies bekommen, er wisse jedoch nicht „ob das auf Anordnung der SD-ler geschah“[455]. Auch bestritt er, dass er Miep Gies gesagt habe, er habe gute Beziehungen zum SD.

Van Maaren konnte somit nicht als Verräter überführt wurden. Dennoch kam es ein halbes Jahr später zu einem Beschluss des Prozessbevollmächtigten am Bijzonder Gerechtshof (Sondergerichtshof) in Amsterdam zur bedingten Einstellung des Verfahrens gegen van Maaren[456]. Die Erklärung zu dieser neuerlichen Entscheidung kann nur in van Maarens Widerspruch gegen die Einstellung vom 22.05. liegen, die seiner Auffassung nach die gegen ihn erhobenen Verdachtsmomente nicht ausräumte. Ein Dokument als Beweis für diese Annahme ist in der Akte jedoch nicht zu finden.

Die Einstellung des Verfahrens geschah mit der Auflage, dass sich van Maaren während einer Bewährungszeit von drei Jahren unter die Aufsicht der Stichting Toezicht Politieke Delinquenten (Einrichtung zur Überwachung politischer Delinquenten) zu stellen und den Anweisungen dieser Einrichtung zu folgten habe, wobei ihm gleichzeitig für die Dauer von zehn Jahren außer dem aktiven und passiven Wahlrecht das Recht aberkannt wurde, öffentliche Ämter zu bekleiden, Dienste bei der bewaffneten Armee zu tun, beratende oder leitende Stellungen einzunehmen - eine damals gebräuchliche, Tausenden „leichter“ politischer Delinquenten gestellte Bewährungsauflage.

Van Maaren gab sich damit nicht zufrieden. Seine Acte van Verzet (Einspruch) trägt das Datum vom 30.11.1948[457]. Am 08.08.1949 wurde die Sache vor dem kantonrechter (Kantonrichter, vergleichbar dem deutschen Amts- oder Bezirksrichter) nach dem Wet Overgang Bijzondere Rechtspleging (Gesetz Übergang Sondergerichtsbarkeit) verhandelt. Laut Sitzungsprotokoll wurden keine neuen Unterlagen beigebracht. Es fand nur ein kurzes Verhör des Verdächtigen statt, der folgendes aussagte : „Ich habe Einspruch eingelegt, weil ich vollkommen unschuldig bin an dem mir zur Last Gelegten [...] Ich bleibe bei meiner Aussage, [abgelegt] gegenüber der Polizei.“[458]

Das Plädoyer des Rechtsanwalts van Maarens enthielt als wichtigsten Punkt : „Wenn der Beschuldigte sich auch nur im geringsten schuldig fühlte, hätte er keinen Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrens erhoben, da die Bewährungsauflagen sehr leicht sind.“[459]

Am 13.08.1949 sprach der Kantonrichter das Urteil. Er sah den Verrat als nicht bewiesen an und erklärte die Beschuldigung für hinfällig. Van Maaren ist freigesprochen[460].

Erst 1963 wurde der Fall wieder aufgegriffen. Simon Wiesenthal hatte den ehemaligen SS-Oberscharführer Karl Josef Silberbauer aufgespürt. Es folgte eine sehr gründliche Untersuchung. Neue Zeugen - unter ihnen natürlich Silberbauer - wurden verhört, neben einer Anzahl derer, die auch früher schon vernommen worden waren. Kleiman ist inzwischen (1959) gestorben, ebenso der Lagerarbeiter Hartog; Kugler ist 1955 nach Kanada ausgewandert. Wieder stand van Maaren im Mittelpunkt der Untersuchung.

Ein Lagerarbeiter, J.J. de Kok, der 1943 einige Monate als Gehilfe von van Maaren im Lager gearbeitet hatte, bestätigte die Diebstähle seitens van Maarens. Er selber habe mitgemacht. „Ich habe an van Maaren nie bemerkt, dass er Interesse am Nationalsozialismus oder sogar Sympathien für die Besatzungsmacht zeigte.“[461]

Otto Frank wurde am 02.12.1963 ebenfalls wieder vernommen; konnte jedoch nichts zur Untersuchung beitragen. Er erklärte nur, wo wohl er als auch die Helfer seien „immer mehr zu der Überzeugung gekommen, dass für den Verrat eigentlich nur [...] van Maaren in Frage kam.“[462]

Miep Gies bestätigte die Darstellung van Maarens, von ihr zur Euterpestraat geschickt worden zu sein. Ob die Aufträge zu einem Ergebnis geführt hätten, wusste sie jedoch nicht mehr[463].

Silberbauer wurde am 25.11.1963 und am 04.03.1964 verhört. Die Unterlagen vom 25.11.1963 bieten folgendes Bild : Silberbauer soll am 04.08.1944 um die Mittagsstunde (Zeit oder Datum können nicht stimmen) von Dettmann angerufen worden sein, der ihm sagte, er habe eine telefonische Mitteilung erhalten, dass sich in der Prinsengracht 263 eine Anzahl (im März sagt er 8) untergetauchter Juden befänden. Es ist Silberbauer nicht bekannt, ob derjenige, der diese Information weitergegeben hatte, ein Niederländer oder ein Deutscher gewesen ist. Dettmann soll auch Kaper, dem Chef der beim IV B4 (das so genannte Judenreferat) tätigen Gruppe von Niederländern, die sich mit dem Aufspüren untergetauchter Juden befaßte[464], den Befehl gegeben haben, acht seiner Männer Anweisung zu geben, Silberbauer zu begleiten. Als er an der Prinsengracht angekommen ist, begab sich Silberbauer mit seinen Männern (Kaper selbst ist nicht dabei) zum Magazin. „Im Erdgeschoß ist das Magazin einer Firma, wo wir einen Arbeiter antrafen und der auf die Frage der Holl[ändischen] K[a]r[a]b[iniers], wo Juden versteckt sind, mit dem Finger nach oben deutete.“[465] Dann gab er einen genauen Bericht dessen, was folgte : „Hierauf gehen wir in das im 1. Stockwerk gelegene Büro, wo einer der beiden Firmenchefs anwesend ist. Die Krb. nahmen diesen Mann sogleich ins Verhör und sagten ihm auf den Kopf zu, dass in seinem Haus Juden verborgen sind und dies verraten worden sei. Da dem Mann ein Ableugnen dieser Tatsache zwecklos erschien, führte er uns über die Stiege einen Stock höher in einen kleinen Raum. Beim Betreten desselben stand im Blickfeld an der gegenüberliegenden Wand, eine Kredenz oder Stellage. Rechts davon ist ein Fenster. Der Firmenchef zeigte auf das Möbelstück. Dieses wurde hierauf zur Seite geschoben und dadurch ein weiterer Stiegenaufgang freigelegt, der ins Obergeschoß führte. Mit gezogener Pistole ging ich hierauf mit den Krb. die Stiege hinauf.“[466] Später - in seinem Verhör im März 1964 - teilte er noch über Kugler mit : „Der Firmenchef [...] wurde sofort nervös und ganz rot im Gesicht. Ohne irgendwelchen Druck [...] es wurde auch keine einzige Pistole gezogen, ist der Mann sofort aufgestanden und hatte uns zum Versteck der Familie Frank [...] geführt. Auch die versteckte Tür wurde von ihm freiwillig geöffnet.“[467] Seine Kontakte mit Miep erwähnte er nur kurz : Er könne sich an eine „Wienerin oder Österreicherin“ im Rahmen dieser Verhaftung nicht erinnern; auch die Geschichte von Mieps Versuchen, die Gefangenen freizukaufen, hielt er unter Hinweis auf seine Amtspflichten für „völlig aus der Luft gegriffen“[468]. Die Besuche van Maarens, den er übrigens auf einem ihm vorgelegten Foto nicht erkannte, hielt er nicht für ausgeschlossen, ohne sich jedoch diesbezüglich an irgend etwas zu erinnern[469].

Im November 1964 wurde van Maaren erneut vernommen, er leugnete, dass er Farbe vom Fenster abgekratzt habe, teilte aber mit, er habe das Hinterhaus einmal entdeckt, als er (zusammen mit Kugler) wegen einer undichten Stelle auf dem Dach gewesen ist; er leugnete aber, gewusst zu haben, dass sich dort Juden versteckt hielten[470]. Während des Überfalles habe ihn der SD-ler gefragt, „wo denn das Büro ist“. Die Schlüssel seien ihm von Miep ausgehändigt worden. „Sie tat das aus freien Stücken, ohne jegliche Aufforderung meinerseits.“ Des Weiteren sei er nicht von Silberbauer als Verwalter eingesetzt worden. Weiterhin bestätigte er nochmals seine beiden Besuche im Auftrag von Miep in der Euterpestraat, wobei ihm beim zweiten Besuch ein Zettel mit Kuglers Handschrift übergeben wurde[471]. Mit den Kontakten zum SD, die er Miep gegenüber geäußert habe, habe er Kontakte zum Untergrund in seiner Wohngegend gemeint. In diesem Zusammenhang nannte er den Namen eines Mannes, der sowohl zum Untergrund als auch zum SD Kontakte gehabt hätte. Es stellte sich heraus, dass dieser Unbekannte kurz nach dem Krieg mit unbekannter Adresse nach Deutschland verzogen ist[472]. Auch teilte van Maaren mit, dass er seinen eigenen Sohn bei sich versteckt gehabt hätte. Er habe keinen Verrat begangen. In diesem Zusammenhang versuchte er (abgesehen von seinen früheren diesbezüglichen Äußerungen gegen Miep Gies), den Verdacht auf den Besitzer einer in unmittelbarer Nähe des Gebäudes liegenden Firma zu richten., der, nachdem er einen Sack Salz abgeholt hatte, ein Gespräch mit ihm angefangen habe und im Hinblick auf Opekta gefragt haben soll : „Habt ihr dort was versteckt ?“ Van Maaren sagte, er habe geantwortet : „Ich gab zur Antwort, dass ich von nichts wusste, woraufhin er noch sagte : ‘die sollen dort gut aufpassen, denn die kommen dort abends manchmal heraus, und dann gehen sie zu dem Drogisten an der Leliengracht.’ Auf meine frage, wer denn herauskäme, gab er mir eine ausweichende Antwort, indem er sagte: ‘Och, komm.’. Ich habe ihm dann gesagt, dass das wohl mein Chef gewesen sein wurde, der manchmal ein bisschen länger arbeitet.“[473] Der staatliche Kriminalbeamte ging dieser Aussage nach. In der Tat stellte sich heraus, dass der betreffende Mann NSB-ler ist und außerdem von seinem Blockführer, einem Bruder des schon genannten Abraham Kaper, „zu wiederholten Malen“ dazu angespornt worden ist, „etwas mehr Aktivität zu entwickeln“. Dieser Mann ist jedoch 1950 gestorben, und auch die beiden Brüder Kaper waren nicht mehr am Leben[474]. Auch über van Maaren selbst wurden weitere Nachforschungen angestellt, die ergaben : Van Maaren ist von 1925 - 1930 Besitzer eines Zigarrenladens, den er 1930 verkaufte. 1939 bis 1943 betrieb er eine kleine Wäscheversandfirma, die „als Folge sehr belastender Geldaufnahmen“ Anfang 1943 in Konkurs ging. Eine Zeitlang hatte er im Magazin der „Liefdadigheid naar Vermogen“ (Wohltätigkeit nach Kräften) gearbeitet, entpuppte sich aber „als jemand, der nicht ehrlich ist, indem er ziemlich häufig Waren aus dem Lager entwendete“. Ein Direktionsmitglied erinnerte sich 1964 noch gut an die van Maarens, da sie damals ziemlich viel mit ihnen zu tun gehabt hatte. Sie beschrieb van Maaren als „einen unehrlichen Mann, der höher hinaus wollte, als er konnte. Seine Frau stand intellektuell höher als ihr Mann“ und ist „sehr gereizt und schwierig im Umgang mit Mann und Kindern“; es soll „oft Spannungen in der Familie“ gegeben haben[475].

Auch die Untersuchung der Rijksrecherche in van Maarens Wohnviertel ergab einige nicht unwichtige Indizien. Verhört wurden laut Protokoll „die nächsten Mitarbeiter im Widerstand“ des oben genannten, nach Deutschland verschwundenen Widerstandsführer, unter ihnen auch ein inzwischen pensionierter Adjudantrechercheur (Untersuchungsbeamter) der Amsterdamer Kommunalpolizei. Sie alle erklärten, van Maaren zu kennen. Einhellig waren sie der Meinung, dass er „vom finanziellen Gesichtspunkt her nicht vertrauenswürdig ist, weshalb ihn auch kein einziger Nachbar schätzte“. Sie hatten jedoch nie davon gehört, dass er während des Krieges Kontakt gehabt haben sollte zu „Leuten, die dem Feind oder dessen Handlangern zu Diensten gewesen waren“. Zugleich ist ihnen bekannt, dass van Maaren während der Kriegsjahre öfter seinen Nachbarn, den mehrfach genannten Widerstandsleiter, besuchte; es stand für sie fest, dass er „von dessen Untergrund-Aktionen gewusst haben muss“. Ein Verrat hatte sich nie herausgestellt. Daher nahmen sie auch nicht an, dass van Maaren der Verräter des Verstecks in der Prinsengracht ist[476]. Ein anderer Nachbar belastet van Maaren mit der Aussage, er habe Einkäufe für die Wehrmacht getätigt. Am 04.11.1964 schloss die Rijkrecherche die Akte van Maaren. Am 06.11.1964 wurde sie dem Staatsanwalt zugeschickt. In dem Begleitbrief, der von den beiden betreffenden Kriminalbeamten unterzeichnet ist, hieß es, „dass es nicht gelungen sei, die Untersuchung zu einem konkreten Ergebnis zu führen“[477].

Kugler hatte sich für das 1958 erschienene Buch von Ernst Schnabel zum Ablauf der Ereignisse am 04.08.1944 geäußert[478]. Laut Inventarliste der Akte der Untersuchung, die 1963/64 eingestellt wurde, verfügte man damals über zwei Briefe Kuglers aus dem Jahr 1963. Diese Briefe sind nicht mehr aufzufinden.

1979 erzählte Kugler seine Geschichte der kanadischen Journalistin Eda Shapiro[479]. Hier seine Geschichte :

Kugler wurde befohlen, alle Räume des Gebäudes zu zeigen; er soll sie unter anderem auch in die Zimmer Kleimans, Mieps und Beps geführt haben und dabei „all the bookcases and cabinets“[480] geöffnet haben. „Outwardly I showed great calm, but inwardly I was terrified. I wondered why these men were here. Had they found out that I had been taking pictures for the Dutch underground; or were they searching for the secret hiding place ? Had we been betrayed ?“[481]

Als er das Magazin im zweiten Stock betrat (seine Helfer sollen im Gang zurückgeblieben sein), hatte Silberbauer angeblich gesagt : „Now, let’s look for secret weapons.“[482] Kugler soll ihm angeboten haben, alle Kisten, Kartons und Ballen zu öffnen. Als sie endlich hinten in den gang kamen, sah Kugler, dass das zweite Bücherregal, das dort stand, weggeschoben worden ist, offensichtlich von den drei Niederländern, wie er Eda Shapiro erzählte. Er sah, wie diese sich an dem Bücherregal zu schaffen machten, das die Tür zum Hinterhaus verbarg. „Again and again they tried to move it but they failed.“[483] Doch zuletzt fanden  sie den Haken, der das Regal an seinem Platz hielt[484].

1948 hatte Kleiman ausgesagt, dass sie die Überfaller direkt zum Versteck begeben hätten; auch van Maaren sprach von „direkt zum Regal“. Beide waren jedoch keine Augenzeugen. Bep sagte 1963 aus, „dass sie dran wären, denn Herr Kugler habe unter der Drohung von fünf gezogenen Pistolen das Versteck zeigen müssen“[485]. Miep bezeichnete diese Aussage als ausdrücklich unwahr - doch es bleibt bei der Tatsache, dass sie von Bep dem vernehmenden Polizeibeamten gegenüber ausgesprochen wurde.

Es ist davon auszugehen, dass Silberbauer Kugler ganz direkt auf die Untergetauchten ansprach - Kugler ist überrascht und unvorbereitet und zeigte das Versteck. Später wollte er sich offenbar nicht als Feigling hinstellen und verschönte die Angelegenheit durch die gezogenen Pistolen und andere Ausschweifungen.

Es sprach viel gegen van Maaren : der Mißerfolg seines Zigarrenladens, seine jahrelange Arbeitslosigkeit, sein Konkurs (sicher in der damaligen Zeit sehr negativ beurteilt, auch hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Betroffenen), seine Diebereien, bereits bei „Liefdadigheid naar Vermogen“, später auch an der Prinsengracht. Dazu kam seine häusliche Situation - seine Frau ist ihm intellektuell überlegen - und seine vermutliche Veranlagung, die ihr zu ständigen Vorwürfen Anlass gab. Er muss sich sehr frustriert gefühlt haben wegen seiner Fehlschläge, seiner Erfolglosigkeit und auch seiner Einsamkeit. In den Akten ist keine einzige günstige Aussage über van Maaren als Person zu finden. Er ist ein Aufschneider - auch die SD-Kontakte, die er Miep gegenüber erwähnte, lasen sich so erklären. Wie wurde dieser Mann innerlich auf seine Situation in der Prinsengracht reagiert haben, wo er nur allzu schnell feststellen musste, dass er in der Gruppe der Mitarbeiter ein Außenseiter blieb, dass „etwas“ los ist in dem Gebäude, worüber die anderen informiert waren, ihn aber in Unwissenheit darüber ließen. Das Kartoffelmehl, die Bleistifte und die Flaschen, das Abkratzen der blauen Farbe und seine immer wieder gezeigte Neugier deuten es schon an : er wollte und musste sich Sicherheit über das verschaffen, was er schon ahnte. Diese Sicherheit hatte er möglicherweise bereits dann bekommen, als er eines Morgens im Magazin eine Brieftasche fand, die er - selbstverständlich erst, nachdem er ihren Inhalt kontrolliert hatte - Kugler zeigte, woraufhin dieser wenig geschickt und etwas zu erstaunt reagierte; es handelte sich um van Pels’ Brieftasche, die er am Abend zuvor im Magazin liegengelassen hatte. Bezeichnend für die Wichtigkeit, die auch Kugler diesem Vorfall beimaß, ist die Tatsache, dass die Rijksrecherche in ihrem Bericht über zwei nicht auffindbare Briefe Kuglers aus der Zeit 1963/64 ausschließlich den Fund der Brieftasche eingeht[486]. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass van Maaren Bescheid gewusst haben musste, dass sich im Hinterhaus Juden befanden. Möglicherweise hatte er von einigen auch den Namen gekannt. In erster Linie den von van Pels, aber auch von Otto Frank. Immerhin überfiel er Kugler einmal mit der Frage/Mitteilung : „Hier ist doch früher ein gewisser Herr Frank im Büro ?“ Eine Information, die er von einem Angestellten der benachbarten Firma bekommen haben wollte[487].

Nun zur Schlüsselübergabe :

1948 sagte Miep, „mir wurden die Schlüssel abgenommen, und van Maaren bekam sie“; 1963 sagte sie aus, sie habe van Maaren auf dessen Aufforderung hin die Schlüssel selbst gegeben[488]. Seit 1974 bekräftigte Miep, dass ihre Aussage von 1948 richtig sei.

1948 hatte sie ausgesagt, van Maaren sei sehr zufrieden gewesen, die Schlüssel empfangen zu haben[489]. Im April 1985 schreibt sie jedoch, dass van Maaren im Verlauf des Nachmittags des 04.08.1944 auf sie zukam, „um sich dafür zu entschuldigen, dass er die Schlüssel von Silberbauer annehmen musste und folglich nun der verantwortliche Mann ist. Er hatte sich bestimmt nicht wohl gefühlt.“[490] Schon im April 1984 hatte Miep gesagt, dass sie schon lange Zeit vollkommen überzeugt wäre, dass van Maaren an dem Verrat unschuldig ist[491]. Trotz aller Achtung, die Miep Gies van Maaren entgegenbrachte („eine sehr tüchtige Lagerkraft“), trotz des Vertrauens, das sie ihm meinte schenken zu können (Schlüssel; Verwalter; ihn am selben Nachmittag ins Hinterhaus mitzunehmen, ihn beim „Pulsen“ des Hauses zu bitten, nach Annes Niederschriften Ausschau zu halten), hatte sie doch in der Untersuchung von 1948 gegen van Maaren eine wichtige Rolle gespielt und hatte ihn mit ihren Zeugenaussagen schwer belastet.

Den Titel „Verwalter“ hatte Miep sich für van Maaren ausgedacht, damit kein fremder Verwalter eingesetzt würde. Im April 1985 kann sie sich jedoch nicht an den besagten Brief (den van Maaren zur Euterpestraat gebracht haben soll) erinnern[492].

Van Maaren Schuld konnte nie bewiesen wurden.

Es gab auch Hinweise auf einen Mann, Mitglied der NSB, der schräg hinter der Prinsengracht 263 wohnte, am Westermarkt, und der in der Umgebung herumgefragt haben soll, was in dem Gebäude los sei[493] - er starb Ende 1943; aber wie viele andere in diesem Häuserblock wussten zuviel und konnten ihren Mund nicht halten ? Es gibt einen Brief von einem Mann, der als achtjähriger Junge mit einem Freund eines Abends von der Rückseite ins Lager eingedrungen ist, um zu sehen, ob er etwas brauchen könnte. Die beiden Jungen wurden vom Ziehen einer Wasserspülung oben im Haus aufgeschreckt. Sie flohen. Er hatte seinen Mund gehalten, schreibt er uns 1981, als er seinen Einbruch beichtete[494].

Sonderabschnitt - Zusammenfassung der Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung der Handschriften und der urkundentechnischen Untersuchung der Textdokumente, sie als Tagebuch der Anne Frank bekannt sind

In dem vom Gerechtelijk Laboratorium (Gerichtslaboratorium des Justizministeriums) im Auftrag des Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Reichsinstitut für Kriegsdokumentation) erstellten Gutachten sind die Ergebnisse der im Titel genannten Untersuchungen dargestellt. Der Gesamtumfang des Gutachtens betrug mehr als 250 Seiten, die vorwiegend den Ergebnissen der vergleichenden Untersuchung der Handschriften gewidmet sind.

Das Ergebnis der urkundentechnischen Untersuchung

Soweit dies möglich ist, sind Papier, Leime und Fasern, die zur Fertigung der Tagebücher und des Vergleichsmaterials verwendet wurden, urkundentechnisch untersucht worden. Auch die Tinten- und Bleistiftablagerungen der geschriebenen Texte  wurden untersucht.

Die für das Binden der Tagebücher verwendeten Leime und Fasern wurden mit Hilfe von Infrarotspektrometrie untersucht. Die Spektren der gefundenen Leime stimmen mit Binderleim (Tagebuch I und II) und Nitrocelluloseleim (Tagebuch III) überein. Diese Leimarten wurden in dem angenommenen Herstellungszeitraum (1942-1944) häufig verwendet. Ab circa 1950 fanden synthetische Leime (Polyvinylacetat) allgemein Verwendung.

Faseruntersuchungen wurden am Einbandmaterial der Tagebuches I und dem Faden vorgenommen, der zum Binden der Teile I, II und III verwendet wurde. Im ersten Fall wurden Baumwoll- und Viscose-(Rayon)Fasern festgestellt. Die Bindungen bestanden aus Baumwollfasern (Tagebuch I und III) und aus Flachsfasern (Leinen) beim Tagebuch II. Diese gefundenen Fasern wurden im angenommenen Herstellungszeitraum (1942-1944) vielfach verwendet. Von Papiermustern aus den Tagebüchern I, II und III und den losen Blättern wurden sowohl die Füllmittel und die Leime als auch die Fasern analysiert. Für die Untersuchung der Füllmittel wurde Röntgenfluoreszenzanalyse angewandt. Die so festgestellte Zusammensetzung dieser Stoffe stimmt völlig mit dem Bild der elementaren Zusammensetzung überein, das die Analyse von sechs willkürlich ausgewählten Referenzpapierarten aus dem Zeitraum 1939 bis einschließlich 1942 ergab.

Die Leime wurden mit Hilfe spezifischer chemischer Reaktionen nachgewiesen. Als Leimmittel wurde vorwiegend Kleister gefunden.

Das mögliche Vorhandensein so genannter Weißmacher wurde zunächst durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht untersucht. Dabei wurden keine Fluoreszenzanzeichen wahrgenommen. Durch weitere Analysen mit Hilfe von Dünnschichtchromatographie konnte das Vorhandensein von Weißmachern mit Sicherheit ausgeschlossen wurden.

Die Faserzusammensetzung der Papiermuster, bestimmt durch das Vezel-Instituut (Institut für Faserforschung) der TNO (Nederlandse organisatie voor toegepast natuurwetenschappelijk = Niederländische Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung) in Delft, ergab hauptsächlich Nadelholzzellstoff, Strohzellstoff und Holzschliff.

Alle Befunde ergaben keinerlei Anachronismen zwischen dem angenommenen und dem tatsächlichen Herstellungszeitraum.

Die Tintenablagerungen des Vergleichsmaterials, der Tagebücher und der losen Blätter bestehen vorwiegend aus graublauer Füllhaltertinte. In dieser Tinte wurde das Vorhandensein von Eisen deutlich nachgewiesen. Eisengallustinte ist damals allgemein gebräuchlich. Erst nach 1950 tauchten Tinten ohne oder mit einem sehr viel geringeren Eisengehalt auf.

Neben der graublauen Füllhaltertinte wurden in den Tagebüchern und losen Blätter noch

•               rote dünne Tinte

•               grüner und roter Farbstift

•               schwarzer Bleistift

gefunden. Dabei sind die Blattnumerierungen nicht berücksichtigt, auf die später noch eingegangen wurde.

Die Ergebnisse der urkundentechnischen Untersuchung lassen sich wie folgte zusammenfassen :

Bei keiner der durchgeführten Untersuchungen wurden Hinweise gefunden, die darauf deuten könnten, dass die Tagebücher, die losen Blätter und die Vergleichsmaterialien als auch die darin enthaltenen Tintenablagerungen später als in der angenommenen Entstehungsperiode (1942-1944) hergestellt worden sind.

Eine orientierende Studie über Kinderhandschriften und die darin auftretenden Veränderungen

Im Vergleich zur Referenzgruppe erwies sich die Schreibfertigkeit, die Anne Franks Vergleichsschrift zeigt, zwar als hoch, jedoch nicht als außergewöhnlich. Auch die Verwendung von zwei Schreibarten, Druck- und Kurrentschrift, ist kein seltenes Phänomen. Diese Eigenheit, die sich auch in den Vergleichsschriften Anne Franks fand, zeigte sich bei mindestens 15% aller Schreiber der Referenzgruppe.

Eine kritische Betrachtung der Vergleichsschriften

Insgesamt standen 24 Dokumente zur Verfügung, auf welchen sich nach Auskunft des Auftraggebers Vergleichsschriften von Anne Frank befinden. Auf einigen Dokumenten sind daneben noch von anderen (Familienmitgliedern) geschriebene Texte vorhanden. Das von Anne Frank stammende Schriftmaterial ist in fast allen Fällen mit dem Namen „Anne“, „Anne Frank“ oder ähnlichen Angaben versehen.

Das Vergleichsmaterial ist sowohl in Druck- als auch in Kurrentschrift geschrieben. Von 22 Dokumenten konnten die Originale untersucht wurden. In zwei Fällen standen Fotokopien guter Reproduktionsqualität zur Verfügung.

Die Schreibleistungen datierten aus dem Zeitraum 1936-1942 und stammten - mit Ausnahme jener aus Familienbesitz - von Bekannten, Freundinnen und Klassenkameraden Anne Franks.

Auf den Seiten 123 bis 136 in den Tagebüchern der Anne Frank, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1986, sind Abbildungen zu den Vergleichen der Schrift abgedruckt.

Die auf den Seiten 137/138 des gleichen Buches nachzulesenden Erkenntnisse, die zum Teil anhand der Abbildungen verifiziert wurden können, stützen die Annahme des Prüfers, dass die Vergleichsschriften Anne Franks echt sind.

Auch weisen die auf mehreren Dokumenten gefundenen roten und schwarzen Tintenflecke auf die Berührung mit anderen Poststücken, und somit auf eine tatsächliche Postbeförderung, hin. Das beweisen auch die Ergebnisse der Prüfung der Briefmarken und Stempel als auch die anderen Faktoren.

Die Vergleichung des Tagebuches

Was bisher als Tagebuch bezeichnet ist, umfasst in Wirklichkeit :

1.   ein Poesie-Album mit unliniertem Papier und rot-weiß kariertem Einband, im folgenden Tagebuch Teil 1 genannt; die Maße einer Seite betragen 14,3 x 16,6 cm;

2.   ein Heft mit liniertem Papier und einem schwarzen Umschlag mit schwarzem Leinenband, im folgenden Tagebuch Teil 2 genannt; die Maße einer Seite betragen 16,4 x 20,7 cm;

3.   ein Heft mit liniertem Papier und grün/gold gepunktetem Umschlag mit schwarzem Leinenband, im folgenden Tagebuch Teil 3 genannt; die Maße einer Seite betragen 16,4 x 20,7 cm;

4.   drei Mappen mit losen Blättern unlinierten Papiers, meist auf beiden Seiten beschrieben; im folgenden „die losen Blätter“ genannt; im Durchschnitt betragen die Maße eines vollständigen Blattes 21,4 x 27,5 cm.

Angesichts der als natürliche Gegebenheit in Kinderschriften auftretenden Veränderungen muss eine Vergleichung vorzugsweise zwischen Schriftproben stattfinden, die sich in ihrem Fertigungsdatum möglichst wenig unterscheiden. Das trifft für das Tagebuch Teil 1 und die Vergleichsschriften zu. Danach wurden die beiden anderen Teile und die losen Blätter verglichen. Dabei wurden die Ergebnisse der vorangegangenen Vergleichung verwendet. Bevor die Ergebnisse beschrieben wurden, sind noch einige Anmerkungen zu ergänzenden Aspekten erforderlich.

Die Ergebnisse der schriftvergleichenden Analyse des Tagebuches Teil 1

In Teil 1 wurde der Zeitraum 12. Juni bis einschließlich 5. Dezember 1942 beschrieben. Daneben finden sich noch einige Nachträge mit späteren Datierungen. Die Seiten sind nummeriert von 1 bis einschließlich 122.

Manchmal sind Satznummerierungen zu finden, die vermutlich während einer früheren Schriftanalyse angebracht wurden, um das Aufsuchen von Schriftmerkmalen zu erleichtern. Zwischen den Seiten 28 und 29 sind eine Anzahl Blätter herausgerissen. Außerdem sind im Anschluss an die Seite 77 zwei Seiten mit braunem Klebeband zugeklebt[495].

Das Ganze macht einen spontanen Eindruck. Davon zeugen der tatsächliche Inhalt, das Einkleben und Beschreiben loser Blätter und Zettel, die manchmal liniert sind, von Fotos, einer Karte und einem Brief und das Abwechseln von Schriftarten sowie die Variationen innerhalb einer Schriftart. Der Text scheint fließend und ohne Stocken zu Papier gebracht worden zu sein.

Auf eine normale Entstehung weisen auch einige spiegelbildliche Tintenabdrucke hin. Falls ein text beispielsweise in der Mitte einer Seite endet und der nächste Eintrag einen oder einige Tage später vorgenommen wurde, kann man davon ausgehen, dass das Tagebuch zugeklappt wurde. Eine Folge davon ist, dass noch feuchte Tintenstellen einen spiegelbildlichen Abdruck auf der gegenüberliegenden Seite verursachen. Umgekehrt lassen spiegelbildliche Abdrucke darauf schließen, dass das Tagebuch zugeklappt wurde.

Im Tagebuch Teil 1 kommen vorwiegend zwei Schriftarten vor : verbundene Kurrentschrift (auch Laufschrift genannt) und Druckschrift. Beide Schriftarten, die an einigen Stellen fließend ineinander übergehen, sind auf der Basis der Merkmale mit dem Vergleichsschriftmaterial von Anne Frank verglichen worden.

Alle Erkenntnisse führen zu folgender Schlussfolgerung :

Die Schrift in dem als Tagebuch 1 bezeichneten Poesie-Album stammt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der Urheberin der Vergleichsschriften, Anne Frank. Ausnahmen :

•     die Schreibleistungen, Korrekturen, Ergänzungen und dergleichen, datiert nach dem 5. Dezember 1942, sowie nicht datierte Korrekturen und Hinzufügungen, außer der in blauer Tinte gefertigten auf Seite 30;

•     die ganz offensichtlich von anderen Urhebern gefertigten Schreibleistungen, zum Beispiel auf den eingeklebten Briefumschlägen mit dazugehörigem Inhalt und die Blatt- und Zeilennummerierungen.

Die Ergebnisse der schriftvergleichenden Analyse des Tagebuches Teil 2

Teil 2 beginnt am 22.12.1943 und endet am 17.04.1944. Neben den tatsächlichen Tagebuchtexten enthält dieses Heft auch eine Geschichte, die den Titel „Cadys leven“[496] trägt. Die Seiten beider texte sind jeweils nummeriert von 1 bis einschließlich 203 und von 1 bis einschließlich 37. Es konnte nicht überprüft wurden, wer diese Nummerierung angebracht hatte.

Innerhalb der angegebenen Schwerpunktsverschiebungen ergeben sich bei der Vergleichung von Tagebuch Teil 2 mit dem Tagebuch Teil 1 zusammen mit dem Vergleichsschriftmaterial von Anne Frank - mit Ausnahme von noch näher zu besprechenden Merkmalen - folgende Übereinstimmungen :

In allen vergleichbaren

•               Mikromerkmalen, einschließlich des Druckverlaufs,

•               allgemeinen oder abgeleiteten Merkmalen,

•               Merkmalen der Flächengliederung,

•               Normabweichenden Merkmalen.

Alle Erkenntnisse führen zu folgender Schlussfolgerung :

Die Handschrift in dem als Tagebuch Teil 2 bezeichneten Heft mit hartem schwarzen Umschlag und schwarzem Leinenband und die bereits besprochene Handschrift aus dem Tagebuch Teil 1 und das Vergleichsschriftmaterial stammen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von derselben Schrifturheberin.

Ausnahmen :

•     die noch zu erörternden Zufügungen, Korrekturen usw.,

•     der offensichtlich von einem anderen Schreiber stammende, mit Bleistift gefertigte Text, der auf  Seite 191 eingeklebt ist.

Die Ergebnisse der schriftvergleichenden Analyse des Tagebuches Teil 3

Das Tagebuch Teil 3, das am 17.04.1944 beginnt und am 01.08.1944 endet, zeigt in Aufmachung und Schriftbild sehr deutliche Übereinstimmungen mit dem Tagebuch Teil 2. Die Zahl der spontanen Ausdrucksformen, wie z.B. das Einkleben loser Blätter und Fotos, nahm weiter ab. Auch Teile in Druckschrift sind selten. Im Durchschnitt wurden drei bis dreieinhalb Seiten pro Eintragung beschrieben. Auch hier konnte nicht untersucht wurden, wer die Blattnumerierungen 1 bis einschließlich 128 (oben) und 325 bis 450 (unten) angebracht hatte.

Die Schlussfolgerung lautet :

Die Handschrift in dem als Tagebuch Teil 3 bezeichneten Heft mit hartem, grün-gold gepunktetem Umschlag mit einem schwarzen Leinenband - mit Ausnahme der noch zu besprechenden Nachträge und Korrekturen - und die bereits besprochene Handschrift aus Tagebuch teil 1 und dem Vergleichsschriftmaterial von Anne Frank stammen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von derselben Schrifturheberin.

Die Ergebnisse der schriftvergleichenden Analyse der losen Blätter

Diese Blätter sind über drei Mappen verteilt. Die einzelnen, unlinierten Blätter sind etwas kleiner als Din-A-4 Format (21 x 29,7 cm). Faltet man ein solches Blatt zur Hälfte, den Knick parallel zu den kurzen Kanten, entstehen vier Seiten. Auf den Seiten finden sich unterschiedliche Nummerierungen. Die Nummerierung links unten ging bis Seite 324. Seite 280 und 281 befanden sich in fotokopierter Form im Manuskript. Es konnte nicht geprüft wurden, von wem die Nummerierung angebracht wurde. Die losen Blätter sind lachsfarben, rosa, elfenbeinfarben und blau.

Auf Seite 1 ist Tinte ausgelaufen, wodurch ein Fleck entstanden ist, der sich bis Seite 13 in immer kleinerer Form durchschlägt. Einige der von dem Fleck bedeckten Wörter sind neu geschrieben.

Die Texte zeigen inhaltlich deutliche Parallelen zu Passagen aus den Teilen 1, 2 und 3.

Zwei Passagen in Teil 2 (datiert 29.03.1944) und Teil 3 (datiert 20.05.1944) weisen auf das Bestehen dieser losen Blätter hin. Die Schreiberin berichtet dort von einem geplanten Roman „Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus). Zum Bild dieses „Umschreibens des Tagebuches“ passen der distanzierte Ton und die weniger unmittelbare emotionale Betroffenheit. Das erklärt auch die relativ große Zahl von Korrekturen und Satzverbesserungen, vornehmlich in der Anfangsphase.

Wann genau die Seiten gefertigt wurden, konnte nicht herausgefunden wurden. Ging man davon aus, dass am 20.05.1944 (in Zusammenhang mit der Mitteilung in Teil 3) damit begonnen wurde, und dass als letztes Fertigungsdatum der 01.08.1944 in Frage kam, wurden, bei täglicher Eintragung, vier bis fünf Seiten pro Tag geschrieben.

Da sowohl in Teil 3 als auch in den parallel verlaufenden Eintragungen auf den losen Blättern mit der Zeit sich verändernde Schriftmerkmale auftauchen, ist eine genaue Datierung der Schreibleistung auf den losen Blättern möglich. Dabei erweist sich, dass vor allem in der Periode zwischen dem 15.07. und dem 01.08.1944 sehr intensiv an den losen Blättern gearbeitet wurde. In diesem Zeitraum sind 162 Seiten vollendet worden, was eine durchschnittliche Tagesleistung von elf Seiten bedeutet. Übrigens wurde während dieses Zeitraums - abgesehen vom 15.07. und dem 01.08. - nicht am Tagebuch Teil 3 gearbeitet.

Alle Ergebnisse zusammengefasst und miteinander betrachtet führen zu folgender genereller und Schlussfolgerung:

Die Schrift auf den losen Blättern - mit Ausnahme der noch zu besprechenden Nachtragungen, Korrekturen u.ä., der ersten Datierung und den verschiedenen Seitennummerierungen - sowie die bereits beschriebene Schrift der Tagebücher Teil 2 und 3 und der gleichfalls bereits beschriebenen Schrift in dem Tagebuch teil 1 und dem Vergleichsschriftmaterial von Anne Frank stammen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von derselben Schrifturheberin.

Die Ergebnisse der Vergleichung der Korrekturen usw.

Die Resultate der Untersuchung können kurz zusammengefasst wurden :

Nur in einer sehr geringen Zahl von Fällen stammen die Vergleichsschriften und die Korrekturen ganz offensichtlich nicht von derselben Hand. Diese Korrekturen konnten auf einen anderen Schreiber zurückgeführt wurden. Es handelt sich dabei um insgesamt 26 Korrekturen u.ä., die im Umfang zwischen einem einzigen Buchstaben bis zu drei Wörtern variieren.

Diese Korrekturen sind über die losen Blätter verstreut, auf den Seiten 104 bis einschließlich 311. In sieben Fällen dienen sie zur Verbesserung einer unrichtigen Satzstellung. In anderen Fällen wären sie grundsätzlich nicht notwendig gewesen.

Die Vergleichung ergab, dass diese Korrekturen, wenn man sich erlaubt, sie als Ganzes zu betrachten, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Otto Frank stammen.

Daneben weicht auch die Anfangsdatierung auf Seite 1 von der Vergleichsschrift ab. Eine Urheberidentifizierung ist nicht möglich.

Mit Ausnahme der einzeln zu besprechenden Durchstreichungen und der Korrekturen, die aus einem einzigen Symbol bestehen, zeigen die übrigen Änderungen, Ergänzungen usw. in den teilen 1, 2 und 3 und auf den losen Blättern keine wesentlichen Abweichungen von der Vergleichsschrift. Wo Schreibleistungen einigen Umfangs verglichen wurden konnten, stellte sich qualitativ gute Übereinstimmung heraus. Der Wahrscheinlichkeitsgrad, mit dem die Urheberidentifizierung stattfinden konnte, variiert zwischen den Graden „möglich“ und „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“. In einigen Fällen bedeutet die Qualifikation „möglich“ nichts anderes als die Feststellung, dass markante Unterscheidungsmerkmale fehlen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um kurze, allein stehende Worte. Eine Ergänzung vom Umfang einiger Sätze konnte mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit identifiziert wurden.

Aussagen über Anne Frank

Hannah Elisabeth Pick-Goslar[497]

Hannah kam an einigen Stellen des Tagebuches unter dem Pseudonym „Lies Goosens“ bzw. „Hanneli Goslar“[498] vor.

Geboren wurde Hannah 1928 in Berlin in eine religiöse jüdische Familie. 1933 floh sie mit ihren Eltern in die Niederlande. Die Familie Goslar bezog eine Wohnung am Merwedeplein 31, nur 3 Häuser neben den Franks. Hannah besuchte 6 Jahre lang die gleiche Klasse wie Anne bis zu deren Untertauchen. Anne und Margot waren oft mit Hannah und ihren Eltern in Zandvoort. An Sonntagen waren Anne und Hannah oft und gerne mit Otto Frank in dessen Firma, wo sie vor allem mit den Telefonen spielten[499].

Anne liebte Poesie-Alben. Sie ist ein kränkliches Mädchen. Sie lag oft zu Hause im Bett. Wahrscheinlich ist es ein rheumatisches Fieber. Anne ist ein eigensinniges Mädchen. Sie ist sehr hübsch. Sie wollte gerne interessant sein. Anne schreibt schon vor ihrem 13. Geburtstag. Aber niemand durfte irgendetwas von dem, was sie schreibt, lesen. Margot wollte nach dem Krieg Krankenschwester in Israel wurden. Anne schwätzte in der Schule gern und oft. Des Öfteren musste sie deswegen Strafarbeiten machen. Einmal schreibt sie ein Gedicht, das begann mit den Worten : „Kweck, kweck, kweck, sagte Fräulein Schnatterbeck“. Eines Tages wollte Hannah von den Franks eine Haushaltswaage holen, jedoch öffnete ihr der Untermieter, Herr Goldsmith, und sagte, die Franks seien in die Schweiz gegangen. Goldsmith gab ihr die Waage.

Anne konnte, wann immer sie wollte, ihre Schultern ausrenken, und es machte ihr Spaß, wenn alle Kinder darüber lachten[500].

Die Goslars konnten nicht untertauchen, denn Hannahs Mutter ist schwanger und die kleinste Tochter erst zwei Jahre alt. Wahrscheinlich hatte Otto Frank sich deswegen auch nicht dafür entschieden, die Familie Piek mit ins Versteck zu nehmen.

Als Hannah nach dem Sommer wieder zur Schule ging, kamen jeden Tag weniger Kinder. Die Goslars konnten über einen Onkel in der Schweiz eine südamerikanische Staatsbürgerschaft kaufen. Sie bekamen Pässe aus Paraguay. Auch standen sie auf der zweiten Liste der Juden, die nach Eretz Jsrael (Das Land Israel) gehen sollten. Im Oktober 1942 starb Frau Goslar im Kindbett; das Baby ist tot geboren[501]. Am 20.06.1943 ist eine große Razzia in Amsterdam. Auch Herr Piek und seine beiden Töchter wurden nach Westerbork abtransportiert. Dort wurden die beiden Mädchen in ein Waisenhaus gesteckt - getrennt von ihrem Vater. Hannahs Schwester kam schon bald ins Krankenlager; musste an beiden Ohren operiert wurden. Am 15.02.1944 wurden Hannah, ihre Schwester und der Vater nach Bergen-Belsen abtransportiert. Der Transport erfolgte in Personenwagen, nicht wie üblich in Viehwagen. Bei der Ankunft in Bergen-Belsen wurden den Ankommenden die Kleider abgenommen; die Familien wurden nicht getrennt. Die Goslars kamen ins so genannte „Alballalager“ wo schon rund 70 griechische Juden waren. Hier musste der Vater zunächst für einige Tage in die Quarantänebaracke, bevor er wieder zu seinen Töchtern zurückkam.

Von einer älteren Dame erfuhr Hannah, dass Frau van Pels auf der anderen Seite des Stacheldrahtes, der das Lager teilte, ist. Diese habe ihr erzählt, dass Anne Frank auch da sei. Daraufhin begab Hannah sich zum Stacheldraht, was natürlich verboten ist, um mit Anne in Kontakt zu kommen. Hannah sprach zunächst mit Frau van Pels. Sie bat diese, Anne zu holen. Anne kam auch; Margot konnte nicht, die ist zu diesem Zeitpunkt schon todkrank.

„Das ist nicht dieselbe Anne, die ich gekannt habe. Sie ist ein gebrochenes Mädchen. Sie fing sofort an zu weinen und erzählte mir : ‘Ich habe keine Eltern mehr.’“[502]

Ungefähr zwei Wochen später, am 25.02.1945, starb Hannas Vater.

„Ich denke immer, wenn Anne gewusst hätte, dass ihr Vater noch lebte, hätte sie vielleicht mehr Kraft gehabt, um zu überleben, denn sie ist ja sehr kurz vor dem Ende gestorben, ein paar Tage vorher.“[503]

Anne sagte damals, man würde hungern und frieren; „wir haben überhaupt keine Kleider, und ich bin sehr mager, und man hatte mich kahl geschoren.“[504] Das ist im Februar 1945. Hannah warf Anne am nächsten Tag ein kleines Paket herüber, aber eine andere Frau hatte es aufgefangen und gestohlen. Zwei, drei tage später hatte Hannah ihr dann ein neues Päckchen herüber geworfen, welches Anne auch fing.

Es gab nur drei oder vier Treffen von Anne und Hannah. Hannah hatte Anne dabei nie gesehen, nur gehört.

Ende März 1045 starb Hannas Großmutter. Anfang April wurde das Lager geräumt; nur die Kranken blieben zurück.

Nahe Frankfurt/Oder wurde der Transport befreit.

Am 05.12.1945 brachte Otto Frank Hannah, ihre Schwester, eine Freundin und deren Schwester zum Flugzeug, mit welchem die vier in die Schweiz flogen. Otto Frank hatte die Papiere hierfür besorgt. Hannah trägt heute eine Kette : Auf der einen Seite die Königin, auf der anderen das Datum 05.12.1945.

Dann ließ Hannah sich in Israel nieder. Dort wurde ihr Sohn, ein Sabra, geboren, der heute ist Wissenschaftler und Offizier der israelischen Armee ist.

1963 besuchte Otto Frank sie in Israel.

Der Kontakt zu Otto Frank riss nie ab.

Janny Brandes-Brilleslijper[505]

Janny Brandes-Brilleslijper wohnte 1988 an der Amstel beim Theater Carré in Amsterdam. Ihre Beziehung zu Anne und deren Familie begann am 08.08.1944, am Hauptbahnhof in Amsterdam, dem Ausgangspunkt der Deportationen zum Lager Westerbork. Sie ist verhaftet worden, weil sie Widerstand gegen die Nazis geleistet hatte. In einer jüdisch-sozialistischen Umgebung mitten im Herzen des alten Amsterdamer Judenviertels, in der Nieuwe Kerkstraat, 1916 geboren, heiratete sie 1939 einen nicht-jüdischen Mann, Bob Brandes. Beide haben sie von Anfang an als Antifaschisten den Nazis Widerstand geleistet. Im Sommer 1944 wurde sie zusammen mit ihrer Familie und noch einigen Untergetauchten[506] in ihrem Haus verhaftet, wobei es ihrem Mann Bob und ihren beiden Kindern, Rob und Lilo, gelang, zu entkommen. Janny sollte Anne und Margot Frank bis zum letzten Moment, im März 1945 in Bergen-Belsen, erleben. Ihre starke Persönlichkeit und ihr Durchsetzungsvermögen setzte sie bis zum Schluss als Krankenpflegerin ein, weil sie zufällig einmal einen Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht hatte.

Zusammen mit ihrer Schwester Lientje, die kurz vor dem Gespräch in Ost-Berlin verstorbene Sängerin Lin Jaldati, Künstlername von Lien Rebling-Brilleslijper, überlebte Janny Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen. Im Jahre 1946 stellte sie für Otto Frank die Sterbeerklärung seiner Töchter Anne und Margot aus.

An jenem 08.08.1944 traf Janny also erstmalig auf die Familie Frank. „Auffallend ist, dass die Mädchen sportlich aussahen, mit Trainingsanzügen und Rucksäcken, als ob sie in die Winterferien fahren würden.“[507] Janny saß im Zug im gleichen Abteil wie die Franks. Während der Fahrt haben sie nicht miteinander geredet.

Beim Batteriespalten kam Janny mit den Franks hin und wieder ins Gespräch. Vor allem Jannys Schwester Lientje hatte viel Kontakt mit Edith Frank. Als bekannt wurde, dass die Häftlinge nach Auschwitz kommen sollten, hatte Otto Frank versucht, einen Transport nach Theresienstadt zu bekommen, weil er meinte, in dem Lager sicherer zu sein - es misslang. Janny und Lientje wurden beim Auschwitz-Transport von ihren Eltern und ihrem Bruder getrennt. In Auschwitz am Bahnhof haben sie sich nur noch einmal von weitem gesehen. Die beiden Schwestern waren mit den Franks in einem Waggon auf jenem Transport. „Die Frank-Mädchen haben wir in Auschwitz nur mal kurz gesehen. Wir haben sie erst nach dem Transport nach Bergen-Belsen wieder getroffen. Sie waren in einer anderen Baracke, und wir begegneten ihnen auch nicht bei der Arbeit.“[508]

Ab Ende Oktober waren die beiden Schwestern Janny und Lientje als Krankenschwestern eingesetzt. Kurz danach kam per Viehwaggons der Transport nach Bergen-Belsen. Vom Bahnhof Celle aus ging es zu Fuß zum Lager. Als sie im Lager eintrafen begegneten sie Anne und Margot Frank, die wahrscheinlich mit dem gleichen Transport gekommen waren.

Auch Anne und Margot haben sich, wie Janny und Lientje, um allein stehende Kinder in Bergen-Belsen gekümmert. Dann bekam Lientje Flecktyphus. Nach wenigen Tagen hatte auch Anne Flecktyphus - und Janny ebenfalls. Erst als Margot starb, sie fiel aus ihrem Bett auf den Steinboden und konnte sich nicht wieder erheben, gab Anne sich auf.

Einige Tage vor dem Ende traf Janny Anne erneut. Diese erzählte, sie habe sich so vor den Tieren in ihrer Kleidung gegraut, dass sie sie weggeworfen habe. Sie hatte nur noch eine Decke. Janny gab Anne Kleidung und etwas Brot.

Im Sommer 1945, Janny war wieder in Amsterdam, kam Otto Frank zu ihr. Er hatte vom Roten Kreuz den Tod Annes und Margots erfahren und wollte eine Bestätigung[509].

Rachel van Amerongen-Frankfoorder[510]

Den ersten Kontakt mit Anne und Otto Frank hatte die heute in Israel lebende Rachel in Westerbork. In Bergen-Belsen ist sie mit Anne und Margot in einer Baracke. Im Februar 1945 wurde Rachel nach Raguhn transportiert und schließlich in Theresienstadt befreit.

In der S-Baracke in Westerbork traf Rachel die Familie Frank.

In Bergen-Belsen traf Rachel Anne und Margot Frank wieder. Beide waren fast unkenntlich dadurch, dass ihre Haare abgeschnitten waren. Sie gehen jeden Tag zum Zaun im Lager. „Ich bin fast sicher, dass sie jemanden trafen, den sie kannten.“[511] Anne und Margot waren zu dieser Zeit schon sehr abgemagert. Sie hatten Typhus. Zudem hatten sie in der Baracke Plätze unmittelbar an der Tür.

Rachel hatte mit ihren Kindern das Anne-Frank-Haus besucht. Von dem Rummel ist sie entsetzt. Ins Besucherbuch schreibt sie : „Das hatte Anne nicht gewollt.“[512]

Bloeme Evers-Emden[513]

Bloemes Bekanntschaft mit Anne und Margot Frank stammt aus dem jüdischen Lyzeum, das 1941 für Juden Pflicht wurde. Margot ist in einer Parallelklasse - Anne hatte sie zwar gekannt, wegen des Altersunterschieds jedoch keinen Kontakt gepflegt.

In Westerbork traf Bloeme die Familie Frank wieder. Margot meint sie öfter bei den Batteriearbeiten gesehen zu haben.

In Auschwitz-Birkenau baute Bloeme mit Lenie de Jong-van Naarden, Anita Mayer-Roos und 10 anderen Frauen eine echte Freundschaft auf, die sie gemeinsam diese unerträgliche Zeit überleben ließ. Von diesen Freundinnen sind 5 gestorben. Die Vornamen der 8 Frauen, die volle 9 Monate in den Konzentrationslagern miteinander verbrachten und Zuneigung und Leid teilten, waren : Nettie - Lydia - Lenie - Annie - Rosy - Rootje - Anita - Bloeme. Sie sind noch heute befreundet.

Anne hatte Krätze, deswegen sah Bloeme zuletzt nur Edith und Margot Frank.

Lenie de Jong-van Naarden[514]

Lenie traf die Familie Frank zum ersten Mal in Westerbork. Ihr Mann kam sehr gut mit Otto Frank aus. Edith „ist wirklich eine ganz besondere Frau“[515]. Auf dem Transport nach Auschwitz waren Lenie, ihr Mann und die Familie Frank in einem Waggon.

Ronnie Goldstein-van Cleef[516]

Ronnie lernte die Familie Frank in Westerbork kennen und nahm an dem verhängnisvollen letzten Transport am 03.09.1944 teil.

Anne und Margot hatten in Auschwitz Krätze.


 

Anhang

Geburts- und Todesdaten der beteiligten Personen

Bürgerlicher Name               Geburtsdatum       Todesdatum                          Roman Name von Anne

Otto Frank                             12.05.1889              19.08.1980                              Frederik Aulis Robin[517]

Edith Frank                            16.01.1900              06.01.1945                              Dora Aulis Robin[518]

Anne Frank                           12.06.1929              31.03.1945 (?)                        Anne  Aulis Robin[519]

Margot Frank                        16.02.1926              31.03.1945 (?)                        Dora Aulis Robin[520]

Auguste[521] van Pels           29.09.1906              09.04.-08.05.1945   Petronella van Daan[522]

Hermann van Pels                31.03.1890              06.09.1944                              Hans van Daan[523]

Peter van Pels                       08.11.1926              05.05.1945                              Alfred van Daan[524]

Friedrich Pfeffer                    30.04.1889              20.12.1944                              Albert Dussel[525]

Victor Gustav Kugler           06.06.1900              16.12.1981                              Harry Kraler[526]

Johannes Kleiman                                17.08.1896              30.01.1959                              Simon Koophuis[527]

Miep Gies                              15.02.1909              11.01.2010                               Anne van Santen[528]

Jan Henk Gies                       18.08.1905              27.01.1993                              Henk van Santen[529]

Elisabeth Voskuijl                06.06.1919              06.05.1983                              Elly Kuilmans[530]

 

Kurzbiographien

Frank, Anneliese Marie

12.06.1929              geboren in Frankfurt/Main (07:30 Uhr)

16.08.1933              bei Oma in Aachen

07.12.1933              Amsterdam - Merwedeplein 37

06.07.1942              Amsterdam - Prinsengracht 263

04.08.1944              Amsterdam - Weteringschans

08.08.1944              Amsterdam - Euterpestrat

                Lager Westerbork in Drente

05./06.09.44            KZ Auschwitz

30.10.1944              KZ Bergen-Belsen

31.03.1945(?)         Tod, Bergen-Belsen, Typhus

Augenfarbe           graugrün (so die Mutter ihrer Freundin Jopie van der Waal)

Größe                     ziemlich klein für ihr Alter

Krankheiten          Masern und schwer Herzkrank (1936/37), wurde geheilt

Hobbys                  Schwimmen (gewann Wettschwimm-Medaillen), Schreiben

Eigenschaften       Anne hing sehr am Vater (mehr als an der Mutter, mit der sie ständig Streit hatte)

Charakter               war eigensinnig, wusste aber meist, was sie wollte, und wie sie es erreichen konnte

                                „verliebt“ sich im Verlauf der Zeit in Peter van Daan

                                wollte sich mit Margot im Arbeitslager Westerbork melden, um ihre Familie zu retten

                                hatte mehr Angst um andere, als um sich selber

Schulausbildung                  03.1934 - 1941        Montessori-Schule, Nierstraat, heutige Anne-Frank-Schule

                                1941 - 1942             Jüdisches Lyzeum

                                1942 - 1944             Privatunterricht im Hinterhaus durch Otto Frank

Freundinnen         Jopie van der Waal, Lies P., Sanne Houtman (im Film : Sanne de Vries)

 

Frank, Edith - Daten

16.01.1900              geboren in Aachen geborene Holländer

06.01.1945              Tod in Auschwitz

 

Frank, Margot - Daten

16.02.1926              geboren in Frankfurt/Main

31.03.1945(?)         Tod, Bergen-Belsen, Typhus

Margot erhielt Anfang Juli 1942 eine Einberufung zum „Arbeitseinsatz“ in Deutschland. Dieses nahm Otto Frank als Anlass zum Untertauchen.

Frank, Otto - Daten

12.05.1889              geboren in Frankfurt/Main - Er kam aus einer jüd. Bankiersfamilie

19.08.1980              Tod in Birsfelden

          1908              Abitur, dann Kaufmannslehre

          1914              Fuß-Artillerie-Regiment

     11.1917              Große Panzerschlacht von Cambrai

          1918              Beförderung zum Leutnant

nach dem Krieg    Selbständiger Kaufmann im Bankfach und in der Vertretung von Marktartikeln

     01.1940              Leitung der Travies & Co.

18.12.1941              Leitung weggenommen (Nazis) wurde von einem „Bekannten“ bei den Nazis gemeldet, weil er Zweifel am deutschen Sieg geäußert hatte, wurde aber durch einen Kurieren gerettet, der ihm die Meldung für 20 Gulden übergab. Otto war der einzige, den dieser Kurier gerettet hat, alle anderen Juden hat er verraten.

                „Er hat mehr verloren, als mit dem Leben und Überleben zu gewinnen ist.“

Beschreibung       schlank, hoch gewachsen, intelligent, bescheiden, gütig, von sicherer bürgerlicher Kultur und Bildung


 

Schriftverkehr

Brief 1

Michael Knoke - Baaderweg 27 - 44328 Dortmund

An die

Anne Frank Stiftung

bitte an Frau

Miep Gies weiterleiten

Prinsengracht 263

 

1016 GV Amsterdam

Dortmund, 09.04.1995

Sehr geehrte Frau Gies,

zuerst einmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie Ihr Leben riskiert haben, um das der Familien Frank, van Pels und des Herrn Pfeffer zu retten.

Das ganze Geschehen ist nun schon über 50 Jahre her. Dennoch möchte ich Ihnen heute meine Bewunderung für Ihren Mut aussprechen. Wenn ich mir die Geschehnisse hier bei uns in der Bundesrepublik Deutschland ansehe, habe ich Angst, dass sich das, was sich zwischen 1933 und 1945 zutrug, wiederholen könnte. Aber ich werde auch nicht tatenlos herumsitzen, und allen Dingen einfach ihren Lauf lassen.

Ich werde am 26.10.1995 30 Jahre alt, und beschäftige mich seit über 15 Jahren mit dem Thema „Drittes Reich“. Durch meine Geschichtslehrerin bin ich damals auf „Das Tagebuch der Anne Frank“ gestoßen und habe es in einem durchgelesen. Anne ist mir in vielen Dingen sehr ähnlich. Es fiel mir deswegen nie schwer, mich mit diesem Kind zu identifizieren. Als ich das Tagebuch gelesen hatte, wollte ich einfach mehr über die Geschehnisse in der Prinsengracht wissen. Bis heute habe ich über zehn Bücher, die sich mit Anne Frank beschäftigen. Natürlich befinden sich in meiner Sammlung auch die Niederschrift Ihrer Erinnerungen an Ihre „Zeit mit Anne Frank“ und „Die Tagebücher der Anne Frank“ (erschienen im Fischer-Verlag). Es ist schon interessant, wenn man das vollständige Tagebuch mit dem zuerst veröffentlichen vergleicht. Anne wäre bestimmt eine großartige Schriftstellerin geworden.

Sie sind die letzte lebende Person, die damals am Untertauchen direkt beteiligt gewesen ist. Erlauben Sie mir bitte zwei ganz direkte Fragen :

Wissen Sie oder können Sie sich vorstellen, wer damals die Untertaucher verraten hat ?

Wenn ja, wissen Sie, warum diese Person bzw. Personen es getan hat bzw. haben ?

Wenn nein, wüssten Sie gerne, wer die Untertaucher verraten hat ?

Bislang war ich schon zweimal persönlich in der Prinsengracht 263. Es ist ein unbeschreiblich niederschlagendes Gefühl, wenn man durch die Räume geht, in denen man sich, durch das Lesen des Tagesbuches, fast heimisch fühlt, schreitet. Ich hatte bei meinem zweiten Besuch das Glück, ganz alleine in Annes Zimmer sein zu können. Die Wirkung, die diese paar Minuten auf mich hatten war ungewöhnlich. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass Anne bei mir war. So stark waren meine Eindrücke durch meine Kenntnisse über die damalige Zeit.

Ich habe auch schon Annes Todesort Bergen-Belsen besucht und eine rote Rose für Sie am Hauptdenkmal niedergelegt. Schließlich weiß ich nicht, in welchem der Massengräber sie liegt.

Es gibt da einen ganz großen Wunsch, den ich tief in meinem Herzen trage : Ich würde Ihnen sehr gerne persönlich die Hand reichen und Ihnen für Ihren großartigen Einsatz damals danken.

Mit Hochachtung

 

Brief 2

Michael Knoke - Baaderweg 27 - 44328 Dortmund

An die

Anne Frank Stiftung

bitte an Frau

Miep Gies weiterleiten

Prinsengracht 263

 

1016 GV Amsterdam

Dortmund, 30.08.1995

Sehr geehrte Frau Gies,

ich habe mich sehr über Ihr Antwortschreiben gefreut. Sehr gerne würde ich noch einmal nach Amsterdam kommen und Sie treffen. Es wäre mir wirklich ein Herzenswunsch, Ihnen persönlich die Hand zu reichen und für Ihren Einsatz zu danken.

Bitte teilen Sie mir doch mit, wann es Ihnen recht wäre. Ich richte mich ganz nach Ihnen. Vielleicht ist es auch möglich, dass Sie mir Ihre Telefonnummer mitteilen und einen Termin, wann ich Sie anrufen kann. Dann könnten wir in einem Telefonat einen Besuchstermin absprechen.

Es ehrt mich, dass Sie bereit sind, für mich eine Ausnahme zu machen, und dass Sie sich mit mir verabreden würden.

Vorab habe ich noch eine Bitte an Sie. Würden Sie vielleicht beiliegende Aufstellung mit den fehlenden Namen und Daten vervollständigen ? Ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür.

Mit Hochachtung


 

Lexikon

Café - Maasstraat - P 19/20 = Eisdiele „Oase“ ?

es könnte sich um das heutige „Lunchroom De Pauw Cafeteria“ handeln  - Maasstraat 114

Der Eissalon ist in der Geleenstraat 41. Heute ein Imbissgeschäft unter dem Namen OASE.

Von der Schule die Nierstraat am Ende der Schule überqueren, rechts hinüber in die Zoomstraat gehen. Am Ende der Zoomstraat rechts in die Geleenstraat, bevor diese auf die Maasstraat stößt, ist rechts die OASE.

Carré - P 19

Dauer : ca. 11 Minuten

Südseite des Merwedepleins entlang, durch ein Gässchen hindurch, am Rande des Victoriapleins, hinüber zur Rooseveltlaan, durch die Waalstraat zurück, Anhaltspunkte: Uhrengeschäft Titus Kaspers, Buchladen Ecke Waalstraat/Rooseveltlaan (hier kaufte Otto Frank das Tagebuch)

Die Tagebücher nach 1945

Im August 1945 erhielt Otto Frank von Miep die gesamten Aufzeichnungen Annes. Im Sommer 1947 erscheint „Het Achterhuis, Dagboekbrieven van 12. Juni 1942 - 01. August 1944“ in den NL. 1950 erscheint im Lambert-Schneider- Verlag in Heidelberg „Das Tagebuch der Anne Frank“.

Fluchtweg

Dauer                     30 Minuten

Aufbruch               06.07.1942 um 07:45 Uhr

Ankunft                 06.07.1942 um 08:15 Uhr

Merwedeplein, nächste Ecke Richtung Norden, Waalstraat, links Noorder Amstelaan, Ferdinand Bolstraat, Vijzelstraat, Rokin Dam, Raadhuisstraat, Prinsengracht

Geschichtenbuch

22.12.1942 - 17.04.1944, Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus, Kassenbuch , 3 lose Mappen mit 312 losen unlinierten Seiten, beidseitig beschrieben, Seitenmaß : 214 * 275 mm

Hauptquartier des SD - LN 18

Euterpestraat, heute Gerrit van der Veen Straat

Helfer

Kugler, Victor Gustav (Victor Kraler), geboren 06.06.1900 in Hohenelbe im damaligen Österreich-Ungarn, lernte Otto Frank im Juli 1933 in Amsterdam kennen; wanderte 1955 nach Kanada aus; verstorben 16.12.1981 in Toronto

Kleiman, Johannes (hatte Idee/Versteck) (Jo Koophuis), geboren 17.08.1896 in Koog aan de Zaan, lernte Otto Frank 1923 kennen, 1933 Beginn einer ehrlichen Freundschaft, übernahm 1941 die Travies A.G., dachte sich zusammen mit Kugler das Hinterhausversteck aus. Verstorben im Januar 1959

Gies, Miep, geboren 15.02.1909 in Wien, Mitarbeiterin und Vertraute Otto Franks seit 1933, „Wir schwiegen nicht mehr, wir hatten uns das Sprechen abgewöhnt“ (Zitat), in ihrem Besitz befindet sich Annes Frisiermantel, den Miep im Versteck gefunden hatte. Verstorben am 11.01.2010 im Alter von 100 Jahren.

Gies, Henk „Jan“, verstorben am 27.01.1993 in Amsterdam, zunächst Verlobter von Miep, später ihr Ehemann

Voskuije, Elisabeth (Bep) (Elli Vossen), Mitarbeiterin und Vertraute Otto Franks, erfuhr erst kurz vor dem Untertauchen von dem Plan, gestorben am 06.05.1983

ein Bäcker

Gemüsemann van Hoeven

ein Fleischer in der Rozengracht

Hinterhaus, Prinsengracht 263 - N 12

1635 als Kaufmannshaus gebaut, vom 06.07.1942 bis zum 04.08.1944 versteckten sich hier die Untertaucher.

Das Hinterhaus war/ist ein schmales Gebäude aus rotem Backstein. An der zur Gracht gelegenen Front befanden sich drei Türen. Eine führte über eine steile Treppe zum Dachboden, eine direkt in die Lagerräume, und die offizielle Haustür schließlich über ein paar Stufen zu einem Absatz, von dem zwei Türen ausgingen. Durch die eine Tür kam man in das große, helle Büro, in dem Miep, Bep und Herr Kleiman arbeiteten. Die zweite Tür führte in einen Gang mit einer Tür zu dem kleinen, ziemlich muffigen, dunklen Direktorenzimmer, in dem früher Herr Kugler und Herr van Pels gearbeitet hatten. Am Ende des Ganges waren wieder ein paar Stufen, dann erreichte man das Büro von Otto Frank. Neben diesem Büro war eine kleine Küche. Vom unteren Flur führte eine einfache Holztreppe nach oben zu einem Vorplatz. Dort gab es zwei Türen : durch die linke gelangte man zum Vorderhaus mit den Lagerräumen und der Treppe zum Dachboden, durch die rechte zum Hinterhaus. Hier begann das eigentliche Versteck. Einige Zeit später wurde diese Tür durch einen drehbaren Aktenschrank getarnt[531].

Vor der Tür ist eine Schwelle, und dann ist man drinnen. Direkt gegenüber der Eingangstür ist eine steile Treppe, links ein kleiner Flur und ein Raum, der Wohn- und Schlafzimmer der Familie Frank werden soll. Daneben ist noch ein kleineres Zimmer, das Schlaf und Arbeitszimmer der beiden jungen Damen Frank. Rechts von der Treppe ist eine Kammer ohne Fenster mit einem Waschbecken und einem abgeschlossenen Klo und einer Tür in Margots und mein Zimmer. Wenn man die Treppe hinaufgeht und oben die Tür öffnet, ist man erstaunt, dass es in einem alten Grachtenhaus so einen hohen, hellen und geräumigen Raum gibt. In diesem Raum stehen ein Herd (das haben wir der Tatsache zu verdanken, dass hier früher Kuglers Laboratorium war) und ein Spülstein. Das ist also die Küche und gleichzeitig auch das Schlafzimmer des Ehepaares van Daan, allgemeines Wohnzimmer, Esszimmer und Arbeitszimmer. Ein sehr kleines Durchgangszimmerchen wird Peters Appartement werden. Dann, genau wie vorn, ein Dachboden und ein Oberboden. Schau an, so habe ich Dir unser ganzes schönes Hinterhaus vorgestellt ![532]

Die folgenden Grafiken zeigen in ungefährem Maßstab die Verhältnisse und Räumlichkeiten im Hinterhaus :

 

 

Bitte fotografieren : Stellungsmarkierungskarte in Franks Raum, Annes Zimmer, Film-Sternchen-Bilder an der Wand, Rückansicht des Hauses, Landkarte über dem Eingangsregal

 

 

Lose Seiten

1943 - 1944, Ergänzungen zu Tagebuch I

Merwedeplein 37 - P 19

Hier wohnten die Franks von 12/1933 bis zum Untertauchen am 06.07.1942. 5. Schornstein von links, mittlere Fensterreihe (5 Fenster) links

Bitte fotografieren : die Wohnung von innen nach außen

Metzgerei - N 13

Rozengracht; hier kaufte Miep bei einem engen Freund von Herrn van Pels Fleisch für die Untergetauchten.

Montessori-Schule - OP 19

Nierstraat 41, Ruf : 6640482, Klassenzimmer in der 1. Etage

1934 - 1941 besuchten Anne und Margot diese Schule; Annes Klassenzimmer soll noch im Originalzustand sein

Bitte alles fotografieren.

Der Schulweg : Merwedeplein weiter geradeaus, Waalstraat überqueren, die Roerstraat weiter bis zur Maasstraat, dann links in die Maasstraat bis zur 1. Querstraße. Dort rechts in die Nierstraat.

Rozengracht - N 12

vor der Westerkerk ist ein Denkmal für Anne Frank

Tagebuch I

12.06.1942 - 05.12.1942, unliniert, rot-weiß-kariert, Seitenmaß : 143 * 166 mm

Tagebuch II

22.12.1942 - 17.04.1944, Schulheft, liniert, schwarzer Umschlag, Seitenmaß : 164 * 207 mm

 

Tagebuch III

17.04.1944 - 01.08.1944, Schulheft, liniert, grün-gold-gepunkteter Umschlag, Seitenmaß : 164 * 207 mm

Tagebücher

12.06.1942 - 05.12.1942         Tagebuch I[533]

          1943 -          1944          lose Seiten

22.12.1942 - 17.04.1944         Tagebuch II[534]

22.12.1942 - 17.04.1944         Geschichtenbuch

22.12.1942 - 29.03.1944         Vorbereitung[535]

17.04.1944 - 01.08.1944         Tagebuch III        

Travies & Co.

Seit Januar 1940 betrieb Otto Frank diese holländische Niederlassung dieser Gewürz- und Konservierungsmittelfirma, die ihren Hauptsitz in der Schweiz hatte. Die Niederlassung war in der Prinsengracht 263, im Vorderhaus des Versteckes.

Untertaucher

Familie Frank : Anne, Edith, Margot, Otto

Familie van Pels (van Daan) : Hermann (*1890, Gehrde/Dtschl.), Petronella, Peter

Herr Pfeffer (Dussel), Dr. Friedrich (Albert)

Vorbereitungen zur Veröffentlichung

22.12.1942 - 29.03.1944, neue Fassung durch Anne als Vorbereitung zur Veröffentlichung der Tagebücher

Weteringschans - N 15 - P 16

Untersuchungsgefängnis, 1. Station nach der Verhaftung, 04.08.1944 - 08.08.1944

Wohnorte

1930                        Frankfurt, Marbachweg 307

1930 - 1933             Frankfurt, Ganghoferstr. 24

1933                        Otto Frank ---> Holland; Rest der Familie bei Ediths Mutter in Aachen

12.1933                   Edith, Margot und Otto ---> Amsterdam, Merwedeplein 37

                                Anne noch bei der Oma in Aachen

03.1933                   Anne ---> Amsterdam, Merwedeplein 37

06.07.1942              Amsterdam, Prinsengracht 263 (untergetaucht im Hinterhaus) UNTERGETAUCHT

LITERATUR ZUM THEMA

Anne Frank Stiftung Amsterdam, 1979 : „Anne Frank“

Anne Frank Stiftung Amsterdam, 1987 : „Anne Frank“

Anne Frank Stiftung Amsterdam, 1992 : „Anne Frank“

Bouhuys, Mies, 1986 : „Anne, Kitty und die beiden Paulas“

Everdingen, Willi, 1989 : „Anne Frank - Botschaft eines Kindes“

Frank, Anne, 1960 : Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus“

Gies, Miep, 1988 : „Meine Zeit mit Anne Frank“

Lindwer, Willy, 1988 : „Die letzten sieben Monate“

Pressler, Mirjam, 1992 : „Ich sehne mich so“

Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), 1986: „Die Tagebücher der Anne Frank“

Schloss, Eva & Kent, Evelyn Julia, 1988 : „Evas Geschichte - Anne Franks Stiefschwester erzählt“

Schnabel, Ernst : „Anne Frank - Spur eines Kindes“

van Dick, Lutz, 1991 : „Auf den Spuren von Anne Frank“


 

Besuchsberichte

Auf den Spuren von Anne Frank - 12.09.1989

Hier stand ich nun, direkt vor dem Eingang der Anne-Frank-Schule in der Nierstraat in Amsterdam. Anne-Frank-Schule, ein Name, der seine Geschichte hat. Vom März 1934 Bis 1941 Besuchte Anne Frank diese Schule, die damals noch Montessori-Schule hieß. Heute sieht das gesamte Schulgebäude von außen ziemlich heruntergekommen aus, die Vorderfront ist zu zwei Dritteln mit Schriftzügen Anne Franks aus deren Tagebüchern auf bunten breiten Streifen verziert. Die Fenster sind zur Straßenfront hin sehr dreckig und sozusagen blind. Man kann nur bei sehr wenigen Fenstern in das Innere hineinschauen.

Ich habe am Abend ein kurzes Gespräch mit der Hausmeisterin der Schule geführt und um Erlaubnis zum photographieren gebeten, habe sie jedoch nicht bekommen, da diese von der Schulleitung genehmigt werden müsste. So blieb mir nur die Möglichkeit, einen kurzen Blick in das Innere des Gebäudes zu werfen.  Linoleumböden, die glänzten und gegenüber des Einganges ein sauberer Klassenraum. Im Eingangsflur hängt ein Porträt Anne Franks, welches ich durch die verschlossene Eingangstür und den halbblinden Fenster photographierte.

Von der Anne-Frank-Schule aus bin ich den Weg gegangen, den Anne Frank wahrscheinlich auch gewählt haben wird, um von der Schule zur Wohnung am Merwedeplein 37 zu gelangen. Ca 8 Minuten war ich unterwegs, ohne jedoch die Konditorei „Oase“ zu finden, in der Anne und ihre Freundinnen des Öfteren auf dem Heimweg noch ein Eis gegessen haben.

Am Merwedeplein habe ich mir das lange Mietshaus angesehen, in dem Anne mit ihrer Familie von 1934 bis zum Untertauchen am 06.07.1942 gewohnt hat. Es ist eine typische „Mietskaserne“, die aber nicht gerade unfreundlich wirkt. Die Wohnung der Franks liegt im 2. Stock. Heute hängt an einem Fenster ein Blumenkasten, an Anne Frank erinnert jedoch nichts mehr.

In ihren Tagebuchaufzeichnungen befindet sich die Beschreibung eines Sparzierganges den Anne sehr oft gemacht hat. Er führt an der Südseite des Merwedepleins entlang, dann durch ein Gässchen hindurch und am Rande des Victoriapleins hinüber zur Rooseveltlaan, schließlich durch die Waalstraat zurück zum Merwedeplein. Eine Viertelstunde bin ich gegangen, einschließlich eines kurzen Aufenthaltes an der Ecke Waalstraat-Rooseveltlaan, nämlich in dem Buchgeschäft, in dem Otto Frank 1942 das Tagebuch für Anne gekauft hat. In dem Buchladen, der inzwischen unter dem Namen Jim Mink geführt wird und nicht mehr unter Blankevoort, ist über Anne Frank nichts zu finden, nicht einmal das Tagebuch.

Vom Merwedeplein aus bin ich dem Fluchtweg zur Prinsengracht gegangen : Merwedeplein - nächste Ecke Richtung Norden - Waalstraat - links Noorder Amstelaan (gibt es heute nicht mehr, vermutlich jetzige Josef Israels Kade) - Ferdinand Bol Straat - Vijzelstraat - Rokindam - Raadhuisstraat - Prinsengracht. Ungefähr eine Dreiviertelstunde benötigt man, wenn man gemächlich den Weg geht. Es ist schon ein ganz komisches Gefühl, wenn man diese Straßen entlang geht und ganz genau weiß, dass Anne Frank diesen Weg gegangen ist, in Hoffnung auf Errettung vor der braunen Gefahr, die aus dem Deutschen Reich auf die Niederlande übergegriffen hatte.

In der Prinsengracht angekommen, photographierte ich zunächst von der gegenüberliegenden Grachtseite das Haus mit der Nummer 235. Am 06.07.1942 versteckten sich Anne Frank und ihre Familie sowie eine befreundete Familie im Hinterhaus dieses Gebäudes.

Das Gefühl, das man verspürt, wenn man die steile Treppe im Inneren des Hauses hinaufsteigt, ist mit Worten nicht auszudrücken. Glücklicherweise war es an diesem Tage nicht so voll in dem Museum, so dass ich die Möglichkeit hatte, alles auf Photos festzuhalten. Als ich allein in „Annes Zimmer“ stand und mir die Bilder ihrer „Filmsternchen“ anschaute, lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Zuviel wusste ich über das Schicksal der „Untertaucher“ und über das Geschehen in diesen Räumen.


 

Fragen an Miep Gies

Haben Sie die Speisekarte noch, die Anne anlässlich Ihres ersten Hochzeitstages am 18.07.1942 angefertigt hat?

Was fühlten Sie, als Sie Otto Frank die Tagebücher seiner Tochter Anne gaben ? Haben Sie geweint oder standen Sie von der Todesnachricht so unter Schock, dass Sie nicht geweint haben ?

Hat Otto Frank bis 1952 bei ihnen und Ihrem Mann gewohnt ?

Wann im November 1953 haben Otto Frank und Elfriede Geiringer-Markovits geheiratet ?

Darf ich den Frisierumhang Annes sehen und fotografieren ?

Was ist aus der Shakespeare-Ausgabe des alten Herrn geworden ? Haben Sie irgendwelche Verwandte gefunden, denen Sie die Ausgabe geben konnten ? Haben Sie sie noch immer ?

Was wurde aus dem Kater Berry, dem Kater Ihrer Nachbarin ?


 

Literatur über/von Anne Frank

Anne Frank , Botschaft eines Kindes, Vorw. v. Everding, Willi, Evangelischer Presseverb. Westf. u. Lippe, 1989, ISBN 3-926816-03-1, Preis 9,80 DM unverbindlich

Die Tagebücher der Anne Frank, Einf. v. Paape, Harry;Stroom, Gerold van der;Barnouw, David. Mit einer Zu s.-Fassung d. Berichts d. Gerichtslaboratoriums d. Justizministeriums v._6 Hardy, H J=. Aus d. Niederl. v. Pressler, Mirjam, Fischer, S, 1988, ISBN 3-10-076710-1, Preis 118,- DM (98,- SFr, 861,- ÖS)

Frank, Anne: Tagebuch, Fassung v. Frank, Otto H; Pressler, Mirjam. Aus d. Niederl. v. Pressler, Mirjam, Fischer, S, 1991, ISBN 3-10-076711-X, Preis 36,- DM (37,- SFr, 263,- ÖS)

Frank, Anne: Das Tagebuch der Anne Frank, ( Fischer Tb., Band 11377 ), Fischer Taschenbuch, 1992, ISBN 3-596-11377-6, Preis 12,90 DM (12,90 SFr, 94,- ÖS)

Gies, Miep;Gold, Alison L: Meine Zeit mit Anne Frank, ( Toncassetten ), Gespr. v. Razum, Christine, schumm sprechende bücher, 1990, ISBN 3-88698-325-0, Preis 59,80 DM unverbindlich

Gies, Miep: Meine Zeit mit Anne Frank, ( Heyne Allg. Reihe, Band 8170 ), Heyne, W, 1991, ISBN 3-453-04573-4, Preis 14,90 DM (14,90 SFr, 109,- ÖS)

Hailey, Arthur: Bittere Medizin. - McCullough, Colleen: Die Ladies von Missalonghi. - Byrne, Robert: Der Tunnel. - Gies, Miep /Gold, Alison L: Meine Zeit mit Anne Frank, ( Reader's Digest Auswahlbücher, Band 1988 ), Das Beste /KNO, 1988, ISBN 3-87070-306-7, Preis 29,80 DM

Jakob, Volker; Voort, Annet van der: Anne Frank war nicht allein, ( Dietz-Tb., Band 25 ), Lebensgeschichten deutscher Juden in den Niederlanden, Dietz, J H /LibriF, 1988, ISBN 3-8012-3025-2, Preis 19,80 DM (19,80 SFr, 145,- ÖS)

Lindwer, Willy: Anne Frank. Die letzten sieben Monate, Augenzeuginnen berichten, Aus d. Niederl. v. Pressler, Mirjam, Fischer, S,   12.-13. Tsd 1991, ISBN 3-10-044803-0, Preis 38,- DM (39,- SFr, 277,- ÖS)

Rol, Ruud van der;Verhoeven, Rian: Anne Frank, Hrsg.: Anne Frank Stiftung. Aus d. Niederl. v. Pressler, Mirjam, Oettinger, F, 1993, ISBN 3-7891-7600-1, Preis 29,- DM (29,- SFr, 212,- ÖS)

Schwarz, Michael: Felix Droese: >'Ich habe Anne Frank umgebracht>', ( KunstStück, Band 3955 ), Zeitgenössische Kunst als Erfahrung von Geschichte, Fischer Taschenbuch, 1988, ISBN 3-596-23955-9, Preis 14,80 DM (15,80 SFr, 108,- ÖS)

Nur ein Tagebuch, ( Videokassetten ), Von Sluis, Wouter van der, Calwer /BRO, 1991, ISBN 3-7668-3124-0, Preis 159,- DM unverbindlich (149,- SFr, 1161,- ÖS)

Lindwer, Willy: Anne Frank. Die letzten sieben Monate, ( Fischer Tb., Band 11616 ), Augenzeugen berichten, Fischer Taschenbuch, 1993, ISBN 3-596-11616-3, Preis 14,90 DM (14,90 SFr, 109,- ÖS)

Die Geschichte der Anne Frank, Über Vergessen und Erinnern - Eine Ausstellung in der Alten Synagoge Essen, Vorw. v. Brocke, Edna. Beitr. v. Kopp, Bernd;Neumann, Enno;Steiner, Vinc ent. Bearb. v. Kopp, Bernd, Alte Synagoge Essen, 1993, ISBN 3-924384-27-4, Preis 16,50 DM

Die Tagebücher der Anne Frank, Hrsg.: Niederländisches Staatliches Institut f. Kriegsdokumentation. Aus d. Niederl. v. Pressler, Mirjam, Fischer, S, 1993, ISBN 3-10-076712-8, Preis 58,- DM (58,- SFr, 423,- ÖS)

Frank, Anne: Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus, ( Fischer Tb., Band 12096 ), Aus d. Niederl. v. Schmidt, Edith;Schütz, Anneliese, Fischer Taschenbuch, 1993, ISBN 3-596-12096-9, Preis 12,90 DM (13,90 SFr, 94,- ÖS)

Degen, Charlotte: Guten Morgen, lieber Kastanienbaum!, ( Johannis-Kinderbücher, Band 6104 ), Gespräche um Anne Frank, Ill. v. Waldmann-Brun, Sabine, St. Johannis-Druckerei, 1994, ISBN 3-501-06104-8, Preis 19,80 DM (19,80 SFr, 145,- ÖS)

Knabe, Gerd: Die Wahrheit über "Das Tagebuch der Anne Frank", Winkelberg, 1994, ISBN 3-924799-09-1, Preis 9,80 DM (9,- SFr, 70,- ÖS)

Essener Leseheft gegen Hass und Stumpfsinn, Eine Textsammlung, Von Eybe, Olaf;Posala, Martin;Schorneck, Frank u.a. Vorw. v. Beyer, Thom as;Siemens, Annette. Mit Beitr. v. Heine-Schröder, Brigitte;Siemens, Anne tte, Essener Jugendpresse, 1993, ISBN 3-930280-00-0, Preis 5,- DM

Anne Frank und wir, Von Bitterli, Urs;Frank, Elfriede;Frank, Vincent C u.a. Hrsg.: Stapferhau s Lenzburg, Chronos, 1995, ISBN 3-905311-71-2, Preis 38,- DM (32,- SFr, 260,- ÖS)

Wessling, Berndt W: Auf der Strasse der Anne Frank, Eine Autobiographie, Metropol, 1995, ISBN 3-926893-72-9, Preis 36,- DM (38,- SFr, 280,- ÖS)

Pressler, Mirjam: Ich sehne mich so, ( B&G Biogr. ), Die Lebensgeschichte der Anne Frank, Beltz, J,   4. Aufl. 1995, ISBN 3-407-80740-6, Preis 16,80 DM (16,- SFr, 123,- ÖS)

Schnabel, Ernst: Anne Frank, ( Toncassetten ), Spur eines Kindes, Sprecher: Schnabel, Ernst;Halenke, Gustl. Regie: Schröder-Jahn, Fritz, Der HÖR Vlg, 1995, ISBN 3-89584-062-9, Preis 24,90 DM unverbindlich (23,40 SFr, 199,- ÖS)

 --  Merksteine, Jugendbegegnungsstätte Anne Frank, ISBN X-8178-0100-4, [ Einzeltitel dieser Reihe anzeigen ]

Bloch, Peter: Auf wundersame Weise dem Tode entronnen... , ( Merksteine, Band 1 ), Peter Bloch (New York) im Historischen Museum Frankfurt a.M. Anne Frank Spu rensuchprojekt '94, Vorw. u. Redakt. v. Steen, Jürgen. Gest. v. Habermann, Joerk. Hrsg. i n Zus.-Arb. mit d. Historischen Museum Frankfurt a.M., Jugendbegegnungsstätte Anne Frank, 1995, ISBN 3-931474-00-3, Preis 5,- DM

Vierthaler, Elfie: Wer war Anne Frank?, Schmitz, Andrea, 1995, ISBN 3-927442-40-2, Preis 15,80 DM (15,50 SFr, 116,- ÖS)

Gies, Miep: Meine Zeit mit Anne Frank, Der Bericht jener Frau, die Anne Frank und ihre Familie in ihrem Versteck v ersorgte, sie lange Zeit vor der Deportation bewahrte - und sie doch nicht retten konnte, Übers. v. Julius, Liselotte, Scherz, 1996, ISBN 3-502-19267-7, Preis 19,80 DM (19,80 SFr, 145,- ÖS)


 

[1] Anne Frank - Botschaft eines Kindes, Evangelischer Presseverband für Westfalen und Lippe e.V., 1989, S. 7

[2] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 80.

[3] Tagebucheintrag vom 08.05.1944

[4] Tagebucheintrag vom 08.05.1944

[5] Anne Frank : Das Tagebuch - Das Haus - Die Stiftung, Seite 7, Text : Mies Bouhuys, Anne Frank Stiftung, Amsterdam, 1987

[6] Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, 21.02.1985. Die vom Historischen Museum Frankfurt am Main herausgegebene Publikation "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank" (1985) gibt an, dass die Bank erst um 1896/97 eine "offene Handelsgesellschaft" wurde.

[7] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 13-14.

[8] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 23.

[9] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 73.

[10] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 104.

[11] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60

[12] Anne Frank : Das Tagebuch - Das Haus - Die Stiftung, Seite 7, Text : Mies Bouhuys, Anne Frank Stiftung, Amsterdam, 1987

[13] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 101.

[14] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 23.

[15] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 24 : Elfriede Frank-Markovics, 16.03.1985.

[16] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 12 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 109.

[17] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 9

[18] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 25.

[19] Laut Auskunft der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (05.03.1985) waren 1916 die Eigentümer : Alice Betty Frank, geborene Stern, "Witwe & 4 Kinder".

[20] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 25.

[21] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 25.

[22] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 13.

[23] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 16.

[24] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 16.

[25] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 17.

[26] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 18.

[27] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 27.

[28] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 27.

[29] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer", Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen

[30] Das Einwohnermeldeamt Amsterdam teilte mit, dass Otto Frank in den zwanziger Jahren nie in Amsterdam angemeldet ist.

[31] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer", Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen

[32] Auch Heuskin hatte sich, laut Auskunft des Einwohnermeldeamtes Amsterdam, nicht unter der genannten Adresse angemeldet. Weitere Informationen : Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer" Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen. Es scheint auf der Hand zu liegen, daß Otto Frank mit Heuskin über einen ebenfalls in Luxemburg wohnenden Verwandten in Kontakt kam.

[33] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer", Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen

[34] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 18.

[35] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer", Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen; er muss, so erzählte Frau Elfriede Frank-Markovics am 28.11.1985, auch noch häufiger andere Reisen zu Verwandten und Bekannten im Ausland unternommen haben. Diese Reisen sollen vornehmlich privater Natur gewesen sein.

[36] Tagebucheintrag vom 13.05.1944 & Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 9

[37] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 9

[38] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60

[39] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 8

[40] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 9

[41] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer", Amsterdam, Dossier M. Frank & Zonen

[42] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60

[43] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 19

[44] Staatsarchiv Kanton Basel-Stadt, 31.10.1985; "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 65

[45] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 11

[46] Frankfurter Zeitung, 23.04.1932

[47] Frankfurter Zeitung, 14.05.1932

[48] Frankfurter Zeitung, 12.10.1932

[49] Frankfurter Zeitung, 12.10.1932

[50] Während des Krieges wurde er festgenommen und in dem im Vichy-Frankreich gelegenen Lager für jüdische und nicht-jüdische staatenlose Flüchtlinge in Gurs interniert.  Er überlebte den Krieg und kehrte wieder nach Paris zurück, von wo aus er sich 1953 in das an der französisch-schweizerischen Grenze gelegene Dorf St. Louis begab. 1955 schließlich zog er zu seiner Familie nach Basel. (Elfriede Frank-Markovits, 28.11.1985; Mairie St. Louis [Haut-Rhin], Bureau de l'état civil, 07.11.1985)

[51] Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, 05.03.1985

[52] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 74

[53] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 42. Die Firma Opekta, die Pektin, ein heute noch verwendetes Geliermittel zur Marmeladenherstellung, herstellt, gibt es noch immer.

[54] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 77; ebenso Mitteilung von Elfriede Frank-Markovits, Basel, und Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, Amsterdam

[55] Bevolkingsregister "Einwohnermeldeamt" Amsterdam, 16.02.1982

[56] Bevolkingsregister "Einwohnermeldeamt" Amsterdam

[57] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 11

[58] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 20-23

[59] Staatsarchiv Kanton Basel-Stadt, 31.10.1984 und 11.11.1985

[60] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 16

[61] "Anne, Kitty und die beiden Paulas", Original : "Anne Frank is niet van gistern", Mies Nouhuys, übersetzt von Maria Csollány, persona verlag gmbh, Copyright by Anne Frank Stichting Amsterdam 1982, Seite53 und Seite 54

[62] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[63] "Früher wohnten wir in Frankfurt ... Frankfurt am Main und Anne Frank", Historisches Museum Frankfurt am Main, 1985, Seite 77. Anne schreibt jedoch am 20.06.1942, daß sie im Februar als Geburtstagsgeschenk für Margot, nach Amsterdam gekommen sei. (Tagebucheintrag vom 20.06.1942)

[64] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[65] Anne Frank : Das Tagebuch - Das Haus - Die Stiftung, Seite 9, Text : Mies Bouhuys, Anne Frank Stiftung, Amsterdam, 1987

[66] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 28-29

[67] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 31

[68] Kamer van Koophandel en Fabrieken Amsterdam, Dossier N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij "Niederländische Opekta AG"

[69] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[70] Kugler wurde 1900 in Hohenelbe im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Im I. Weltkrieg hatte er bei der österreichischen Marine auf dem Adriatischen Meer gedient (Ernst Schnabel, Anne Frank - Spur eines Kindes, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 83. Unter Vorbehalt, da sehr viele Fehler in Schnabels Buch belegt wurden.) 1920 ist er nach Utrecht gekommen. Mehrere Jahre lang hatte er bei dem Utrechter Unternehmen gearbeitet, das die Lizenz zum Verkauf von Pektin an Marmeladenfabriken erworben hatte; diese Firma hatte ihn anfangs mit der Vorbereitung der Amsterdamer Niederlassung beauftragt. Als sich herausstellte, daß ihm das nicht gelang (Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 19.02.1985), hatte Otto Frank diese Aufgabe übernommen. Kugler kündigte und trat bei Otto Frank ein, mehr oder weniger als dessen rechte Hand.

[71] N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij "Niederländische Opekta AG", Protokolle 1935 - 1954

[72] geboren 1909 in Wien, nach dem I. Weltkrieg als 10jähriges Mädchen im Rahmen einer landesweiten Aktion für einige Zeit zur Erholung in die Niederlande geholt, bei einer Amsterdamer Familie als Pflegekind untergekommen und bei der Familie geblieben

[73] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 19.02.1985

[74] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 33

[75] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 33-35

[76] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 36

[77] geboren 1890 in Gehrde (Deutschland) als Sohn niederländischer Eltern, jüdischer Herkunft

[78] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 18

[79] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 19.02.1985

[80] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 18

[81] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 39

[82] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 39

[83] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 40

[84] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 101

[85] Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, 05.03.1985

[86] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 41

[87] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 42

[88] Kamer van Koophandel en Fabrieken Amsterdam, Dossier Handelsmaatschappij Pectacon N.V. "Handelsgesellschaft Pectacon AG"

[89] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 19.02.1985 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 43 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 73

[90] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 81

[91] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[92] geboren 1889 in Gießen, am 19.12.1938 im Aufenthaltsregister jüdischer Flüchtlinge eingetragen; lebte in Amsterdam unverheiratet mit Charlotte Kaletta (Nicht-Jüdin) zusammen; nach Einmarsch der Deutschen legte er sich eine Deckadresse zu; Charlotte wollte ihn heiraten; er wollte sie nicht gefährden

[93] Anne Frank : Das Tagebuch - Das Haus - Die Stiftung, Seite 8, Text : Mies Bouhuys, Anne Frank Stiftung, Amsterdam, 1987

[94] Archiv Deutsche Revisions- und Treuhand A.G. (DRT), Akten Opekta und Pectacon

[95] N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij "Niederländische Opekta AG", Protokolle 1935 - 1954

[96] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[97] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 49. Abweichend heißt es bei Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 21, der Umzug sei im Dezember gewesen.

[98] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 52

[99] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[100] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 20 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 55

[101] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 56

[102] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 58

[103] Kamer van Koophandel en Fabrieken "Industrie- und Handelskammer" Amsterdam, Dossier Pectacon

[104] Verordnungsblatt für die besetzten niederländischen Gebiete, VO.189/1940, S. 546-552

[105] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 63

[106] Archiv Deutsche Revisions- und Treuhand A.G. (DRT), Akten Opekta und Pectacon

[107] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 64

[108] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 67 und Seite 68

[109] Anhang zum Nederlandsche Staatscourant "Niederländischer Staatsanzeiger", 13.08.1941, Nr. 156; J.A. Gies, 12.12.1985

[110] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 22 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Bilduntertitel zwischen Seite 64 und Seite 65 und auf Seite 71

[111] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[112] das als Jüdisches Lyzeum genutzte heutige Gebäude der Frederikschool an den Voormalige Stadstimmertuinen

[113] Tagebucheintrag vom 20.06.1942 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 77

[114] seit 1933 Mitglied des NSB (Nationaal-Socialistische Beweging / ehemalige niederländische nationalsozialistische Partei)

[115] Auch die nach dem Krieg von Otto Frank und Kleiman abgegebenen Erklärungen belegen dies

[116] Otto Frank hatte Anfangs in den Niederlanden nicht das benötigte Geld für seine Selbständigkeit

[117] M. Tosin (Basel) an Otto Frank, 07.10.1941. Algemeen Rijksarchief, Archief Nederlands Beheers Instituut. "Generalsstaatsarchiv der Niederlanden, Archiv staatliche niederländische Vermögensverwaltung konfiszierter Güter"

[118] Otto Frank an M. Tosin, 17.10.1941,  Algemeen Rijksarchief, Archief Nederlands Beheers Instituut. "Generalsstaatsarchiv der Niederlanden, Archiv staatliche niederländische Vermögensverwaltung konfiszierter Güter"

[119] N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij, Protokolle 1935 - 1954 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 79, jedoch schreibt Miep, Frank sei am 18.12.1941 ausgeschieden

[120] Kamer van Koophandel en Fabrieken (Industrie- und Handelskammer) Amsterdam, Dossier Opekta

[121] Tagebucheintrag vom 28.09.1942

[122] Bevolkingsregister (Einwohnermelderegister) Amsterdam; Passport Rosa Sara Holländer-Stern. Collectie Anne Frank Stichting (Sammlung der Anne Frank Stiftung). Im Winter 1941/42 schreibt Anne (Tagebucheintrag vom 20.06.1942)

[123] Tagebucheintrag vom 20.06.1942

[124] Archiv Wirtschaftsprüfstelle, 44/3

[125] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 84

[126] Tagebucheintrag vom 14.06.1942

[127] Tagebucheintrag vom 14.06.1942

[128] Dieses Album ist das "Tagebuch 1" und umfaßt den Zeitraum vom 12.06.1942 bis zum 05.12.1942. In den Jahren 1943 und 1944 fügte Anne noch einige Ergänzungen hinzu und verwendete einige vorher unbeschriebene Seiten. Ein Schulheft ist das "Tagebuch 2" und umfaßt den Zeitraum vom 22.12.1943 bis zum 17.04.1944. Ein weiteres Schulheft ist das "Tagebuch 3" und umfaßt den Zeitraum vom 17.04.1944 bis zum 01.04.1944 (letzter Eintrag). DER ZEITRAUM VOM 06.12.1942 BIS ZUM 21.12.1943 IST NICHT AUFFINDBAR !!! Es ist davon auszugehen, daß dieser Teil verlorengegangen ist (vielleicht handelt es sich sogar um mehr als nur einen Band).

[129] ein ganz modernes Gesellschaftsspiel für Ältere, so etwas wie Monopoli

[130] Im Original : een fles peek-aroma "met dopje". Laut Auskunft des Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Staatliches Niederländisches Institut für Kriegsdokumentation) vom 18.11.1987 ist nicht ganz klar, was diese Bezeichnung bedeuten soll. Im Hinblick auf den Kontext müsse es sich wohl um ein Parfümfläschchen gehandelt haben. Laut Auskunft von Miep Gies (Januar 1988) handelt es sich bei peek-aroma (dann eigentlich : pee-koffie-aroma) um ein braunes Pulver, das, in den damals üblichen Zichorienkaffee "peekoffie" gerührt, diesem ein zusätzliches Aroma gegeben habe. Miep Gies konnte sich nicht erinnern, ob es peek-aroma vielleicht in einer Art "Schmuckdose" gab, die ein dopje "Stöpsel" hatte.

[131] Titel eines Buches

[132] Süßigkeit aus gekochtem Sirup

[133] Kekse

[134] Tagebucheintrag vom 14.06.1942

[135] Tagebucheintrag vom 15.06.1942

[136] Tagebucheintrag vom 15.06.1942

[137] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 33

[138] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 34 und Seite 35

[139] Auszug Handelsregister 13.06.1941, Archiv Nederlandsche Opekta Maatschappij

[140] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.04.1984; Bevolkingsregister (Einwohnermeldeamt) Amsterdam

[141] In "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 93 und Seite 94, heißt es, daß Anne und ihre Eltern am späten Vormittag folgen.

[142] Tagebucheintrag vom 08.07.1942 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 90 ff.

[143] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 107

[144] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 112

[145] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 115

[146] Tagebucheintrag vom 14.08.1942 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 116

[147] Tagebucheintrag vom 22.08.1942

[148] Tagebucheintrag vom 21.09.1942

[149] Tagebucheintrag vom 22.09.1942

[150] Tagebucheintrag vom 22.09.1942

[151] Tagebucheintrag vom 30.09.1942

[152] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 123 und Seite 124

[153] Tagebucheintrag vom 30.09.1942

[154] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 131

[155] Tagebucheintrag vom 06.10.1942

[156] Tagebucheintrag vom 06.10.1942

[157] Tagebucheintrag vom 18.10.1942

[158] Tagebucheintrag vom 10.10.1942

[159] Tagebucheintrag vom 15.10.1942

[160] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 28

[161] Tagebucheintrag vom 22.10.1942

[162] Tagebucheintrag vom 02.11.1942

[163] Tagebucheintrag vom 05.11.1942

[164] Tagebucheintrag vom 05.11.1942

[165] Tagebucheintrag vom 10.11.1942 in der von Anne überarbeiteten Version (lose Blätter)

[166] Tagebucheintrag vom 10.11.1942

[167] Tagebucheintrag vom 07.11.1942

[168] Tagebucheintrag vom 10.11.1942

[169] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 37

[170] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 135 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 147

[171] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 145

[172] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 140

[173] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 143

[174] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 148

[175] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 149

[176] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 153 und Seite 154

[177] Tagebucheintrag vom 13.07.1943

[178] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 160 bis Seite 162

[179] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 170

[180] Tagebucheintrag vom 22.12.1943

[181] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 170

[182] Tagebucheintrag vom 24.12.1943

[183] Tagebucheintrag vom 27.12.1943

[184] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 171

[185] Tagebucheintrag vom 29.12.1943

[186] Das Kassenbuch (Verhaaltjesboek) ist erhalten geblieben. Teilweise veröffentlicht in : Anne frank. Weet je noch ? Verhalen en sprookjes. (Weißt Du noch ? Geschichten und Märchen), Amsterdam/Antwerpen, Contact, 1949; Anne Frank. Verhalen rondom het achterhuis (Geschichten rund um das Hinterhaus), Amsterdam/Antwerpen, Contact, 1960; Het korte leven van Anne Frank (Das kurze Leben der Anne Frank). Amsterdam, Contact, 1970. Weerklank van Anne Frank (Widerhall der Anne Frank). Amsterdam, Contact, 1970. Vollständige Ausgabe : Anne Frank. Verhaaltjes, en gebeurtenissen uit het achterhuis (Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus). Mit einem Vorwort von Joke Kniesmeyer. Amsterdam, Bert Bakker, 1982. Die deutsche Ausgabe erschien unter dem Titel : Anne Frank, geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus. Aus dem Niederländischen von Edith Schmidt, Anneliese Schütz und Josh van Soer. Mit einem Vorwort von Josh van Soer. Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt am Main, Oktober 1982

[187] Tagebucheintrag vom 06.01.1944

[188] Tagebucheintrag vom 24.01.1944

[189] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 173

[190] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 174

[191] Tagebucheintrag vom 01.03.1944 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 174

[192] Die Tür ist auf, aber Peter schloß sie wieder ab. Das bedeutet, daß sie nicht aufgebrochen sondern aufgeschlossen worden ist.

[193] Tagebucheintrag vom 01.03.1944

[194] Tagebucheintrag vom 02.03.1944

[195] Tagebucheintrag vom 14.03.1944 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 175

[196] Tagebucheintrag vom 15.03.1944

[197] Tagebucheintrag vom 16.03.1944

[198] Tagebucheintrag vom 23.03.1944

[199] Tagebucheintrag vom 29.03.1944

[200] Tagebucheintrag vom 05.04.1944

[201] Tagebucheintrag vom 06.06.1944

[202] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 179

[203] Tagebucheintrag vom 09.04.1944

[204] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 181

[205] Tagebucheintrag vom 15.04.1944

[206] Tagebucheintrag vom 16.04.1944

[207] Tagebucheintrag vom 17.04.1944

[208] Tagebucheintrag vom 18.04.1944

[209] Tagebucheintrag vom 21.04.1944

[210] Tagebucheintrag vom 25.04.1944

[211] Tagebucheintrag vom 02.05.1944

[212] Tagebucheintrag vom 13.05.1944

[213] Tagebucheintrag vom 20.05.1944

[214] Tagebucheintrag vom 25.05.1944 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 181 und Seite 182

[215] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 181 und Seite 182

[216] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 181 und Seite 182

[217] Tagebucheintrag vom 05.06.1944

[218] Tagebucheintrag vom 06.06.1944

[219] Tagebucheintrag vom 13.06.1944

[220] Tagebucheintrag vom 16.06.1944

[221] Tagebucheintrag vom 15.06.1944

[222] Durchschlagskopie im Archiv Deutsche Revisions- und Treuhand A.G. (DRT), Akte Opekta

[223] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985

[224] Das Judenreferat (IV B4) ist seit Ende 1943 in einem Nebengebäude des beschlagnahmten Schulgebäudes untergebracht

[225] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 77

[226] Ernst Schnabel, Anne Frank - Spur eines Kindes, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 129

[227] Hefte von Auschwitz, 1964, Nr. 8, S. 63

[228] Nederlandse Rode Kruis, Akte 103586

[229] Ernst Schnabel, Anne Frank - Spur eines Kindes, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 133

[230] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 208

[231] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 210 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 114

[232] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 211

[233] "Lin Jaldati" [Künstlername von Carolina Rebecca Rebling-Brilleslijper] berichtet in den Heften von Auschwitz, 1964, Nr. 8, S. 83, daß sie mit dem Transport am 01.11.1944 nach Bergen-Belsen kam und dort auf Anne und Margot traf. Vor dem Transport am 01.11.1944 ging nur der am 28.10.1944 nach Bergen-Belsen. Folglich müssen Anne und Margot mit diesem Transport nach Bergen-Belsen gelangt sein. Die Schwester Lin Jaldatis, Frau M. Brandes-Brilleslijper (am 08.11.1985), kam ebenfalls mit dem Transport am 01.11.1944 nach Bergen-Belsen berichtet, daß Anne und Margot auf sie und ihre Schwester kurz nach der eigenen Ankunft zugelaufen kamen.

[234] Hefte von Auschwitz, 1964, Nr. 8, S. 63 - 90

[235] Kamer van Koophandel en Fabrieken Amsterdam, Akten Gies & Co. und Pectacon

[236] Eberhard Kolb : Bergen-Belsen. Geschichte des "Aufenthaltslagers" 1943 - 1945. Hannover, Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, 1962

[237] Nederlandse Rode Kruis, Akte 7500

[238] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 219

[239] Nederlandse Rode Kruis, Akte 117265 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 148

[240] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 148

[241] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 217 und Seite 218

[242] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 15

[243] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 15

[244] Sie ist mit ihrem Mann und zwei Kindern im März 1940 aus Wien über Brüssel in die Niederlande gekommen und hatte in Amsterdam mit ihrer Familie am selben Platz gewohnt wie die Familie Frank (Einwohnermeldeamt Amsterdam). Während des Krieges hatte sie Anne, die ihre Tochter kannte, ein einziges Mal getroffen, bei einer Schneiderin, wo Anne ein einziges Kleid anprobierte bevor sie es kaufte (The Times, 16.04.1977). Mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Tochter ist sie am 19.05.1944 von Westerbork aus nach Auschwitz deportiert worden (Archiv Westerbork). Ihr Mann und ihr Sohn waren umgekommen (Einwohnermeldeamt Amsterdam). Auf einem der Bahnhöfe, an denen der Zug aus Auschwitz hielt, ist ihre Tochter auf sie zugekommen. "Ich habe den Vater von Anne Frank gesehen." So hatten sie sich kennengelernt.

[245] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 114

[246] Nederlandse Rode Kruis, Akte 117267 und 117266

[247] u.a. die Schwestern Brilleslijper

[248] Nederlandse Rode Kruis, Akte 103586

[249] Kugler an CADSU, 23.01.1963; Yad Vashem Studies XIII, S. 372 - 382

[250] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 229

[251] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 217 und Seite 223

[252] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 226

[253] Kleiman an das Nederlandse Rode Kruis, 14.10.1945; Nederlandse Rode Kruis, Akte 135177

[254] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 16

[255] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 231 und Seite 232

[256] Otto Frank an Informatiebureau Nederlandse Rode Kruis, 22.05.1950 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 231

[257] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 232

[258] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 234

[259] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 56. Eine Kopie des Zeitungsausschnittes ist zu sehen.

[260] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 234

[261] Herr und Frau Gies, 18.02.1981 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 235. Was mag Miep dabei gefühlt haben ?

[262] Herr und Frau Gies, 18.02.1981. Was mag Otto dabei gefühlt haben ?

[263] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 236

[264] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 238

[265] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 238

[266] Vernehmung von Otto Frank, 16.07.1959, S. 41, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[267] Herr und Frau Gies, 18.02.1981

[268] Vernehmung von Otto Frank, 16.07.1959, S. 43, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[269] Vernehmung von Otto Frank, 16.07.1959, S. 43, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[270] A. Cauvern, 23.01.1981

[271] Besluit, houdende vaststelling van het Besluit Bezettingsmaatregelen (Beschluß zur Festlegung des Beschlusses Besatzungsmaßnahmen), 17.09.1944, E 93

[272] Vernehmung von Otto Frank, 16.07.1959, S. 43, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[273] Das Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) besaß davon eine Kopie.

[274] Baschwitz floh 1933 aus Nazi-Deutschland in die Niederlande und hatte Otto Frank in Amsterdam kennengelernt. Beide Familien hatten einander regelmäßig besucht. Baschwitz tauchte während des Krieges ebenfalls unter. Nach dem Krieg hielt sich eine Tochter Baschwitz' im Ausland auf. Am 10.02.1946 schreibt Baschwitz ihr, daß er der Meinung sei, das Tagebuch müsse veröffentlicht wurden. (Kurt Baschwitz an seine Tochter, jetzt Frau R. Bloklander-Baschwitz, 10.02.1946).

[275] 1934 aus Deutschland emigriert; danach aktiv am niederländischen Verlagsleben beteiligt

[276] Werner Cahn, 12.03.1981

[277] Die Eerste Nederlandse Systematisch Ingerichte Encyclopaedi (Die erste niederländische systematisch aufgebaute Enzyklopädie)

[278] Werner Cahn, 12.03.1981

[279] Annie Romein-Verschoor. Omzien in verwondering. Herinneringen van Annie Romein-Verschoor (Umschauen in Verwunderung. Erinnerungen von Annie Romein-Verschoor), Band 2, Amsterdam, De Arbeiderspers, 1971, S. 109 (Privé-Domein Nr. 17)

[280] Ger Harmsen. Daan Goulooze. Uit het leven van een communist (Daan Goulooze. Aus dem Leben eines Kommunisten), Utrecht, Ambo, 1967, S. 154; Ger Harmsen, 03.02.1981; Geert Lubberhuizen, 16.02.1982; Meulenhoff Nederland BV, 03.02.1981

[281] R. Meulenhoff, 20.02.1981. Laut R. Meulenhoff fand das eine oder andere "genau vor dem Bahnstreik im September 1944" statt. Es kann gar nicht anders sein, als daß sein Gedächtnis ihn hier im Stich läßt.

[282] "Kinderstimme

                Durch einen Zufall habe ich ein Tagebuch in die Hände bekommen, das während der Kriegsjahre geschrieben wurde. Das Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) besaß schon ungefähr 200 solcher Tagebücher, aber es würde mich erstaunen, wenn noch ein einziges dieser Art darunter wäre, so rein, so intelligent und doch so menschlich wie dieses, das ich, die Gegenwart mit ihren vielen Verpflichtungen für einen Abend vergessend, auf einem Rutsch durchgelesen habe. Als ich es fertiggelesen hatte, ist es Nacht, und ich wunderte mich, daß das Licht noch brannte, daß noch Brot und Tee da waren, daß ich keine Flugzeuge brummen hörte und keine Soldatenstiefel auf der Straße klangen, so sehr hatte mich die Lektüre gefangengenommen und zurückgeführt in die unwirkliche Welt, die nun schon wieder fast ein Jahr hinter uns liegt.

                Es ist von einem jüdischen Mädchen geschrieben worden, die 13 Jahre alt ist, als sie mit ihren Eltern und einer älteren Schwester untertauchte und dieses Tagebuch anfing, und es endete gut zwei Jahre später, als die Gestapo die Familie an einem unglücklichen Tag entdeckte. Einen Monat vor der Befreiung ist sie in einem der schlimmsten deutschen Konzentrationslager umgekommen, noch vor ihrem 16. Geburtstag.

                Wie, dahinein möchte ich mich nicht vertiefen. Aber es wurde wohl, steht zu fürchten, ungefähr so gewesen sein, wie es in nun schon so vielen Lagererinnerungen nachzulesen ist, vielleicht so, wie es in der unlängst erschienen Broschüre 'Tuschen leven en dood in Auschwitz' (Zwischen Leben und Tod in Auschwitz) beschrieben wurde, auch wenn es sich um ein anderes Lager handelte.

                Die Art ihres Todes ist auch nicht wichtig. Wichtiger ist dieses junge Leben, das mutwillig abgeschnitten wurde von einem System, dessen geistlose Grausamkeit wir einander zwar geschworen haben, nie zu vergessen oder zu vergeben, als es noch wütete, aber das wir dennoch nun, da es vorbei ist, bereits auf dem Wege sind, zwar nicht zu vergeben, aber doch zu vergessen, was letztlich auf dasselbe hinausläuft.

                Für mich ist allerdings in diesem scheinbar unbedeutenden Tagebuch eines Kindes, in diesem Stammeln einer Kinderstimme, 'de profundis' alle Abscheulichkeit des Faschismus verkörpert, mehr als in allen Akten der Nürnberger Prozesse zusammen. Für mich ist im Schicksal dieses jüdischen Mädchens das größte Verbrechen zusammengefaßt, das der auf ewig verabscheuenswerte Geist beging. Denn das größte Verbrechen ist nicht die Vernichtung von Leben und Kultur an sich : diese können auch einer Kultur erschaffenden Revolution zum Opfer fallen, sondern es ist das Verstopfen der Quellen dieser Kultur, die Vernichtung von Leben und Talent aus einem puren, dummen Vernichtungstrieb heraus.

                Dieses Mädchen wäre, wenn nicht alle Anzeichen trügen, eine begabte Schriftstellerin geworden, wäre sie am Leben geblieben. In ihrem vierten Lebensjahr aus Deutschland hierhergekommen, schreibt sie zehn Jahre später schon ein beneidenswert reines und knappes Niederländisch und zeigt eine Einsicht in die Mängel der menschlichen Natur - ihre eigene nicht ausgenommen - sogar so untrüglich, daß es schon bei einem Erwachsenen erstaunt haben würde, umso mehr bei einem Kind. Aber sie zeigt ebenso sehr die unendlichen Möglichkeiten jener menschlichen Natur, die im Humor, im Erbarmen und der Liebe liegen, worüber man sich vielleicht noch mehr verwundern muß und wovor man sogar, wie vor allem Außerordentlichen, zurückschrecken würde, wären Ablehnung und Hinnahme nicht gleichzeitig so innigkindlich geblieben.

                Daß dieses Mädchen geraubt und getötet wurden konnte, ist für mich der Beweis, daß wir den Kampf gegen das Tier im Menschen verloren haben. Wir haben ihn verloren, weil wir ihm nichts Positives gegenübergestellt haben. Und wir wurden ihn wieder verlieren, ganz egal, in welcher Form uns die Unmenschlichkeit auch bedrohen möge, wenn wir uns als unfähig erweisen, ihr nachträglich etwas Positives gegenüberzustellen. Das Versprechen, daß wir niemals vergessen und vergeben wurden, ist nicht genug. Es ist sogar nicht genug, dieses Versprechen zu halten. Passive und negative Abwehr ist zu wenig, ist gar nichts. Aktive und positive 'totalitäre' Demokratie, politisch, sozial, wirtschaftlich und kulturell, wurde das einzige Rettungsmittel sein : der Aufbau einer Gesellschaft, in der das Talent nicht länger vernichtet, unterdrückt und verdrängt wurde, sondern entdeckt, herangebildet und gefördert, wo immer es sich auch zeigt. Und von dieser Demokratie sind wir alle mit all unseren guten Absichten noch ebenso weit entfernt wie vor dem Krieg.

      J. Romein"

[283] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 240

[284] Otto Frank an Chr. Blom, 06.08.1978

[285] Vernehmung von Otto Frank, 16.07.1959, S. 44, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[286] K. Lekkerkerker, 14.02.1981. Es befindet sich nach seiner Auskunft eine Anmerkung darin, die er als von ihm vorgenommen erkannte.

[287] De Nieuwe Stem I,(1946-6), S. 432 - 442

[288] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 241

[289] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 12.12.1985

[290] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 242

[291] als Staatenloser deutscher Abkunft galt Otto Frank prinzipiell als feindlicher Staatsbürger

[292] Nederlands Beheers Instituut, 07.02.1947. Algemeen Rijksarchief (Generalstaatsarchiv der Niederlanden), Archiv NBI, Akte Opekta

[293] G.P. de Neve in Het wonder van Anne Frank, ein Film von Jan Vrijman, ausgestrahlt von der AVRO am 30.08.1959 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 26

[294] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 245

[295] Dieser Notizkalender ist im Besitz der Familie Frank und wurde für die Dauer der Untersuchung dem Rijksinstituut voor  Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) überlassen.

[296] Anneliese Schütz stammte aus Berlin, ist aber in die Niederlande emigriert. Vor dem Krieg hatte sie Margot Literaturunterricht gegeben, und sie kannte Anne auch. (Otto Frank an Frau X. v. Bahder, 16.05.1958)

[297] Sie wurden für die Dauer der Untersuchung dem Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation) überlassen.

[298] Otto Frank an Frau X.v. Bahder, 16.05.1958. Die Unterlagen wurden von Frau Xenia von Bahlder, Kleinrinderfeld, Bundesrepublik Deutschland, überlassen.

[299] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 246 und Seite 247

[300] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 248

[301] Staatsblad (Gesetzblatt) J 518 dd. 30.11.1949

[302] Otto Frank an Frau X.v. Bahder, 16.05.1958 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 26

[303] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 249

[304] Nederlands Beheers Instituut an Nederlandse Bank, 23.01.1951. Algemeen Rijksarchief (Generalstaatsarchiv der Niederlanden), Archiv NBI, Akte Opekta

[305] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 27

[306] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 250

[307] Bevolkingsregister (Einwohnermelderegister) Amsterdam, 16.12.1985; Universiteit van Amsterdam, Centrum voor buitenlands recht en internationaal privaatrecht "Universität Amsterdam, Zentrum für ausländisches und internationales Privatrecht", 16.12.1985

[308] Vermerk im Protokoll der Hauptversammlung der Aktionäre von Opekta, 27.04.1953

[309] Elfriede Frank-Markovits, 28.11.1985; Otto Frank an J. Kleiman, Amsterdam, 24.05.1953

[310] E.N. Costikyan (Rechtsanwalt von Otto Frank) an L. Shimkin (Verlag Simon&Schuster), 17.01.1974. Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison, Rechtsanwälte in New York, Akte Frank/Levin

[311] Elfriede Frank-Markovits, 28.11.1985 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 250

[312] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 27

[313] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60

[314] Kamer van Koophandel en Fabrieken Amsterdam, Akte Gies & Co

[315] vgl. De Tijd vom 06.10.1955, die einen Überblick über die amerikanischen Zeitungsrezensionen gab

[316] De Telegraaf, 12.05.1956

[317] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 248

[318] Meyer Levin, Plaintiff, against Otto Frank and Kermit Bloomgarden, Defendants, Stipulation, 26.10.1959. Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison, Rechtsanwälte in New York, Akte Frank/Levin

[319] Fria Ord, 09. und 11.11.1957, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[320] z.B. dieser, daß Anne und Peter keine jüdischen Namen seien

[321] Meyer Levin, In Search. London-Paris, Constellation Books, 1951

[322] Folg og Land, 01.03.1958. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[323] Europa Korrespondenz, April 1958. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[324] Reichsruf, Wochenzeitung für das nationale Deutschland, 17.05.1958. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[325] geboren 1908, ist Anfang 1932 in die NSDAP und die SA eingetreten, ist in der Führung der Hitlerjugend aktiv, 10 Jahre nach dem Krieg ist er Mitglied der Deutschen Reichspartei geworden, 1957 deren Kreisvorsitzender in Lübeck, Englischlehrer an der Oberschule zum Dom in Lübeck

[326] Zeitschrift der Vereinigung ehemaliger Schüler und der Freunde der Oberschule zum Dom e.V. Lübeck, 10.10.1958. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[327] Vernehmung Otto Frank, 16.07.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[328] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 114

[329] geboren 1893, ist Landwirt in Woltersdorf über Büchen in Schleswig-Holstein, von 1933 bis 1945 Kreisbauernführer

[330] Dr. A. Flesch, Rechtsanwalt Otto Franks, an den Staatsanwalt am Landgericht Lübeck, 14.01.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[331] Schreiben des Bundesministers der Justiz an den Justizminister des Landes Schleswig-Holstein, 29.01.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[332] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 249

[333] Vernehmung Stielau, 18. und 25.06.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[334] Vernehmung Erich Heim, 02.07.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[335] Vernehmung Bep Voskuijl, 29.09.1959; Vernehmung Miep Gies, 29.09.1959; und Vernehmung Jan Gies, 29.09.1959. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[336] Es sollte festgestellt wurden,  ob die im Besitz von Otto Frank befindlichen Tagebücher und losen Blätter von derselben Person (Anne) geschrieben wurden, die einen Brief vom 13.12.1940 und zwei Postkarten vom 25.07.1941 und dem 05.07.1942 geschrieben hatte, und die mit "Anne" unterzeichnet waren.

[337] Meyer Levin, Plaintiff, against Otto Frank and Kermit Bloomgarden, Defendants, Stipulation, 26.10.1959. Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison, Rechtsanwälte in New York, Akte Frank/Levin

[338] Aktenvermerk des Ermittlungsrichters, 14.04.1960. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[339] Gutachten in der Voruntersuchungssache gegen 1 den Studienrat Stielau aus Lübeck [und] 2 den Landwirt Heinrich Buddeberg, S. 29. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[340] Gutachten in der Voruntersuchungssache gegen 1 den Studienrat Stielau aus Lübeck [und] 2 den Landwirt Heinrich Buddeberg, S. 34. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[341] Vernehmung Stielau, 25.04.1960. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[342] Noack und Noack an den Ermittlungsrichter, 12.12.1960. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[343] Schriftgutachten in Sachen gegen 1 den Studienrat Stielau aus Lübeck [und] 2 den Landwirt Buddeberg aus Woltersdorf wegen Beleidigung. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[344] Staatsanwaltschaft Lübeck an den Justizminister Schleswig-Holsteins, 14.06.1960. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[345] Gutachten in der Strafsache gegen den Studienrat Stielau, S. 1. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[346] Anklage der Staatsanwaltschaft Lübeck, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[347] Beschluß III. Strafkammer des Landgerichts, 01.06.1961. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[348] Protokoll der öffentlichen Sitzung III. Strafkammer des Landgerichts, 17.10.1961. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[349] Staatsanwaltschaft Lübeck an den Justizminister Schleswig-Holsteins, 17.10.1961. Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[350] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.04.1984

[351] laut Artikel des in Wien lebenden niederländischen Journalisten Jules Huf

[352] Nieuws van de Dag, 20.11.1963; alle niederländischen Zeitungen räumten in ihren Ausgaben vom 20.1 und 21.11. K.J. Silberbauer viel Platz ein.

[353] Neue Mitglieder wurden zu dieser Zeit nur noch in Ausnahmefällen angenommen (laut Information des Instituts für Zeitgeschichte, München)

[354] Information Berlin Document Center, Berlin

[355] Judenreferat innerhalb des SD

[356] Artikelentwurf des in Wien lebenden niederländischen Journalisten Jules Huf, November 1963

[357] Verschiedene niederländische Tageszeitungen, 21.11.1963

[358] Algemeen Handelsblad und De Telegraaf, 02.07.1964

[359] Volksblatt (Wien), 16.10.1964 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 139

[360] Eric Pedersen an die Stadtverwaltung Amsterdam, Januar 1974. Coll. Anne Frank, Ia

[361] Erklärung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz vor dem Notar A.J. Dragt, 05.06.1974. Coll. Anne Frank, Id

[362] Erklärung von Elisabeth (Bep) van Wijk-Vokuijl vor dem Notar A.J. Dragt, 05.06.1974. Coll. Anne Frank, Id

[363] Kamer van Koophandel en Fabrieken Amsterdam, Akte N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij

[364] Felderers Buch wurde mit dem leicht veränderten Titel : Anne Frank's Diary - A Hoax im Jahr 1979 vom Institute for Historical Review, Torrance, California, neu aufgelegt

[365] ungefähre Übersetzung : Arzneimittel machten im zarten Alter süchtig

[366] Baldriantabletten

[367] Annes Charakter - nicht nur ein feines Mädchen

[368] ungefähre Übersetzung : Kindersex

[369] ungefähre Übersetzung : Sexuell übertrieben

[370] der erste Kinderporno

[371] Eine Fälschung, eine ungeheuerliche Karikatur

[372] Felderer : Anne Frank's Diary - A Hoax im Jahr 1979 vom Institute for Historical Review, Torrance, California, neu aufgelegt, S. 29

[373] The Spotlight, 01.05.1978

[374] seit 1975 verbreitete er Flugblätter mit Titeln wie Anne Frank's Tagebuch - eine Fälschung und Anne Frank's Tagebuch - Der große Schwindel. Am 16.07.1976 verbot im Otto Frank per Einstweiligen Verfügung bestimmte Äußerungen in Zukunft zu äußern.

[375] Entscheidung des Landgerichts Frankfurt am Main, 22.07.1978. Landgericht Frankfurt, Prozeßakte Roth

[376] De Volkskrant, 23.03.1979

[377] De Volkskrant, 23.03.1979

[378] ehemaliger Jugendführer der Hitlerjugend und nach dem Krieg Chefredakteur der rechtsradikalen Monatszeitschrift Deutsche Stimme

[379] Behördengutachten BKA, 28.05.1980. Landgericht Hamburg, Prozeßakte Römer-Geiss

[380] Entscheidung des Landgerichts Stuttgart, 27.10.1980. Landgericht Stuttgart, Prozeßakte Roth

[381] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 57 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 148

[382] Entscheidung des Landgerichts Stuttgart, 27.10.1980. Landgericht Stuttgart, Prozeßakte Roth

[383] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 114

[384] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 60 und "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 114

[385] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 148

[386] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 148

[387] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 73

[388] Jahrbuch 1993, Michael Knoke, Monatsdatei Januar

[389] Die Aussagen über die genaue Anzahl der niederländischen SD-Angehörigen differieren bei den verschiedenen Zeugen von drei bis acht. Am wahrscheinlichsten ist, daß es vier bis fünf gewesen sind.

[390] Vernehmung von W.G. van Maaren, 06.10.1964, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam. Doc I, K.J. Silberbauer

[391] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 19.02.1985

[392] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 193

[393] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam. Doc I, K.J. Silberbauer

[394] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 193

[395] Vernehmung von Elisabeth (Bep) van Wijk-Voskuijl, 13.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam. Doc I, K.J. Silberbauer

[396] Ernst Schnabel, Anne Frank - Spur eines Kindes, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 106. Das Original des genannten Briefes ist nicht mehr aufzufinden. Vgl. auch die Erklärung Kuglers in "The reminiscences of Victor Kugler - the 'mr. kraler' of Anne Frank's Diary as told to Eda Shapiro", In : Yad Vashem Studies XIII, ed. by Livia Rothkirchen, Jerusalem 1979, S. 357 - 359

[397] Vernehmung von Otto Heinrich Frank, 02.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[398] Vernehmung von Otto Heinrich Frank, 02.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer; Theresienstadt ist ein Lager in der Tschechoslowakei, das anfänglich von den Nazis als Altersgetto bezeichnet und als Lager für "bevorzugte" Juden verwendet wurde. Die Chance zu überleben ist dort bedeutend größer als in Lagern wie Auschwitz.

[399] Vernehmung von Karl Silberbauer, 04.03.1964, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[400] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.04.1984

[401] Erklärung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.06.1974, abgegeben vor A.J. Dragt, Notar zu Amsterdam. Coll. Anne Frank ld (Sammlung Anne Frank); nach ihrer Aussage vom 18.04.1985 geschah das erst, nachdem ihr Ehemann an der Tür gewesen ist.

[402] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 193 und Seite 194

[403] Vernehmung von Elisabeth van Wijk-Voskuijl, 13.12.1963, und Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[404] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 194

[405] Vernehmung von J.A. Gies, 23.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[406] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 195

[407] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 195. Abweichung in der Wortwahl in Buch und Aussage der Miep Gies lassen sich durch den Zeitabstand erklären und sind nicht ganz so erheblich zu bewerten.

[408] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 195. Den Dialekt erkennate sie während eines Telefonats Silberbauers.

[409] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 14.01.1948, MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren; Wiedergabe des Gesprächs durch Frau Gies am 27.02. und 18.04.1985 und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 194 ff.. Die Kernaussage ist gleich. Lediglich Einzelheiten werden leicht unterschiedlich dargestellt, sind aber von untergeordneter Wichtigkeit.

[410] Vernehmung von Otto Heinrich Frank, 02.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[411] J.A. Gies, 05.04.1984

[412] Erklärung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.06.1974, abgegeben vor A.J. Dragt, Notar zu Amsterdam. Coll. Anne Frank ld (Sammlung Anne Frank); nach ihrer Aussage vom 18.04.1985 geschah das erst, nachdem ihr Ehemann an der Tür gewesen ist.

[413] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 195

[414] "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 199. Hier widerspricht sich Miep selber. Etwas früher sagte sie noch, Kleiman habe ihr die Schlüssel gegeben.

[415] Erklärung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.06.1974, abgegeben vor A.J. Dragt, Notar zu Amsterdam. Coll. Anne Frank ld (Sammlung Anne Frank); nach ihrer Aussage vom 18.04.1985 geschah das erst, nachdem ihr Ehemann an der Tür gewesen ist.

[416] näheres an anderer Stelle

[417] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 29.09.1959, durch den Untersuchungsrichter Meyer, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[418] Anne Frank, Anne Frank Stiftung, Oettinger, Hamburg, 1993, S. 51

[419] Vernehmung von Elisabeth (Bep) Wijk-Voskuijl, 29.09.1959, durch den Untersuchungsrichter Meyer, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[420] Erklärung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz vor dem Notar A.J. Dragt, 05.06.1974. Coll. Anne Frank ld (Sammlung Anne Frank)

[421] dieser befindet sich nach eigenen Angaben noch immer in Mieps Besitz; über den Frisierumhang siehe auch "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 123 und Seite 199

[422] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985 und 18.04.1985

[423] Elisabeth (Bep) van Wijk-Voskuijl, 25.02.1981. Bevor die Autoren von "Die Tagebücher der Anne Frank" die Möglichkeit hatten, ein zweites Mal mit ihr zu sprechen, starb sie am 06.05.1983

[424] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985

[425] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 29.09.1959, durch den Untersuchungsrichter Meyer, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg und "Meine Zeit mit Anne Frank", Miep Gies, Originaltitel "Anne Frank Remembered", Scherz Verlag, Bern und München, Copyright 1987 by Miep Gies und Alison Leslie Gold, Seite 185 und Seite 186

[426] Vernehmung von Elisabeth (Bep) Wijk-Voskuijl, 29.09.1959, durch den Untersuchungsrichter Meyer, Landgericht Lübeck, Prozeßakte Stielau/Buddeberg

[427] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985 und 18.04.1985

[428] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985; auch am 23.12.1963 hatte sie bereits vor der Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam von ihren Besuchen bei Silberbauer berichtet

[429] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 18.04.1985

[430] Vernehmung von L. Hartog-van Bladeren, 18.03.1948, durch die Polizei Amsterdam. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[431] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[432] am 18.09.1944 wurde er wegen Krankheit entlassen

[433] Tagebuchtext von Anne Frank

[434] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[435] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer; Vernehmung von J. Kleiman durch die Polizei Amsterdam, 12.01.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[436] so am 16.09.1943, 17.10.1943, 15.04.1944, 18.04.1944, 21.04.1944, 25.04.1944

[437] Vernehmung von J. Kleiman durch die Polizei Amsterdam, 12.01.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[438] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 14.01.1948, durch die Polizei Amsterdam, MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[439] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 23.12.1963, durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[440] Vernehmung von J.A. Gies, 23.12.1963, proces-verbaal Rijksrecherche (Protokoll der staatlichen Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[441] Vernehmung von W.G. van Maaren, 06.10.1964, Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, Doc. I, K.J. Silberbauer

[442] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985; Herr und Frau gies, 18.04.1985

[443] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 14.01.1948, durch die Polizei Amsterdam, MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[444] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 27.02.1985 und 18.04.1985

[445] J. Kleiman, 1945. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren; Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 06.10.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[446] Der Lagerarbeiter L. Hartog. Dieser wurde im folgenden noch erwähnt.

[447] J. Kleiman, 1945. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren; Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 06.10.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[448] N.V. Nederlandsche Opekta Maatschappij (Unterzeichnet von J. Kleiman), 16.07.1947, an die PRA Amsterdam, MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[449] Vernehmung von P.J. Genot durch die Polizei Amsterdam, 10.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[450] Vernehmung von A. Genot-van Wijk durch die Polizei Amsterdam, 10.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[451] Vernehmung von L. Hartog durch die Polizei Amsterdam, 20.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[452] W.G. van Maaren, 02.02.1948, an die Politieke Recherche Afdelingen Amsterdam. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[453] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Polizei Amsterdam, 31.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[454] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Polizei Amsterdam, 31.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[455] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Polizei Amsterdam, 31.03.1948. MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[456] MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[457] MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[458] MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[459] MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[460] MvJ (Justizministerium), Strafakte W.G. van Maaren

[461] Vernehmung von J.J. de Kok durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 26.11.1963, Doc. I, K.J. Silberbauer

[462] Vernehmung von Otto Frank durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 02.12.1963, Doc. I, K.J. Silberbauer

[463] Vernehmung von Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 23.12.1963, Doc. I, K.J. Silberbauer

[464] Vernehmung von K.J. Silberbauer durch Polizeirat Dr. Wiesinger, 04.03.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer. Es handelt sich hier um Abraham Kaper, ehemaliger Kriminalbeamter der Amsterdamer Polizei, 1948 wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und 1949 hingerichtet.

[465] Bericht von K.J. Silberbauer, 21.08.1963. Doc. I, K.J. Silberbauer

[466] Bericht von K.J. Silberbauer, 21.08.1963. Doc. I, K.J. Silberbauer

[467] Vernehmung von K.J. Silberbauer durch Polizeirat Dr. Wiesinger, 04.03.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[468] Niederschrift von K.J. Silberbauer, 25.11.1963. Doc. I, K.J. Silberbauer

[469] Vernehmung von K.J. Silberbauer durch Polizeirat Dr. Wiesinger, 04.03.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[470] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei), Amsterdam, 06.10.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[471] Kugler ist zu dieser Zeit schon gar nicht mehr in der Euterpestraat.

[472] Bericht der Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 1964. S. 34 - 35. Doc. I, K.J. Silberbauer

[473] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei), Amsterdam, 06.10.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[474] Bericht der Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 1964. S. 36 - 37. Doc. I, K.J. Silberbauer

[475] Bericht der Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 1964. S. 34. Doc. I, K.J. Silberbauer

[476] Bericht der Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam, 1964. S. 35. Doc. I, K.J. Silberbauer

[477] Rijksrecherche (staatliche Kriminalpolizei) Amsterdam an den Staatsanwalt der Arrondissementsrechtbank (Bezirks- oder Landgericht) Amsterdam, 06.11.1964. Doc. I, K.J. Silberbauer

[478] Ernst Schnabel, Anne Frank - Spur eines Kindes, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 106. Das Original des genannten Briefes ist nicht mehr aufzufinden.

[479] Yad Vashem Studies XIII (1979), S. 353 - 383

[480] alle Bücher- und andere Schränke

[481] Äußerlich zeigte ich große Ruhe, aber innerlich hatte ich eine Todesangst. Ich fragte mich, warum diese Männer hier waren. Hatten sie entdeckt, daß ich Fotos für den niederländischen Untergrund gemacht hatte; oder suchten sie nach dem geheimen Versteck ? Waren wir verraten worden ?

[482] So, dann suchen wir mal nach versteckten Waffen.

[483] Wieder und wieder versuchten sie, es zu bewegen, doch es gelang ihnen nicht.

[484] Yad Vashem Studies XIII (1979), S. 358

[485] Vernehmung von Elisabeth (Bep) Wijk-Voskuijl, 29.09.1959, durch die Rijksrecherche Amsterdam, 31.12.1963. Doc. I, K.J. Silberbauer

[486] Bericht der Rijksrecherche Amsterdam, 1964, S. 21. Doc. I, K.J. Silberbauer

[487] siehe weiter oben in der Ausarbeitung

[488] Vernehmung von W.G. van Maaren durch die Polizei, Amsterdam, 31.03.1948. MvJ (Justizministerium) Strafakte W.G. van Maaren

[489] siehe weiter oben in der Ausarbeitung

[490] Brief der Eheleute Gies, 18.04.1985

[491] Hermine (Miep) Gies-Santrouschitz, 05.04.1984

[492] Brief der Eheleute Gies, 18.04.1985

[493] Telefonische Mitteilung von Frau NN (möchte nicht genannt wurden), 06.02.1981

[494] Telefonische Mitteilung von H. einberg, Schiedam, 13.10.1981. Er teilte noch schriftlich mit, daß für den Einbruch der beiden Jungen nur das von Anne in ihrem Tagebuch vermerkte Datum 25.03.1943 in Betracht komme.

[495] Abbildungen auf den Seiten 142 bis 201 in den Tagebüchern der Anne Frank, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1986

[496] Cadys Leben

[497] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 23 bis 55

[498] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 51

[499] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 52

[500] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 52 und Seite 53

[501] Anne wußte nur, daß das Baby tot ist.

[502] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 47

[503] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 47

[504] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 48

[505] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 57 bis 115

[506] 1939 versteckten sie Alexander de Leeuw, Direktor von Pegasus, dem kommunistischen Verlag. In jedem Zimmer ist im Sommer 1944 irgendjemand versteckt.

[507] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 76

[508] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 88

[509] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 17

[510] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 117 bis 142

[511] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 134

[512] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 142

[513] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 145 bis 169

[514] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 171 bis 203

[515] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 180

[516] Anne Frank - Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten, Willy Lindwer, Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1990 (als deutsche Übersetzung von De laatste zeven Maanden. Vrouwen in het Spoor van Anne Frank., Willy Lindwer, Gooi & Sticht, Hilversum, 1988), Seite 205 bis 244

[517] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[518] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[519] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[520] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[521] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 16

[522] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[523] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[524] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[525] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[526] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[527] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[528] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[529] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[530] Die Tagebücher der Anne Frank, Rijkinstituut voor Oorlogsdocumentatie (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), Fischer-Verlag, Frankfurt/Main, 1988, Seite 68

[531] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 59 und Seite 60

[532] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 59 und Seite 60

[533] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 20

[534] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 22

[535] "Ich sehne mich so - Die Lebensgeschichte der Anne Frank", Mirjam Pressler , Beltz Verlag, Weinheim und Basel, Copyright 1992, Seite 21

[536] Homepage von Miep Gies http://www.miepgies.nl/en/

 

Alle Bilderrechte liegen beim Autor der Ausarbeitung, Michael Knoke